Samstag, 20. Februar 2021

Jugendämter 2021

Jugendamt Sankt Augustin reagiert nicht auf Hinweise

Das junge Mädchen war 2010 nach Sankt Augustin gekommen, zu einem Bekannten der Mutter. Mit ihr hatte es zuvor immer wieder Streit gegeben. Nach einem guten Start soll sich der Mann ihr immer mehr genähert haben, dann sei es zu Übergriffen gekommen. Neun Jahre lang soll sich sich der Mann immer wieder an ihr vergangen haben. Das Jugendamt in Sankt Augustin erhält mehrere Hinweise. Schon 2009 war ein Verfahren wegen Missbrauchs gegen den Mann eingestellt worden. Eine Warnung des Jugendamtes in Emden, dort wohnt die Mutter, führte auch nicht dazu, dass das Mädchen von dem Pflegevater getrennt wurde. Der Grund: Der Mann ist nur Pflegeperson, hat das Sorgerecht also nicht. Eine solche Pflegeerlaubnis sei rechtlich nur schwer zu untersagen gewesen, so die Stadt auf RBRS-Nachfrage. Nach Angaben der Stadt soll das Jugendamt jetzt aber alle Fälle überprüfen. Die Stadt hat sich auch an das Land gewandt um die Voraussetzung für solche Pflegeerlaubnisse zu verschärfen. Der mutmaßliche Täter ist inzwischen verstorben, kurz vor einem Gerichtsprozess.

Radio Bonn, 8. Januar 2021

Gerichte kritisieren Jugendamt

Mutter und Kind wurden am 26. Dezember des vergangenen Jahres noch im Krankenhaus voneinander getrennt. Zum Schutz des Kindes, argumentiert die Behörde. Nach Angaben des Verwaltungsgerichts in Neustadt sei die Frau vor die Wahl gestellt worden: Entweder, sie geht freiwillig mit dem Kind in eine Mutter-Kind-Einrichtung - oder sie muss das Neugeborene abgeben. Da die Frau nicht in eine Einrichtung gehen wollte, wurde das Kind noch im Krankenhaus von den Jugendamtsmitarbeitern mitgenommen. Einen richterlichen Beschluss hat es dafür nicht gegeben. Seit dem 8. Januar sind Mutter und Kind wieder vereint. 

SWR, 18. Januar 2021

Prozess: Eltern stürmen Jugendamt

Wie sollen liebende Eltern bestraft werden, die im Kampf um ihre Kinder ausgerastet sind?

Frage an das Landgericht Detmold. Dort mussten sich Itoro S. (35) und Blessing D. B. (32) u. a. wegen versuchter Brandstiftung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung verantworten.

Am 20. August stürmten die Eheleute ins Jugendamt Lemgo, zertrümmerten Büros, schlugen auf Mitarbeiter ein, drohten mit Mord und verschütteten Benzin. Noch am Tatort wurden sie festgenommen, sitzen seitdem in U-Haft. Ihre drei Kinder (4, 7, 8) leben schon länger im Heim.

Bild, 15. Februar 2021

Fall Lügde: Wiederkehrende Versäumnisse

Düsseldorf. Die Jugendämter Hameln und Lippe standen im Fall des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs von Lügde bislang besonders im Mittelpunkt der Auswertungen. Seit einigen Tagen gerät auch das Jugendamt im Kreis Höxter immer mehr ins Blickfeld. Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses im Düsseldorfer Landtag erkennen bedenkliche Parallelen, wiederkehrende Versäumnisse – und gefährliche Unterschiede...

Neue Westfälische, 20. Februar 2021

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