Samstag, 24. Dezember 2016

Heimnachrichten 2016

Medikamententests an Heimkindern

Als Scheidungskind war Marion Greenaway 1972 in den Birkenhof abgeschoben worden, ein geschlossenes Mädchenheim in Hannover. Monatelang musste die 14-Jährige täglich Tabletten einnehmen, obwohl sie, wie sie heute sagt, kerngesund war: "Warum ich die kriegte, weiß ich nicht. Ich war nie krank in meinem Leben."

Spiegel online, 2. Februar 2016

Kommission untersucht Missbrauchsfälle

Die Missbrauchsfälle in der Odenwaldschule und in der Katholischen Kirche haben die Öffentlichkeit wachgerüttelt. Eine unabhängige Kommission soll diesen und anderen Fälle von sexueller Gewalt gegenüber Kindern auf den Grund gehen. Vorsitzende ist mit Prof. Dr. Sabine Andresen eine Forscherin der Goethe-Universität. FNP-Mitarbeiter Thomas J. Schmidt hat sich mit ihr unterhalten.

Frankfurter Neue Presse, 15. Februar 2016

Einrichtung geschlossen

Das Landesjugendamt hat am Freitag eine Jugendeinrichtung in Flensburg wegen des Verdachts auf Drogenmissbrauchs geschlossen. Es habe Hinweise auf den Konsum harter Drogen gegeben, sagte der Sprecher des Sozialministeriums, Frank Lindscheid, am Samstag. In der Einrichtung in der Wrangelstraße hätten zehn Bewohnerinnen gelebt, die nun anderweitig untergebracht worden seien.

Flensburger Tageblatt, 5. März 2016

Missbrauch in Evangelischer Brüdergemeinde

Beifall für Ulrich Weber: rund 20 Erwachsene, die als Heimkinder Opfer von sexuellem Missbrauch, von physischer und psychischer Gewalt in den Einrichtungen der Evangelischen Brüdergemeinde wurden, applaudierten am Samstag dem Juristen. Der Anwalt klärt derzeit die Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen auf und war auf Bitten von Detlev Zander gekommen. Er erklärte, dass sich Zander wie alle anderen Opfer auch im Rahmen der Aufarbeitung „für nichts rechtfertigen muss“. Zander hatte die Vorfälle 2014 öffentlich gemacht.

Leonberger Kreiszeitung, 7. März 2016

Wieder am Anfang

Zander lässt sich nicht beirren von der Tatsache, dass die Aufarbeitung von physischer und psychischer Gewalt in den Kinderheimen der evangelischen Brüdergemeinde Korntal in den 1940er Jahren bis in die 70er Jahre wieder am Anfang steht.

Stuttgarter Nachrichten, 17. März 2016

Heimkinder werden weggeschlossen

Die bayerische Sozialministerin hat Vertreter der Heimaufsichtsbehörden heute ins Ministerium einbestellt. Damit reagiert Emilia Müller auf Enthüllungen von BR Recherche, dass Kinder in bayerischen Heimen weggeschlossen werden.

Bayerischer Rundfunk, 7. April 2016

Probleme mit der Volljährigkeit 

Das Inselhaus widmet sich diesem Thema an seinem bevorstehenden Geburtstag: 35 Jahre ist es her, seit Dörte Sambraus ihr Erbe in Höhe von zwei Millionen Mark in die Hand genommen hat, um sich ihren Traum von der Kinderhilfe zu erfüllen. Die sollte benachteiligten und durch familiäre Umstände in ihrer Entwicklung beeinträchtigten jungen Leuten zugute kommen. Sambraus kaufte das Anwesen in Eurasburg, in dem heute das Kinderheim angesiedelt ist. Die Inselhaus Kinder- und Jugendhilfe betreut heute 110 Kinder und Jugendliche, 70 stationär.

Süddeutsche Zeitung, 9. Mai 2016

Revision nach Verurteilung

Nach der Verurteilung des früheren pädagogischen Leiters eines Kinderheims im Landkreis Lüneburg wegen sexuellen Missbrauchs haben seine Verteidiger Revision eingelegt. Ein entsprechendes Schreiben sei eingegangen, teilte eine Sprecherin des Landgerichts Lüneburg am Freitag mit. Die 3. große Jugendkammer des Gerichts hatte den 47-Jährigen vor gut einer Woche zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Er soll zwei Jungen in der kleinen Einrichtung missbraucht haben.

Deutsche Presseagentur, 27. Mai 2016


Zwölfjähriger stiehlt Auto-will zur Mutter

Er hatte wohl Heimweh und wollte zu seiner Mutter - deshalb hat ein zwölfjähriges Kind aus einer Wohngruppe in Neuruppin seinem Betreuer das Auto gestohlen und ist nach Berlin gefahren. Offensichtlich habe der Junge seine Mutter besuchen wollen, sagte ein Sprecher der Polizei am Sonntag. Das Kind hatte vorher in Berlin gelebt.

rbb, 12. Juni 2016


Wird Kinderheim Dahlenburg geschlossen?

Weil der ehemalige pädagogische Leiter des Kinderheims Dahlenburg (Landkreis Lüneburg) ins Gefängnis muss, könnte die Einrichtung ihre Betriebserlaubnis verlieren. Grund ist nicht etwa die Verurteilung des Mannes zu sechs Jahren Haft wegen schweren sexuellen Missbrauchs an zwei Heimjungen. Vielmehr geht es darum, dass der 47 Jahre alte Pädagoge das Heim mit seiner Lebensgefährtin als "familienanaloge Wohngruppe" angemeldet hatte. Dieses Merkmal sei nun nicht mehr gegeben, sagte der Sprecher des Landessozialamts in Hildesheim, Michael Haase.


NDR, 16. Juni 2016

Heimkind legt mehrere Brände

Ein 14 Jahre alter Junge hat in einem Kinderheim im thüringischen Nordhausen vermutlich aus Wut mehrere Brände gelegt. Fünf Kinder und Jugendliche im Alter zwischen fünf und 17 Jahren wurden mit Verdacht auf Rauchvergiftung ins Krankenhaus gebracht, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Spiegel online, 8. Juli 2016

Zehn-Punkte-Programm für Verbesserungen

Das Ministerium war im April von einem Bericht des Bayerischen Rundfunks über eingeschlossene Kinder und Jugendliche in bayerischen Heimen aufgeschreckt worden und hatte alle Einrichtungen überprüft. Mit einem Zehn-Punkte-Plan soll die Situation nun weiter verbessert werden. So sollen Eltern beispielsweise stärker einbezogen werden.

Bayernkurier, 4. August 2016


Aus Heim ausgerissen

Die Zugbegleiterin informierte die Polizei. In Eisenhüttenstadt angekommen, wartete eine Polizeistreife auf die beiden Kinder. Es hatte sich herausgestellt, dass die beiden Jungen in einem Kinderheim in Frankfurt (Oder) untergebracht sind und dort bereits vermisst wurden.

Märkische Allgemeine, 11. August 2016

Korntaler Kinderheime: Mediatoren eingeschaltet

Neuer Anlauf: Die Fälle von physischer und psychischer Gewalt in den Korntaler Kinderheimen sollen aufgearbeitet werden. Doch zunächst sind zwei Mediatoren aus Frankfurt gefragt. Sie sollen die zerstrittenen Betroffenen, die evangelische Brüdergemeinde und deren ehemalige Mitarbeiter an einen Tisch bringen.

Stuttgarter Zeitung, 12. September 2016

Grüne fordern Richtervorbehalt

Nach der Landespolitik reagiert nun auch die Bundespolitik auf die BR-Recherche zu den freiheitsbeschränkenden Maßnahmen in bayerischen Kinderheimen. Die Grünen im Bundestag fordern in einem Gesetzentwurf, den Richtervorbehalt einzuführen.

Bayerischer Rundfunk, 27. September 2016

Missbrauch in Hamburger Kinderheim

In einem Hamburger Kinderheim hat es Anfang der 80er-Jahre offenbar mehrere Fälle von sexuellem Missbrauch gegeben. Betroffen ist der Margaretenhort im Stadtteil Harburg, wie NDR 90,3 berichtete. Nach Angaben des Kirchenkreises Hamburg-Ost haben zwei ehemalige Bewohnerinnen den Fall ins Rollen gebracht.

NDR, 25. Oktober 2016

Medikamententests: Aufklärung dauert

In einem ersten kurzen Bericht an den Gesundheitsausschuss des Landtages hat Ministerin Barbara Steffens am Mittwoch (26.10.2016) zu den Veröffentlichungen über Medikamententest an Heimkindern Stellung bezogen. Die Grünenpolitikerin versicherte, schnellstmöglich für Aufklärung zu sorgen. Allerdings lägen bis auf die Studie der Krefelder Pharmakologin Sylvia Wagner keine Informationen vor. "Wir stehen da am Anfang", sagte Steffens.

WDR, 26. Oktober 2016

Medikamenten-Tests auch in Marburg

Bei den Marburger Einrichtungen handelt es sich um die damaligen Kinderheime Bethanien und St. Elisabeth. Laut einer Arzneimittelstudie aus dem Jahr 1963, die hr-iNFO und hessenschau vorliegt, wurde dort an 30 Mädchen und Jungen ein Impfstoff gegen Kinderlähmung getestet. Die Heimkinder waren demnach sechs Monate bis elf Jahre alt.

Hessenschau, 8. November 2016

Wechselvolle Geschichte

Heute liegt das stattliche Anwesen etwas versteckt hinter dicht gewachsenen Bäumen. In der grünen Jahreszeit ist es daher gar nicht immer so richtig zu sehen. Dennoch erkannten einige ST-Leser, dass das historische Foto am vergangenen Samstag das Gebäude am Odentaler Weg zeigt, das lange als Rechenzentrum der Stadt diente und in dem zuvor ein Kinder- und Erholungsheim zu Hause war. Heute befindet es sich in Privatbesitz. Wo die Stadt einst ihre Computer arbeiten ließ, finden sich heute Wohnungen. Die Stadt hatte das Objekt im Zuge der Zentralisierung ihrer Dienste verkauft.

Solinger Tageblatt, 2. Dezember 2016

Die Mauern des Schweigens

Seit fast zehn Jahren beschäftige ich mich mit dem Schicksal ehemaliger Heimkinder. Ich habe über Behörden berichtet, die wegschauen, über angebliche Helferinnen und Helfer, die in Wirklichkeit die Misere erst verursachen, einiges wird heute noch vertuscht und verschwiegen. Manchmal habe ich solche Mauern des Schweigens eingerissen. Dafür bedankt sich heute ein ehemaliges Heimkind, das in der Therapeutischen Gemeinschaft Wilschenbruch (heute Step gGmbH Hannover) und in der Haasenburg gewesen ist. Ich freue mich, wenn solche Menschen wieder auf die Beine kommen.

Hier weiterlesen, Blog dir deine Meinung, 22. Dezember 2016


Baby gefesselt und geknebelt

Die Händchen haben noch nicht mal gelernt, etwas zu halten und wurden schon zusammengebunden, ebenfalls mit Klebeband. Wie oft, will man gar nicht vermuten. Die Bilder, die Bernhard Schubert, Leiter des Kinderheims „Kleine Strolche“ von dem wenige Monate alten Kind zeigt, das vor Kurzem in seine Obhut gebracht wurde, machen fassungslos. Es liegt gefesselt und geknebelt in seinem Bettchen, als es von der Polizei befreit wird. Sein erstes Weihnachtsfest wird es im Kinderheim in Graue verbringen – und ist nicht das Einzige. 

Kreiszeitung Asendorf, 22. Dezember 2016

Sonntag, 18. Dezember 2016

Jugendämter 2016

Radtour zu einem Gerichtsvollzieher

Zuverlässigen Quellen zufolge ist mein erster Satz "La li lap" gewesen. Meine Eltern übersetzten dieses Kleinkind-Sprech  mit "Lachst dich schlapp". Gesagt haben soll ich das immer, wenn ich auf einen Tisch kletterte und mich fallen ließ, um Sterne sehen. Das hat nun hoffentlich kein Jugendamts-Mitarbeiter der Stadt Wilhelmshaven gelesen, sonst wird meinen Eltern noch nach ihrem Tod rückwirkend das Sorgerecht für mich entzogen. Bei dieser Behörde muss man inzwischen mit allem rechnen. Das wäre das erste Thema meiner heutigen Ausführungen. Also merken: Jugendamt Wilhelmshaven.

Blog dir deine Meinung, 25. Januar 2016

Scharfe Kritik an Jugendamt Altona

Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) hat im Fall Tayler erneut die Arbeit des Jugendamts Altona scharf kritisiert. «Offenbar haben manche ein Problem damit, neue Regeln für sich anzunehmen. Das muss sich ändern. Alle in der Jugendhilfe - vom Mitarbeiter bis zur Führungskraft - müssen dafür sorgen, dass Regeln bekannt sind und befolgt werden», sagte sie der «Bild»-Zeitung (Freitag). Gleichzeitig kündigte die Senatorin an: «Wir werden die Jugendämter künftig deutlich mehr daraufhin kontrollieren, ob umgesetzt wird, was verabredet ist.» Der einjährige Tayler war im Dezember vergangenen Jahres mutmaßlich an Misshandlungen gestorben, obwohl er vom Jugendamt Altona betreut worden war. Unter Verdacht stehen seine Mutter oder sein Stiefvater.

SHZ, 26. Februar 2016


Ohne Jugendamt wohnt man schöner

Mit dieser Mitarbeiterin des Wilhelmshavener Jugendamtes kann man auch als Polizeibeamter von Wilhelmshaven eigentlich nur zweimal auftauchen: einmal zum Vorstellen und einmal zum Entschuldigen. Der Polizeibeamte Christopher Baier ist am 17. Juni 2013 gegen 21.40 Uhr aber nicht nur mit dieser Jugendamtsmitarbeiterin aufgetaucht, er hatte auch einen Kollegen dabei, die beiden drangen mit Gewalt in meine Wohnung ein, während die Jugendamtsmitarbeiterin draußen schweigend verharrte und der Dinge harrte, die sie angeordnet hatte. Sie war offenbar der Meinung, dass ich Kinder klauen könnte, um sie in meiner Wohnung zu verstecken. Ich hatte aber kein Kind geklaut.

Hier weiterlesen 22. März 2016

Pflegeeltern verklagen Hamburg

Antragsteller ist Herr M. vom Jugendamt – obwohl er für die Schusters gar nicht zuständig ist. Und hier findet sich wohl die Antwort für die skandalöse Eskalation des Falls: Kaum vorstellbar, dass vorher alle an dem Fall Beteiligten irrten oder dass sich die Schusters im Handumdrehen von liebevollen Pflegeeltern zur Gefahr für Jule verwandelten. Nein, im Sommer 2009 beginnt ein perfides Machtspiel zwischen dem ASD-Mitarbeiter Herrn M., der von seiner Leitung gedeckt wird, und Pflegeeltern, die sehr genau um ihre Rechte wissen, weil Holger Schuster als Diplom-Sozialpädagoge selbst Jahrzehnte beim ASD gearbeitet hat. Und die sich fortan mit allen Mitteln gegen den Sorgerechtsentzug und die später drohende Herausnahme von Jule aus ihrer Pflegefamilie wehren.

Hamburger Abendblatt, 1. April 2016

Tritt eines Polizisten gegen ein Kind?
Das Video eines Polizeieinsatzes vom Donnerstagabend verbreitet sich derzeit im Netz. Zu sehen: Ein rabiat verlaufender Einsatz des Jugendamtes, durchgeführt von Polizisten. 10 000 Klicks hat das Video bereits bei Youtube. Der große Aufreger ist der mutmaßliche Tritt eines Beamten gegen das Kind!
Bild, 26. April 2016

Streit mit Jugendamt um Sozialleistungen 

Im Landkreis Nordwestmecklenburg gibt es Streit zwischen Jugendamt und Eltern. Der Grund: Die Eltern fordern eine angemessene Beschulung und Eingliederungshilfe für ihre Kinder. Doch das Jugendamt verweigert jegliche Leistungen. Auch der Autist Andreas Lindner ist betroffen gewesen. Erst durch ein Gerichtsurteil erhielt die Familie die Leistungen des Jugendamts.

NDR, 4. Mai 2016


Kinder als Spielball 

Immer größere Sorgen bereitet der Verwaltungswirtin der Bereich Trennungen und Scheidungen von Partnerschaften mit Kindern. Nahezu jeder zweite Jugendliche unter 16 Jahren musste bereits ein- oder gar mehrfach die Auflösung von elterlichen Partnerschaften verkraften. „Wir erleben leider immer häufiger, dass Eltern ihre Kinder zum Spielball der Trennung machen“, sagt Wehle. Sie trügen auf ihrem Rücken all ihre Enttäuschung, ihre Kränkungen oder manchmal gar ihre Verzweiflung über die gescheiterte Partnerschaft aus.

Märkische Allgemeine Zeitung, 7. Mai 2016


Burgdorfer Kreisblatt startet Umfrage

Das "Burgdorfer Kreisblatt" hat eine Umfrage über Jugendämter gestartet. Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit dieser Behörden - oder hatten Sie noch nie etwas mit einem Jugendamt zu tun?

Wordpress, 1. Juni 2016

Jugendämter vor Kollaps
Jugendämter stehen besonders in der Kritik, sie haben die undankbare Aufgabe, es möglichst allen recht zu machen: den Eltern, der Öffentlichkeit. Hinterher haben es alle besser gewusst: das Amt hat zu früh eingegriffen, das Amt hat zu spät reagiert, die Vorwürfe sind austauschbar. Für die Mitarbeiter keine leichte Situation. "Seit Jahren fehlt Personal, zugleich nimmt die Zahl kritischer Fälle zu", klagt Monika Wallor vom Jugendamt Berlin-Mitte über den offensichtlichen Notstand. Für sie ein Dilemma, die Sozialpädagogin will Kindern helfen und sie beschützen, kann es aber oft nicht.
RTL, 24. Juni 2016

Sonderblog für Jugendamt Wilhelmshaven

Dem Jugendamt von Wilhelmshaven habe ich einen Sonderblog gewidmet. Diese Behörde setzt Polizeibeamte ein, die sich falsche Namen geben.

Das Jugendamt, 24. Juli 2016


Nach Missbrauch viele Fragen offen
Nach dem Kindesmissbrauch im Verein Power for Kids, der Verurteilung von Peter B. zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft und der Vorlage des Abschlussberichtes des Sonderausschusses der Stadtvertretung zur Rolle des Jugendamtes im Missbrauchsprozess sind drei Punkte offen geblieben. Erstens: Der Jugendhilfeausschuss hat seinem Vorsitzenden das Misstrauen ausgesprochen und ihn zum Rücktritt aufgefordert. Passiert ist danach nichts. Zweitens: Der Sonderausschuss rät der Oberbürgermeisterin, den Bereich Jugendhilfe vom Großamt Jugend, Soziales und Sport abzuspalten. Auf dem neuesten Organigramm der Stadtverwaltung gibt es immer noch das Großamt. Und drittens: Warum ist die Jugendamtsleiterin von der Oberbürgermeisterin wieder mit allen Aufgaben betraut worden?
Schweriner Volkszeitung, 27. Juli 2016

Immer mehr Kontrollen von Jugendämtern

Die deutschen Jugendämter prüfen immer häufiger, ob das Wohl eines Kindes in Gefahr ist. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte, gab es im vergangenen Jahr rund 129.000 solcher Verfahren. Das entspricht einem Zuwachs von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Von allen im Jahr 2015 eingeleiteten Verfahren bewerteten die Behörden rund 20.800 als akut. Das ist ein Anstieg gegenüber 2014 um 11,7 Prozent. Bei knapp 24.200 Verfahren erkannten die Jugendämter eine latente Kindeswohlgefährdung.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 5. Oktober 2016


Eltern kämpfen gegen Jugendamt
Manchmal bekommt Bastian einfach einen Wutanfall. Oder er beschimpft ältere Mitschüler auf dem Schulhof. Der Elfjährige lebt wegen einer Entwicklungsstörung nicht mit seinen Eltern und Geschwistern zusammen, sondern in einer Einrichtung für betreutes Wohnen. Doch nun ist ein Streit zwischen Eltern und Jugendamt darüber entbrannt, was das Beste für den Elfjährigen ist.
Stern, 14. Oktober 2016

Jugendämter schärfer kontrollieren
Kinder dürften nur noch dann von ihren Eltern und Geschwistern getrennt und „fremdplatziert“ werden, wenn wirklich nachweisbar triftige Gründe vorliegen – und nicht etwa nur aufgrund eines von den Jugendämtern in Auftrag gegebenen Gefälligkeitsgutachtens, in dem es schon ausreicht, wenn ein Sozialarbeiter oder -pädagoge bemängelt, dass die Familie nicht eine 100prozentige Perfektion erreicht hat.
Rechtsanwalt Rainer Bohm, 24. Oktober 2016

Probleme in vielen Jugendämtern

Nach dem gewaltsamen Tod des fünfjährigen Luca gibt es Kritik am Jugendamt der Stadt Viersen. Denn Berichte über Misshandlungen in der Familie waren der Behörde schon seit Monaten bekannt. Laut Friedhelm Güthoff vom Kinderschutzbund NRW gibt es in vielen Jugendämter strukturelle Probleme.

WDR, 27. Oktober 2016

Lesetipp zum Jugendamt Viersen Hier klicken

Bei sich selbst eingekauft
Jahrelang hat ein früherer Beamter des Jugendamtes die Bonner Stadtkasse geschröpft, indem er unter anderem für städtische Kitas Handcremes und andere Pflegeprodukte seiner eigenen Firma über Strohleute erwarb und der Stadt in Rechnung stellte. Außerdem kaufte er auf Kosten der Stadt ganze Wohnungseinrichtungen ein. Vor Gericht legte der 32-Jährige nun ein umfassendes Geständnis ab.
Generalanzeiger Bonn, 13. Dezember 2016

Fiktiver Weihnachtsgruß an einen Neunjährigen

Lieber J.,

wie du siehst, haben wir uns bei der Auswahl unserer Weihnachtskarte große Mühe gegeben. Einiges wirst du noch nicht verstehen, deswegen solltest du unseren Gruß immer wieder lesen, bis du alles verstanden hast. Solltest du dann einmal bei uns vorbeischauen wollen, so sei dir jetzt schon gesagt, dass wir das nicht besonders gut finden würden, denn du würdest uns sicherlich Fragen stellen, die wir nur ungern beantworten. Das ist nicht nur bei dir so.


Jugendamt Wilhelmshaven, 17. Dezember 2016

Dienstag, 22. November 2016

Stiftung gegründet

Entschädigungen für weitere Heimkinder

Hannover. Künftig haben deutlich mehr Menschen, denen als Heimkindern Leid zugefügt wurde, Anrecht auf Entschädigung. Die Niedersächsische Landesregierung hat am (heutigen) Montag der Gründung der Stiftung „Anerkennung und Hilfe" durch den Bund, die Länder und die Kirchen zugestimmt. 

Die Stiftung wird Hilfen für Menschen anbieten, die als Kinder oder Jugendliche in den Jahren 1949 bis 1975 (in der ehemaligen DDR bis 1990) in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder in stationären psychiatrischen Einrichtungen Unrecht erfahren ha­ben. 

Niedersachsens Sozialministerin Cornelia Rundt sagte: „Endlich erhalten auch die Men­schen Aufmerksamkeit und Entschädigungen, denen in dieser Zeit in stationären Einrichtun­gen der Behindertenhilfe oder Psychiatrien Leid zugefügt wurde." Sie seien von den beste­henden Fonds „Heimerziehung West" und „Heimerziehung in der DDR" ausgeschlossen. Sie sei sehr froh, dass sich Bund, Länder und Kirchen auf dieses Hilfesystem einigen konnten.

Die Stiftung soll im Januar 2017 ihre Arbeit aufnehmen. Betroffene können sich bis Ende 2019 melden. Dazu wird das Land Niedersachsen eine qualifizierte Anlauf- und Beratungs­stelle einrichten, die ihnen beratend, begleitend und unterstützend zur Seite steht. Mit den erforderlichen Arbeiten ist bereits begonnen worden.


Das Hilfesystem der Stiftung „Anerkennung und Hilfe" sieht nicht nur einmalige pauschale Geldleistungen in Höhe von 9.000 Euro sowie gegebenenfalls Rentenersatzleistungen in Höhe von bis zu 5.000 Euro für die betroffenen Menschen vor. Die vorgesehene öffentliche Anerkennung des erlittenen Leids und Unrechts sowie die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschehnisse in den genannten Einrichtungen sind weitere wichtige Aufgaben der Stif­tung. 

Sozialministerin Rundt: „Zur individuellen Anerkennung gehört neben den Geldleistun­gen auch, dass betroffene Menschen die Gelegenheit haben werden, über ihr Schicksal zu sprechen - ein wichtiger Aspekt des Hilfesystems."

Donnerstag, 13. Oktober 2016

Fundsachen Gutachter









In der Falle

"Was kann mir schon passieren? – ich bin ja gesund", so dachte Ilona Haselbauer. Wegen eines Nachbarschaftsstreits stand sie vor Gericht. Sie soll ihre Hausmeisterin mit einem Einkaufswagen verletzt haben. Haselbauer bestreitet das energisch. Dem Richter wird es zu bunt, er will ein psychiatrisches Gutachten. Der Gutachter kommt zu dem Schluss: "Querulatorische Persönlichkeitsstörung! – Das mit dem Einkaufswagen ist erst der Anfang, weitere und noch gefährlichere Straftaten sind zu erwarten."

Phoenix, 13. Oktober 2016

Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr

Können Sie sich vorstellen, dass Sie in der Zeitung lesen, der TÜV beschäftige ältere Leute für die Prüfung von Fahrzeugen, weil die in ihrem Leben schon viele Fahrzeuge gesehen haben? Das reiche als Qualifikation. Das können Sie sich sicherlich nicht vorstellen. Schließlich geht es um die Sicherheit auf unseren Straßen.

Das Jugendamt, 22. September 2016


Gutachter als "unheimliche Richter"

Kriminalpsychologe Rudolf Egg gibt in seinem Buch "Die unheimlichen Richter" Einblick in die verschlossene Welt der Gerichtsgutachter - und beklagt die unheilige Allianz zwischen Gutachter und Gericht. Leider wird daraus keine übergreifende Analyse. Trotzdem ist das Buch lesenswert.

Deutschlandradio Kultur, 6. November 2015

Mangelhafte Gutachten

75 Prozent aller Gutachten in familienrechtlichen Streitigkeiten in Deutschland sind mangelhaft. Das ist das Ergebnis einer Studie der IB-Hochschule Berlin, die dem ZDF-Magazin "Frontal 21" exklusiv vorliegt (Sendung am Dienstag, 8. September 2015, 21.00 Uhr"). "Diese Gutachten haben gravierende Mängel bei den Testverfahren und den Methoden der Gesprächsführung. Außerdem entsprechen sie nicht dem aktuellen Forschungsstand", erklärt Werner Leitner, Professor für Angewandte Psychologie, der für die Studie 272 Familienrechtsgutachten aus den Jahren 2013 und 2014 aus allen Bundesländern untersucht hat. Als Entscheidungsgrundlage für die Gerichte seien diese mangelhaften Gutachten überhaupt nicht geeignet. Trotzdem würden auf ihrer Grundlage vielen Eltern das Sorgerecht entzogen, ganze Familien zerrissen. "Mit diesen mangelhaften Gutachten verdienen die Gutachter zwar viel Geld. Auf der Strecke bleibt aber das Wohl der Familien und der Kinder", so Werner Leitner weiter.

Die schlechte Qualität vieler Gutachten in Familienrechtsfragen beklagen Experten seit Jahren. Die Bundesregierung hat sich im Koalitionsvertrag vor zwei Jahren verpflichtet, nun endlich eine Lösung zu finden. Mittlerweile liegt der Gesetzesentwurf des Bundesjustizministeriums vor.

Finanznachrichten, 7. September 2015

Dieser Gutachter leuchtet auch nachts!

“Ich erstelle seit über 30 Jahren psychologische Gutachten in Familienrechtsangelegenheiten und bin stets ohne eine Web-Seite oder vergleichbare Darstellungen ausgekommen.

Es ist daher ein gutes Recht des Nutzers dieser Web-Seite zu erfahren, warum es denn nun anders ist:
Einerseits ist es nicht nur die im Internet zunehmend erkennbare Tendenz, dass sowohl Träger bestimmter Berufe wie auch Privatpersonen kritisiert oder gar verleumdet werden. Behauptungen ersetzen dann die Beweise. Gutachter werden (wie etwa auch ich) ohne realen Nachweis als „umstritten“ oder sonst wie defizitär dargestellt.”

Schreibt ein gewisser Hans-Dieter Zoch aus Duisburg auf seinen Internet-Seiten. Bei diesem Mann gilt das Igel-Hase-Prinzip. Er ist immer schon da und auf seinen Seiten fehlt nur noch die Behauptung, er sei auch schon auf dem Mond gewesen und habe dort das Licht angemacht.

Hier weiterleuchten, 10. März 2015
 

Bundesverfassungsgericht stärkt Elternrechte

Behörden dürfen Eltern ihre Kinder nur wegnehmen, wenn diese Eltern das "körperliche, geistige oder seelische Wohl" des Kindes "nachhaltig gefährden". Stützen sich Gerichte dazu auf Sachverständigengutachten, müssen sie deren Stichhaltigkeit "streng" überprüfen, wie das Bundesverfassungsgericht entschied. Weiter heißt es, der Staat dürfe seine Vorstellung von gelungener Kindeserziehung nicht an die Stelle der elterlichen Vorstellung setzen. (Az. 1 BvR 1178/14)


t-online, 28. November 2014

Sado-Maso mit einer Abhängigen

Es geht um Sado-Maso-Sex mit einer Staatsanwältin und um die Verabreichung von Psycho-Pillen an die medikamentenabhängige Frau: Ab Dienstag wird dem Gerichts-Psychiater Dr. Thomas S. der Prozess gemacht. Der 59-Jährige bestreitet alle Vorwürfe.

tz, 7. November 2014


Jedes zweite Familiengutachten mangelhaft

Anders die Reaktion von Joachim Lüblinghoff vom Deutschen Richterbund: "Wir waren nicht nur überrascht, wir waren schockiert von den Ergebnissen der Studie".  Der Experte für Familienrecht im Präsidium des Richterbundes räumt ein, dass eine Vielzahl von Fehlern in den Gutachten unbemerkt blieben. "Die überwiegende Anzahl“ der Gutachten sei vor Gericht "nicht verwertbar" und dürfte einer Entscheidung "nicht zu Grunde gelegt werden". Nach Lektüre der Studie will auch der Richterbund Fehlentscheidungen von Richtern an Familiengerichten nicht ausschließen. Nun müssen sich die Richter "selbstkritisch hinterfragen", sagt Lüblinghoff, "warum wir es nicht gemerkt haben".

Panorama, 14. August 2014


31. Oktober 2013
Ehemalige DDR-Bürger erziehungsunfähig?

Fragwürdige Gutachten eines Gutachters vor sächsischen Gerichten belasten ostdeutsche Familien. Die Argumentation des Gutachters: Personen, die ihre Kindheit in der DDR, in einem "diktatorischen Gesellschaftsverhältnis", verlebt haben, hätten Bindungsstörungen davon getragen und seien damit erziehungsunfähig. Mit dieser Begründung war einem Vater das Sorgerecht für seinen Sohn verweigert worden. Einer anderen Familie drohte der Kindesentzug.

Mitteldeutscher Rundfunk, 30. Oktober 2013

27. Oktober 2013
Die meisten Gutachten taugen nichts
Hinzpeter, ein schmaler Mann von 76 Jahren, ist seit 40 Jahren Vorsitzender des Kinderschutzbundes Leer. Unter Hinzpeter wurde der Ortsverein der größte in Niedersachsen und der drittgrößte in Deutschland. Stolz zeigt er Besuchern das Kinderschutzhaus in der Altstadt, die Igelgruppe, die Krokodilgruppe. Er nennt die Kinder beim Namen, oft fallen ihm traurige Geschichten ein; sie handeln von Armut, von Vernachlässigung, von Gewalt. „Wir sind keine Träumer“, sagt Hinzpeter, „es gibt Fälle, in denen man ein Kind nicht länger in seiner Familie lassen kann.“
Dann wird er wieder wütend: „Aber wenn ein Kind erst weg ist, versuchen Sie mal, es wiederzukriegen!“
Nordwest-Zeitung, 25. Oktober 2013

Strafantrag gegen Gutachterin wegen Betruges
Da das Wilhelmshavener Jugendamt mir nicht täglich Polizeibeamte mit Taschenlampen in die Wohnung schicken kann, bleibt auch noch genug Zeit für Beratungsgespräche. Gern genommen wird dabei der Tipp: “Lassen Sie doch ein neues Gutachten machen!” Der Hinweis, dass solche Gutachten meistens wertlos sind, obwohl sie teuer bezahlt werden müssen, nützt da nichts. Teuer bezahlt hat einen doppelten Wortsinn.
Gutachter sollen Unabhängigkeit beweisen

Gutachter und Sachverständige vor Gericht sollen künftig etwaige Zweifel an ihrer Unabhängigkeit selbst ausräumen. Einem entsprechenden Antrag stimmte der Petitionsausschuss des Bundestages nach drei Jahren Beratungen jetzt überraschend zu.

Focus, 29. April 2013

8. April 2013
Eltern, hört die Signale!

“Eingeschränkte Bindungstoleranz”. Diesen Begriff aus einer Stellungnahme einer Gutachterin aus München muss ich erst einmal googeln. Worauf ein Vater, der sich 2008 in einem Forum zu Wort gemeldet hat, bereits seit geraumer Zeit verzichten kann. Er hält diesen Begriff für den dümmsten, den er jemals in einem Gutachten gelesen hat. Wenn stimmt, was er schreibt, dann ist Verständnis für diese Einschätzung durchaus angebracht. Seine Geschichte: Eine Mutter verschwindet mitsamt Kind vorübergehend von der Bildfläche, kehrt dann aber wieder zurück. Woraus ein Gutachter schließt, dass ihre Bindungstoleranz größer sei als die des Vaters. Was bedeuten könnte: Hätte der Vater das Kind entführt, wäre ihm das positiv angerechnet worden.

Macht Schluss mit dieser Geldverschwendung, 8. April 2013

5. Januar 2013
Gutachter wirft sich selbst unethisches Verhalten vor

Was ich hier schreibe, weiß auch der Gutachter T. aus Drensteinfurt. Nach jeder Folge bekommt er eine mail von mir. Darauf reagiert er allerdings nicht. Was ich verständlich finde, denn eine Rechtfertigung für seine Ausführungen wird er wohl kaum finden können, denn die Widersprüche zwischen Gutachten, Gerichtsbeschluss und Brief des Jugendamtes an die Mutter vom 27. Dezember 2012 sind so groß, dass sie unmöglich überbrückt werden können.


In so einer Art Zusammenfassung schreibt der Gutachter, dass die Mutter seine Arbeit erschwert habe, weil sie eine Mitwirkung verweigerte: “Eine Einschätzung ihrer Persönlichkeit ist somit dem Unterzeichner nicht möglich.” Deswegen könne er nur Mutmaßungen anstellen, “was jedoch ethisch und fachlich bedenklich ist”. Wer daraus schließt, dass diesem Gutachter dann auch die Beantwortung der Fragen des Familiengerichtes zum zukünftigen Umgang von Mutter und Kind unmöglich sein muss, der irrt sich allerdings. Noch schlimmer: Anschließend macht er genau das, was er angeblich selbst unethisch findet.




Sachverständiger sachverständigt

Der Familienrichter a. D., Herr Bergmann, sagte öffentlich: "Ein Sachverständiger wird dadurch sachverständigt, daß er vom Gericht zum Sachverständigen bestellt wird..." Die Qualifikation werde nicht überprüft; der Sachverständige müsse sich lediglich gut mit dem Richter verstehen
(http://www.youtube.com/watch?v=jorrfRK5W8k , etwa 6. Minute).

Scharf links

12. November 2012
Schlechter Rat ist teuer

Gutachter an Familiengerichten sind oft ungenügend ausgebildet - doch sie können über die Zukunft von Kindern und Eltern entscheiden. Ihr Geschäft ist höchst lukrativ.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12. November 2012

24. Oktober 2012
Fühlt sich das Kind nun wohl - oder fühlt es sich nicht wohl?

Martina G.-F. schrieb in jenem Fax, dass es nach Auskunft von Frau N. aus dem Sankt-Mauritz-Kinderheim “nunmehr Pflegeeltern” für N. gebe. N. reagiere “positiv auf die Pflegeeltern”.

Der Gutachter, den Sie, Frau St,, in Ihrem Beschluss vom 15. Juli 2012 zitieren, berichtet dagegen, dass N. ihre Pflegeeltern von Anfang an heftig abgelehnt habe.

Mail an Familiengericht von Münster und an den Oberbürgermeister, 24. Oktober 2012

26. August 2012
Stur - sturer - Ostwestfalen

In Münster werden originelle “Tatort”-Folgen gedreht, auch eine erfolgreiche Krimi-Serie kommt aus dieser Stadt und Preußen Münster hat soeben Werder Bremen aus dem Pokal geworfen – und dann gibt es dort noch das Jugendamt und das Familiengericht. Oberbürgermeister Markus Lewe hat Ende 2010 darauf hingewiesen, dass in seiner Stadt alles etwas länger dauere, dafür aber stets erfolgreich ende. Da ist die Tochter einer Mutter bereits seit über einem Jahr, der Junge seit mehr als einem halben Jahr weg gewesen, obwohl eine Gutachterin den jahrelangen Entzug beider Kinder gar nicht in Erwägung gezogen hatte.

Nun hat das Familiengericht von Münster einen zweiten Gutachter eingeschaltet (Az. 57 F 167/10), die Mutter verweigerte eine erneute Begutachtung. Darf sie, entschied das Gericht am 18. Juli 2012, denn niemand könne dazu gezwungen werden. Allerdings wird ihr die Weigerung negativ angekreidet.

Mail an Familiengericht und Psychotherapeutenkammer

29. Juli 2012
Die Internet-Aktionen des Herrn Tjaden

Möglich ist das, denn bereits am 30. Oktober 2008 hatte Dr. Dr. Dr. Hans-Dieter Zoch sich beim Amtsgericht schriftlich über diese Zeitgenossen beschwert. Punkt 7 widmete er einem Vater aus Mönchengladbach, der nach des Gutachters Erkenntnissen „zu zahlreichen Gefängnisstrafen“ verurteilt worden ist und einem gewissen „Herrn Tjaden aus Bremerhaven“.

Damit könnte Dr. Dr. Dr. Hans-Dieter Zoch mich gemeint haben: Ich wohne zwar in Wilhelmshaven, aber da sich dieser Gutachter zumindest zweimal auf dem Weg zu Eltern verheddert hat und deshalb Termine kurzfristig absagen musste, könnten auch andere seiner geographischen Kenntnisse mangelhafter Natur sein. Kund tat er in diesem Zusammenhang: “Zusammen mit den folgenden Internet-Aktionen und den Aktivitäten des Herrn Tjaden wurden alle Internet-Informationen von mir ausgedruckt und der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach zugeleitet.”

Irrsinn mit Methode


3. Januar 2011
Familiengerichte brechen das Gesetz

Und täglich wird das Gesetz gebrochen. Nicht nur von Gaunern, Totschlägern und Mördern. Sondern auch von Gerichten. Familiengerichten genauer gesagt. Und die Kinder bleiben lange weg. Weg gekommen sind sie aufgrund einer Gefährdungsmeldung. Über die muss innerhalb von 24 Stunden entschieden werden. Widersprechen die Eltern und gibt es keine gerichtliche Entscheidung, sind die Kinder sofort wieder da.

Also beeilen sich die Familiengerichte, beraumen eine Anhörung an, verlassen sich meistens darauf, was von Jugendämtern behauptet wird. Nächster Schritt: Das Gericht bestellt eine Gutachterin oder einen Gutachter. Die oder der besucht die Eltern, macht Tests, stellt Fragen, befragt auch das persönliche Umfeld. "Sagen Sie mal, trinkt der Herr Meier eigentlich zu viel?"

Stopp. So weit darf es gar nicht erst kommen. Für die zwangsweise Bestellung von Gutachterinnen und Gutachtern in Familiensachen gibt es keine gesetzliche Grundlage. Hat der Bundesgerichtshof festgestellt (BGH, FamRZ 2010, 720). Dem hat sich das Oberlandesgericht Hamm im September 2010 angeschlossen (II-3 UF 177/09).

Und wenn nun alle Eltern, die von Kindesentzug bedroht sind, den Gang zu Sachverständigen verweigern? Dann muss die Gutachterin oder der Gutachter zur mündlichen Verhandlung in den Gerichtssaal kommen und sich dort ein Bild machen. Ist finanziell längst nicht so lukrativ wie illegales Vorgehen.

Wird jemand beschuldigt, muss er über seine Rechte aufgeklärt werden. Aber niemand klärt Eltern darüber auf, dass sie eine Zwangsbegutachtung ablehnen können? Familienrichterinnen und Familienrichter verraten so was nicht? Legal, illegal, scheißegal...

22. Oktober 2010
Gutachten in Fließbandarbeit

Expertisen, die von Experten pulverisiert werden, Mängel bei gerichtlichen Gutachten - eine Prozessbegleiterin über die harte Kritik an der heimischen Sachverständigenszene.

Die Presse, Österreich, 21. Oktober 2010


5. Juli 2010
Ach, wie gut, dass keiner etwas weiß

Sie schleppen sich nur noch zur Arbeit, haben keine Lust mehr? Umziehen! Ab in den Mönchengladbacher Raum. Dort buddeln Sie eine Zeitlang auf einem Abenteuerspielplatz mit Kindern herum. Nun wissen Sie schon einmal, wie die Kleinen aussehen. Mehr erfahren Sie in einem Kindergarten, dann in einer Wohngruppe. Nun schnuppern Sie an Behörden herum. Im Jugendamt. Im Sozialamt. Werden als Diplom-Sozialpädagoge systemischer Familientherapeut. Heilpraktiker ist auch nicht schlecht. Kann nie schaden.


Fehlt noch der große Karrieresprung. Ziel: die Familiengerichte. Sie wollen Gutachter werden. Kann kinderleicht sein. Ist geschafft im Nu. Eltern aber können sperrig sein. Lassen sich nicht immer so leicht aus dem sachverständigen Weg räumen. Kann anstrengend sein. Muss aber nicht.

Fragt man Sie nach Ihrer Ausbildung, dann weisen Sie einfach darauf hin, dass es gar keine Ausbildung zum Sachverständigen in Familienrechtsfragen gibt. Warum also sollen Sie die genossen haben? Und: Wo?

Droht noch eine Hürde. Beiseite räumen. Fragt man Sie nach Ihren Testmethoden, genügt der Hinweis: Sie kennen ein paar. Taugen aber alle nicht so viel wie sie taugen müssten.

Meckerfritzen, die trotzdem darauf bestehen, dass bestimmte Tests gemacht werden sollten, bügeln Sie ebenfalls aus den Familiengerichten. Mit der Behauptung: Ihr gebt euch doch nur einen wissenschaftlichen Anschein. Aber: Der Schein trügt.

Nur Sie sind der Wahre. Plaudern objektiv mit Familien und sind stets kognitiv. Kooperativ nicht immer. Will jemand Ihr Gutachten nicht sofort und unverzüglich unterschreiben, dann drohen Sie mit der Polizei.

Gibt es deswegen eine Beschwerde, ebenfalls wegbügeln. Denn: Laien können gar nicht begreifen, was Experten tun. Und Sie sind ein Experte, wie er im Buche steht.

Das Traurige ist: Solche Gutachter gibt es tatsächlich...Breiten sich ganz systemisch im Bundesgebiet aus. Dieser Gutachter bis nach Aachen.

Gefälligkeitsgutachter zerstören Leben

Wenn Sie als Bürger gegen eine Behörde vor Gericht ziehen, dann ist das ein bisschen wie ein Kampf David gegen Goliath. Aber Sie haben ja die Hoffnung, dass alles mit rechten Dingen zugeht.


Report, 19. April 2010

11. September 2009
Strafantrag gegen Gutachter

„Z., eine der Koryphäen auf dem Gebiet der Psychologischen Gutachten“, schreibt die „Westdeutsche Zeitung“ am 10. April 2008. „Der Mann ist eine Schande für unseren Berufsstand“, sagt ein Psychiater aus Essen am 4. September 2009. Bei ihm sei eine Frau gewesen, die von dieser „Koryphäe“ sexuell missbraucht worden sein soll. Sie habe sich einen Anwalt genommen. Mehr dürfe er nicht verraten. Ärztliche Schweigepflicht.

Ist dieser Gutachter aus Duisburg zudem ein Hochstapler? Diesen Verdacht hat Franz Romer aus Düsseldorf, der sich seit langer Zeit mit Menschenrechten beschäftigt und Jugendämtern schlampige Arbeit vorwirft. Eins davon hat inzwischen einen Alarmknopf, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter drücken sollen, wenn sie sich von aufgebrachten Müttern oder Vätern bedroht fühlen. Das ist: das Jugendamt in Mönchengladbach.

Diese Behörde hat vor fünf Jahren bei der Heimunterbringung eines Mädchens mitgewirkt: Jessica Müller, die heute zwölf Jahre alt ist und immer noch im Schloss Dilborn lebt. Gutachter: Hans-Dieter Z. aus Duisburg. 67 Jahre alt. Angeblich drei Doktortitel. „Hat er nicht“, schreibt jetzt Franz Romer in einem Strafantrag an die Staatsanwaltschaft in Duisburg und in Mönchengladbach

„Hab ich doch“, behauptet dieser Gutachter in einem Schreiben an das Amtsgericht Duisburg. Beweismittel: eine Kopie seines Personalausweises, vorgelegt am 3. Juni 2009 von seinem Anwalt in einem Verfahren gegen Z. Eltern aus Mönchengladbach fordern von dem 67-Jährigen Schmerzensgeld. Zu diesem vermeintlichen Titel-Schwindel ist dieser Sachverständige auch schon befragt worden. Die Antwort: keine!

Gesellschaft für Gerichtspsychologische Diagnostik in Duisburg: Dort hat dieser angebliche Multi-Doktor seine Praxis. Nach eigenen Angaben hat sich der an allen Gerichten des Landes Nordrhein-Westfalen zugelassene Sachverständige in über 30 Berufsjahren um über 20 000 Kinder gekümmert. Doch: Manche Eltern sind darüber gar nicht froh. Und: Gutachter aus Mönchengladbach und aus Oerlinghausen sind entsetzt über die gutachterliche Arbeit des Hans-Dieter Z. Sie haben ihm jüngst bescheinigt: „Wissenschaftlich ist die nicht.“

„Grenzüberschreitung“ nennt der Psychiater aus Essen das, was diesem Sachverständigen von einer Frau vorgeworfen wird. Nicht das erste Mal. Ein Mann schildert Ähnliches, er hält dem heute 67-Jährigen vor, seine Position ausgenutzt zu haben, um seine Partnerin gefügig zu machen.

12. September 2009
Verfolgt von Neonazis?

„Nun müssen wir aber auf seine Mitarbeit verzichten“, ist sicherlich eine Nachricht, die der Duisburger Gutachter Hans-Dieter Z. nicht so gern hört. Lange Zeit machte der 67-Jährige Eindruck mit tatsächlichen und angeblichen Lehraufträgen im In- und Ausland, mit Doktor-Titeln, an denen gezweifelt werden darf, und mit Gutachten, die so umfangreich waren, dass sie wohl von keiner Familienrichterin und von keinem Familienrichter von Seite 1 bis Seite 130 plus x gelesen worden sind.

Es war ein Ruf wie ein Donnerhall, der auch von einer privaten Hochschule, die vor zwei Jahren in Belgien gegründet worden ist, nicht überhört werden konnte. Sie machte den Duisburger zum Senatsmitglied.

An der Spitze dieser Euregio-Hochschule steht Professor Dr. Volker Brauns, der jetzt bekennt, dass er „durch diesen Wust an Informationen“ nicht mehr durchsteige. Da war es für diesen Gutachter wohl erst einmal ein Leichtes zu behaupten, es gebe in Deutschland zwar einen Strafantrag gegen ihn, der stamme aber nur von einer einzigen Familie aus Mönchengladbach. Stimmt nicht, weiß jetzt auch dieser Hochschul-Chef, denn inzwischen ist ihm ein 72-seitiger Strafantrag zugespielt worden, aus dem hervorgeht, dass mehrere Mütter und Väter schwere Vorwürfe gegen Z. erheben.

Abgewimmt hat dieser Gutachter Kritik auch schon vor Gericht. So am 9. April 2008 vor dem Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt. Damals behauptete Z. über seinen Anwalt, er sei während eines Symposiums an der Hochschule Niederrhein am 17. Oktober 2007 von einem Vater „bedrängt, bedroht und angegriffen“ worden. „Das ist nicht wahr“, sagt der dermaßen Beschuldigte bis heute.

Das Duisburger Amtsgericht ist von Z. Anfang des Jahres in einer Briefflut ertränkt werden. Auf den Wellen spülte er einen Kritiker nach dem anderen ins Meer der Verschwörer, das Ufer erstreckte sich von einem angeblich Kriminellen über einen angeblich ehemaligen Redakteur bis hin zu jemandem, der mit diesem Journalisten Kontakt aufgenommen hatte. Jetzt ist aus diesem Meer eine braune Soße geworden, denn dieser Gutachter soll gegenüber der Euregio-Hochschule behauptet haben, er werde von Neonazis verfolgt. Schreibt Volker Brauns. Das habe ihn „besonders befremdet“, fügt der Euregio-Hochschulchef hinzu…Und beendet die Zusammenarbeit.

25. August 2009
Facharzt wehrt sich mit Erfolg

Er sei „konflikthaft“, „verleugnend“ und leide an „narzisstischer Überidentifikation“ mit seinem Sohn. Gegen diese Diagnose hat sich ein Facharzt aus Oberösterreich erfolgreich zur Wehr gesetzt. Sie war der Grund dafür, dass ihm bei Gericht zunächst das Sorgerecht für seinen heute sechsjährigen Sohn entzogen wurde. Nun wird das Verfahren neu aufgerollt.

Die Presse, 23. August 2009

Achtung bei doppelten Doktor-Titeln!

Eine gewisse Vorsicht scheint also doch geboten zu sein, zumindest solange man noch nichts Näheres weiß. Wenn sich einer mit prächtigen Namen schmückt und einem doppelten Dr.-Titel - Achtung! Da gab es doch schon mal den schrillen "Dr. Dr. Clemens Bartholdy" aus Norddeutschland, der in Wirklichkeit ein einfacher Herr P. war und jahrelang Behörden, Mediziner und die Justiz narrte.

Spiegel, 19. Juni 2009

10. Mai 2009
Gutachterin erhebt schwere Vorwürfe

Schwerste Vorwürfe erhebt eine Gerichtsgutachterin gegen das Jugendamt des Kreises Paderborn. Die Sachverständige schreibt, durch das Fehlverhalten der Behörde seien zwei Geschwister »traumatisiert« und in den »Zustand seelischer Kindeswohlgefährdung« gebracht worden. Das Amt weist die Vorwürfe zurück.

Westfalenblatt, 8. Mai 2009

27. April 2009
Gutachter Zoch aus Duisburg: Von Löwen und Krokodilen

Hier lesen

18. April 2009
Dubioses Schreiben

Die Umstände für das Schreiben, das einen vier Jahre andauernden Kindesentzug ausgelöst hat, wirken in der Tat dubios. In einer eidesstattlichen Versicherung hat ein ehemaliger Richter am Oberlandesgericht Bamberg geschildert, wie es zum Antrag auf Kindesentzug gekommen ist.

Süddeutsche Zeitung, 18. April 2009

7. April 2009
Dreifach-Dr. aus Duisburg vs hc-Experte aus Lüneburg

Das Jugendamt von Mönchengladbach spürt den Kindesunwohl-Atem des Jugendamtes von Lüneburg in seinem Nacken. Bei einer Umfrage auf www.kindesunwohl.de sind die Heidjer einige Wochen nach den Niederrheinischen ins Abstimmungsrennen geschickt worden. Da es aber um einen Pokal geht, mit dem jene Behörde ausgezeichnet werden soll, die sich am fleißigsten um das Kindesunwohl bemüht, strengt man sich selbstverständlich in diesem ansonsten schönen Ort an. Behördlicherseits hält man es nämlich dort zu Stadt nicht mit beispielsweise den im Heideboden wachsenden leckeren Kartoffeln, sondern mit einem hc-Experten, der Vätern gelegentlich vorzuwerfen pflegt, selbige hätten sich widersprochen. Dazu genügt hin und wieder ein einziger Satz in einem also sehr kurzen Gespräch.

Jedoch, die Mönchengladbacher Jugendamtsstubenhocker (33 Stimmen) sind wie die Lüneburger (29 Stimmen) auch nicht ohne - Gutachter. Wenn der los schreibt, endet der nicht vor 130 Seiten. Die füllt der Dreifach-Doktor Z. mit dem Stoff, aus dem jeder halbwegs begabte Schriftsteller mehrere Bestseller machen könnte.

Beispiel: „Behzad muss die Schule wechseln, weil der Antragsteller mit seinem Bruder an der vorherigen Schule in Hofheim am 28. 6. 2007 gegen 8.15 Uhr erschienen ist. Der Bruder der Antragsgegnerin konnte verhindern, dass sich der Vater der Kinder bemächtigt.“ Zugegeben, das klingt ein wenig schräg, aber immerhin scheint sich dieser Gutachter im übernächsten Satz selbst zu analysieren. Er lautet: „Wegen der Lese- und Rechtschreibschwäche…“ Pustekuchen, es folgt jetzt nicht der Name des Gutachters, sondern eines noch ziemlich unschuldigen Kindes. Das im nächsten Absatz in einem Hort landet. Nicht etwa, weil wieder einmal gegen 8.15 Uhr jemand aufgetaucht ist, sondern: genau, wegen Lese- und Rechtschreibschwäche.

Sie haben sich gerade köstlich amüsiert und hätten gern ein weiteres Beispiel? Können Sie haben! Erneut zufällig ausgewählt. Also Gutachten wieder schließen und an anderer Stelle öffnen. Dort erfahren wir: „Die Vorwürfe gegen die Mutter, sie habe eine akute Psychose, wird von den Mitarbeitern des Frauen Hauses nicht bestätigt. Frau R. gehe fürsorglich mit ihren Kindern um, trotz der Mehrfachbelastung nach der erst kürzlich erfolgten Geburt des dritten Kindes, einem Jungen. Daher besteht zurzeit keine akute Gefahr der Kinder durch die Mutter. Solange sich Frau R. im Frauenhaus aufhält, steht sie auch unter Betreuung.“

Falls das jemand verstanden haben sollte: Hut ab! Dann verstehen Sie bestimmt auch das Ergebnis der Umfrage, die nun auf www.kindesunwohl.de mit diesem Zwischenergebnis neu gestartet wird: Hinter Mönchengladbach und Lüneburg belegen die weiteren Plätze Stuttgart (5 Stimmen), Viersen (3 Stimmen), Cottbus (2 Stimmen) und Herford (1 Stimme). 49 Umfrageteilnehmerinnen und -teilnehmer halten ein anderes Jugendamt für des Preises würdig.

Vorübergehend voneinander Abschied nehmen wir mit einem dritten Zufallsblick in jenes Dr. Dr. Dr. Z.-Gutachten. Dort erblicken wir: „Die Beziehung zu seiner Mutter und zu seinen Geschwistern nehme ich als für Behzad sehr stabilisierend und wohltuend war. Im Zusammenhang mit ihnen habe ich ihn einige Male - wie sonst in keiner anderen Situation - ganz beseelt erlebte.“ Um Himmels willen: Die Rechtschreibfehler sind nicht von mir…und die Fragen, die auftauchen, wenn man den übernächsten Absatz liest, kann sich jeder selbst beantworten.

Wehe, wenn nicht: Dann ruf ich diesen Gutachter an! Und schon ist Schluss mit beseelt! In diesem Absatz auch schon: "Das Kind zeigte deutliche Beeinträchtigungen in der adäquaten Darstellung und mutmaßlich auch in einer adäquaten Empfindung seiner emotionalen Grundsituation. Erfahrungsgemäß sind dies Folgen von Traumatisierung, die nicht verarbeitet worden sind."

26. Februar 2009
Leer: Nach 30 Minuten weiß Gutachterin Bescheid?

So behauptete ein Familienrichter, dass er davon überzeugt sei, dass die Gutachterin F. aus Laer tatsächlich in der Lage sei, über die Beobachtung einer halbstündigen Mutter-Kind-Interaktion herausfinden zu können, ob die Mutter in der Lage sei, kindangemessen mit ihrem Baby umgehen zu können.......

Hier im Netz gefunden

31. Januar 2009
Gutachterin völlig ungeeignet

Wie lange geht das noch gut? Gutachterin Dr. Marianne Röhl (64) attestierte Schwester-Mörder Ahmad Obeidi (24) verminderte Schuldfähigkeit und eine schwere Persönlichkeitsstörung. Gestern im Kreuzverhör durch Staatsanwalt Boris Bochnik wirkte die Psychiaterin alles andere als überzeugend. Jetzt droht der Prozess zu platzen!

Bild-Zeitung, 31. Januar 2009

13. Oktober 2008
Keine wissenschaftlich anerkannten Verfahren

Wir stellen also fest: Nach eigenen Angaben arbeitet die “GWG - Gesellschaft für wissenschaftliche Gerichts- und Rechtspsychologie” nicht mit wissenschaftlich anerkannten Verfahren, sondern setzt in ihren Gutachten Notlösungen ein. Wie sicher sich diese sogenannten “Gutachter” in Deutschland fühlen dürfen, zeigt sich darin, daß dies völlig unverblümt dem Gericht schriftlich mitgeteilt wird.

Eltern für Kinder und Gerechtigkeit

10. September 2008
Psychiater nimmt sich einen Anwalt

Die Affäre um den Wiener Kinder- und Jugendpsychiater Max Friedrich spitzt sich juristisch zu. Am Mittwoch schaltete der Experte, dem Fehlgutachten in Missbrauchsfällen vorgeworfen werden und gegen den deshalb staatsanwaltschaftlich ermittelt wird, seinen Anwalt ein.

Der Standard, 10. September 2008

7. September 2008
Gutachter bringt Unschuldigen ins Gefängnis

Basis für die Verurteilung war ein Gutachten von Star-Psychiater Max Friedrich.

Zwei Jahre später. "Ich erinnere mich noch genau: Es war am 29. Dezember 2005 um 14 Uhr, als zwei Exekutivbeamte an der Tür klingelten und mir erklärten, ich sei festgenommen. Ich wurde als Kinderschänder hingestellt. Im Knast erlebte ich im wahrsten Sinne des Wortes die Hölle. Da bist du das Allerletzte. Neben verbalen Anschuldigungen wie ,Babyficker’ war ich auch Gewaltattacken ausgesetzt." Als dann ein Gutachten, das K. privat in Auftrag gegeben hatte, bei Gericht abgelehnt wurde, unternahm er im Juni 2006 einen Suizidversuch.

Kurier, 6. September 2008

4. Juli 2008
Kinder, gebt fein Acht, dieser Dr. hat viel Zeit mitgebracht

Vorsicht, Satire! Solche Gutachter gibt es in Deutschland natürlich nicht und sind deswegen stets frei erfunden.

Man nehme: einen Taschenrechner und begutachte so die Angaben eines Sachverständigen aus dem Ruhrgebiet. 31 Berufsjahre hat er auf dem Buckel, sagt er, über die Zukunft von 23 000 Kindern entschied er, also tippen wir ein 31 (Jahre) mal 365 (Tage), das Ergebnis lautet 11 319, das wir mit 24 (Stunden) multiplizieren, heraus kommt 271 560.

Hätte dieser Sachverständige also ohne Unterlass gearbeitet, nie nebenbei eine Vorlesung oder einen Vortrag gehalten, hätte er zudem nie gegessen und nie geschlafen, hätte er für jedes Kind nicht einmal 12 Stunden Zeit gehabt. In dieser Zeit hätte er auch noch Gutachten verfassen müssen - und die sind bei ihm lang, die mir vorliegenden nicht unter 130 Seiten.

Mal zwei, mal drei Titel

Doch dieser Sachverständige gibt über sich noch mehr preis. Zwei Doktortitel hat er auf den Schreiben, die er in den Jahren 2006 und 2007 verschickt, ich bekomme von ihm am 13. Januar 2008 ein Fax. Jetzt hat er drei Doktortitel, verklagt anschließend Eltern aus dem Rheinland und hat im April 2008 wieder nur zwei.

In seiner Vita erwähnt dieser Gutachter auch die medizinische Fakultät einer Staatsuniversität. Die liegt zwar in Russland, ist aber nicht aus der Internet-Welt. Von dort kommt jetzt die Nachricht, dass dieser Gutachter aus dem Ruhrgebiet am 23. Januar 2003 eine Arbeit zum Thema „Strukturanalyse des Intellekts und der Persönlichkeit bei Kindern mit Chromosomanomalie, die Fähigkeit der visuellen Wahrnehmung und die damit verbundenen spezifischen Handicaps“ vorgelegt habe. Übersetzt worden sei sie in die russische und in die englische Sprache, drei Rezensenten hätten darüber befunden. Die seien jedoch nicht zufrieden gewesen, hätten „ernste Bemerkungen“ gemacht und die Dissertation mit der Bitte um Überarbeitung zurückgegeben. Dieser Bitte sei der Sachverständige nicht nachgekommen.

Keinen Titel bekommen

Außerdem teilt diese Staatsuniversität mit: „Wir hatten weder im Jahre 2003 noch heute einen wissenschaftlichen Rat für die Anerkennung von Dissertationen zu den Fachgebieten Kinderheilkunde oder Medizinische Psychologie. Deswegen wurde Herrn ...kein wissenschaftlicher Titel Cand. Med. auf der Medizinischen Fakultät der staatlichen Universität Uljanowsk erteilt. Er hat auch keinen anderen wissenschaftlichen Titel bekommen.“

Nun könnte man mit diesem Sachverständigen diese Rorschach-Tests machen, die er offenbar so mag. Man zeigt ihm also einen Klecks, der aussieht wie ein Schmetterling, und wenn er nicht sagt, „das ist ein Schmetterling“, dann erkundigt man sich nach seinen weiteren Doktor-Titeln. Doch diese Tests sind so was von out…

Wie oft werdet Ihr geschlagen?

Ob er wieder kommen dürfe, fragt der Gutachter. Haases haben nichts dagegen. Beim dritten Besuch lassen sie den Gutachter auf seinen Wunsch hin sogar mit zwei der Kinder allein. Er wolle mit ihnen spielen, sagte er. Dass es "komische Spiele" gewesen seien, erzählen die Kinder später. Der Gutachter habe sie gefragt, wie oft sie von der Mutter geschlagen würden.

Die ganze Geschichte

"Wir leben in einer Zeit, wo die Meinung vorherrscht, ein Sachverständiger könne alles besser und sei eine Wunderwaffe für alle Gelegenheiten. Dieser Irrglaube feiert insbesondere im Betreuungsrecht Urstände..."

Ernst Elmar Bergmann, Richter am Amtsgericht Mönchengladbach-Rheydt

Der Richter sagte, wenn am Ende des Prozesses auf Basis des fehlerhaften Gutachtens ein Urteil verkündet worden wäre, wäre dieses mit Sicherheit vom BGH im Falle einer Revision aufgehoben worden. Unter anderem hatte der Gutachter die Angeklagte offenbar falsch belehrt. So hatte er ihr zu Beginn seiner Untersuchung erklärt, wenn sie etwas sage, müsse dies die Wahrheit sein. Dies verstoße gegen die Vorschriften, sagte der Richter.

Aachener Nachrichten über einen Prozess in Mönchengladbach, 2. September 2008