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Dienstag, 8. November 2022

Jugendämter 2022

Ein Krimi
mit wahren
Begebenheiten.
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Kindesentzug nach überholter PAS-Theorie

Hinter dem Vorwurf, dass die Mutter ihr Kind manipulieren würde, steckt eine veraltete Theorie eines amerikanischen Psychiaters: Sie heißt "Parental Alienation Syndrome" (PAS). Es ist die These einer zu engen, geradezu symbiotischen Bindung zwischen zumeist Mutter und Kind, ohne Platz für den Vater. Dieser werde völlig unbegründet abgelehnt und aus dem Leben des Kindes gedrängt. Eine Folge davon könne sein, dass das Kind keine eigene Identität entwickle.

NDR, 11. Januar 2022

Kein Geld für Ausreise gezahlt

Dieser Vormund habe grundsätzlich ausschließlich im Interesse seines Mündels zu agieren, betont die Rathaussprecherin. Dabei habe der Vormund selbstverständlich aber auch geltendes Recht zu beachten. Es sei zudem nicht Aufgabe der Jugendämter, finanzielle Mittel für eine freiwillige Ausreise zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der Berichterstattung könne allerdings durchaus der Eindruck entstanden sein, dass dies in diesem Fall geschehen ist. „Dem ist aber nicht so“, versichert die Sprecherin.

Die Rheinpfalz, 4. Februar 2022

Jugendamtsmitarbeiterin angezeigt

Oerlinghausen. Als das Verwaltungsgericht Minden Ende November vergangenen Jahres die Inobhutnahme des Kindes von Elke D. (Name geändert) für rechtswidrig erklärte (NW berichtete mehrfach), war die Mutter zwar erleichtert, konnte sich aber nicht wirklich freuen. Sie befürchtete damals, dass die Sache noch nicht ausgestanden sei und sie weiter um ihr Kind kämpfen muss. Sie sollte recht behalten. Mittlerweile hat das Landeskriminalamt (LKA) Ermittlungen gegen den Vater des Kindes aufgenommen. Er steht im Verdacht, sein eigenes Kind sexuell missbraucht zu haben.

Neue Westfälische, 13. März 2022

Gesetz soll Kinder besser schützen

Die größten Missbrauchsskandale der deutschen Geschichte haben sich in Nordrhein-Westfalen ereignet. 2018 und 2019 wurden sie aufgedeckt. Daraufhin erklärte die Landesregierung den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit. Gleich zweifach reagierte sie auf die Verbrechen, die sich in Lügde, Münster und Bergisch Gladbach zutrugen. Zum einen mit viel Geld und Personal für Online-Ermittlungen der Polizei. Zum anderen mit einem Kinderschutzgesetz, das sie nun, kurz vor Schluss der Legislaturperiode, vorlegt. Das soll vor allem Jugendämter befähigen, bei Missbrauch künftig früher einzugreifen.

Die Welt, 22. März 2022

Kindeswohlgefährdung mit System

Eine neue Studie offenbart, dass Familiengerichte und Jugendämter systematisch zugunsten der Väter urteilen – gegen das Wohl der Kinder.

SHZ, 5. April 2022

Jugendamt holt Baby aus Krankenhaus

Eigentlich fühlte sich Nadine E. mit ihrem Neugeborenen sicher im Krankenhaus. Doch als die junge Mutter aus Neubrandenburg ihren Sohn wenige Stunden nach der Geburt zum Flasche-Geben an eine Mitarbeiterin der Klinik übergab, sah sie ihr Kind zum vorerst letzten Mal. Das Jugendamt nahm das Baby gleich vor Ort in Obhut. Derzeit sehen Nadine E. und ihr Verlobter Jörg S. das wenige Wochen alte Kind nach eigenen Angaben nur auf Fotos.

Nordkurier, 10. Mai 2022

Zwei Kinder ermordet-Wo war das Jugendamt?

"Wo waren die Nachbarn, war das Jugendamt, warst du, war ich?" Ein handgeschriebener Zettel flattert vor dem Mehrfamilienhaus in der Hanauer Römerstraße. Blumen, Kerzen und Plüschtiere für den elfjährigen Jannatveer und seine siebenjährige Schwester Mukhmanii, die hier vor knapp einer Woche gestorben sind: mutmaßlich getötet vom eigenen Vater, der bislang zu den Vorwürfen schweigt. Monatelang war die Familie vom Jugendamt und einem freien sozialen Träger betreut worden.

Deshalb prüft die Staatsanwaltschaft neben den Vorwürfen gegen den Vater auch die Rolle der Behörden in dem tragischen Fall. Schlug der freie soziale Träger zu spät Alarm? Schätzte das Jugendamt die Lage falsch ein?

Hessenschau, 18. Mai 2022

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein

Der Fall erregte auch über die Region hinaus im vergangenen Jahr Aufsehen: Ein Mann aus dem Steinlachtal hatte zwei Mädchen sexuelle Gewalt angetan, die ihm das Jugendamt als Pflegetöchter anvertraut hatte. Schon im Prozess wurde Kritik an der Arbeit der Behörde laut. Denn nachdem eine Pflegetochter dem Jugendamt von den Übergriffen berichtet hatte, konfrontierten Mitarbeiterinnen den Mann mit den Vorwürfen – noch vor einer Anzeige bei der Polizei.

Später stellte die Kriminalpolizei fest, dass kinderpornografische Bilder und Videos von elektronischen Geräten des Mannes gelöscht worden waren. Außerdem hielt die als Zeugin vernommene Psychologin Heidrun Overberg dem Amt im Prozess vor, bereits vor den Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs auf schwerwiegende Probleme in der Pflegefamilie hingewiesen zu haben. Daraufhin habe die Behörde zu wenig unternommen.

Schwäbisches Tagblatt, 20. Mai 2022

Kind im Krankenhaus weggenommen

Nach einem Unfall wird den Eltern Manuela und Nils H. aus Königswinter ihre drei Monate alte Tochter Lina weggenommen – am 31. März 2022, noch im Krankenhaus. Im Reflex hatte zuvor der Vater nach eigener Aussage das Kind gesichert, als es drohte, auf den Boden zu fallen. Dabei brach sich das Kind den Arm. Im Krankenhaus wurden angeblich weitere, ältere Rippenbrüche festgestellt sowie kleine blaue Flecken am Bauch. Die blauen Flecken seien dem Kinderarzt bei der U4 gezeigt worden, die ein paar Tage vor dem Unfall stattfand, betonen die Eltern.

Honnef heute, 5. Juli 2022

Strafanzeige wegen Lügen und Schlampereien

Das Jugendamt soll Familien helfen. In vielen Fällen tut das das Amt in der Börde. Aber wohl nicht in allen. Es hängen Vorwürfe wie Falschaussagen und das Hinauszögern von Akteneinsicht im Raum – gegipfelt in einer Strafanzeige und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Volksstimme, 8. September 2022

Achtjährige darf Haus nicht verlassen

Ein acht Jahre altes Mädchen soll nahezu sein gesamtes Leben lang in einem Haus im Sauerland festgehalten worden sein. Die Staatsanwaltschaft in Siegen ermittelt gegen die Mutter des Kindes und die Großeltern. Knapp sieben Jahre lang soll das Kind komplett von der Außenwelt abgeschirmt worden sein: Es hat nie einen Kindergarten und keine Schule besucht. Auch mit anderen Kindern soll es in dieser Zeit niemals gespielt haben.

tagesschau, 8. November 2022

Dienstag, 2. November 2021

Jugendämter 2021

Jugendamt Sankt Augustin reagiert nicht auf Hinweise

Das junge Mädchen war 2010 nach Sankt Augustin gekommen, zu einem Bekannten der Mutter. Mit ihr hatte es zuvor immer wieder Streit gegeben. Nach einem guten Start soll sich der Mann ihr immer mehr genähert haben, dann sei es zu Übergriffen gekommen. Neun Jahre lang soll sich sich der Mann immer wieder an ihr vergangen haben. Das Jugendamt in Sankt Augustin erhält mehrere Hinweise. Schon 2009 war ein Verfahren wegen Missbrauchs gegen den Mann eingestellt worden. Eine Warnung des Jugendamtes in Emden, dort wohnt die Mutter, führte auch nicht dazu, dass das Mädchen von dem Pflegevater getrennt wurde. Der Grund: Der Mann ist nur Pflegeperson, hat das Sorgerecht also nicht. Eine solche Pflegeerlaubnis sei rechtlich nur schwer zu untersagen gewesen, so die Stadt auf RBRS-Nachfrage. Nach Angaben der Stadt soll das Jugendamt jetzt aber alle Fälle überprüfen. Die Stadt hat sich auch an das Land gewandt um die Voraussetzung für solche Pflegeerlaubnisse zu verschärfen. Der mutmaßliche Täter ist inzwischen verstorben, kurz vor einem Gerichtsprozess.

Radio Bonn, 8. Januar 2021

Gerichte kritisieren Jugendamt

Mutter und Kind wurden am 26. Dezember des vergangenen Jahres noch im Krankenhaus voneinander getrennt. Zum Schutz des Kindes, argumentiert die Behörde. Nach Angaben des Verwaltungsgerichts in Neustadt sei die Frau vor die Wahl gestellt worden: Entweder, sie geht freiwillig mit dem Kind in eine Mutter-Kind-Einrichtung - oder sie muss das Neugeborene abgeben. Da die Frau nicht in eine Einrichtung gehen wollte, wurde das Kind noch im Krankenhaus von den Jugendamtsmitarbeitern mitgenommen. Einen richterlichen Beschluss hat es dafür nicht gegeben. Seit dem 8. Januar sind Mutter und Kind wieder vereint. 

SWR, 18. Januar 2021

Prozess: Eltern stürmen Jugendamt

Wie sollen liebende Eltern bestraft werden, die im Kampf um ihre Kinder ausgerastet sind?

Frage an das Landgericht Detmold. Dort mussten sich Itoro S. (35) und Blessing D. B. (32) u. a. wegen versuchter Brandstiftung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung verantworten.

Am 20. August stürmten die Eheleute ins Jugendamt Lemgo, zertrümmerten Büros, schlugen auf Mitarbeiter ein, drohten mit Mord und verschütteten Benzin. Noch am Tatort wurden sie festgenommen, sitzen seitdem in U-Haft. Ihre drei Kinder (4, 7, 8) leben schon länger im Heim.

Bild, 15. Februar 2021

Fall Lügde: Wiederkehrende Versäumnisse

Düsseldorf. Die Jugendämter Hameln und Lippe standen im Fall des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs von Lügde bislang besonders im Mittelpunkt der Auswertungen. Seit einigen Tagen gerät auch das Jugendamt im Kreis Höxter immer mehr ins Blickfeld. Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses im Düsseldorfer Landtag erkennen bedenkliche Parallelen, wiederkehrende Versäumnisse – und gefährliche Unterschiede...

Neue Westfälische, 20. Februar 2021

Jugendämter tauschen keine Infos aus

Im Sommer 2017 stirbt ein Pflegekind in der Obhut ihrer Pflegemutter. Die heute 52-Jährige gesteht, die 21 Monate alte Naelys getötet zu haben. Sie wird zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt. Dem WDR liegen jetzt Fall-Unterlagen vor, die eine wichtige Frage aufwerfen: Hätte eine bessere Kommunikation der beteiligten Jugendämter und Jugendschutz-Institutionen die Tat verhindern können?

Die Zeit als Pflegemutter beginnt für die Solingerin 2014. Nach nur kurzer Zeit bekommt sie ein Pflegekind vom Jugendamt Wuppertal wieder abgenommen. Aus den Fall-Unterlagen geht hervor, dass die Erfahrung mit der Frau Horror gewesen sei. Sie sei unberechenbar, so das Amt. Die später mit der Solingerin befassten Jugendämter wissen davon offenbar nichts.

WDR, 24. Februar 2021

Pädophilen-Netzwerk: Berliner Senat bleibt untätig

Über Jahrzehnte haben die Berliner Jugendämter Kinder an Pädophile vermittelt. Aus einem Gutachten geht hervor, dass es in Berlin ein institutionell gut vernetztes Pädophilen-Netzwerk geben muss, das bis heute nicht offengelegt wurde. Der Berliner Senat bleibt untätig.

Wirtschaftsnachrichten, 5. März 2021


Fast verhungerte Alina: Zwei Jugendamtsmitarbeiter entlassen

Die beiden Jugendamtmitarbeiter, die noch zwei Tage zuvor beim Hausbesuch Alina gesehen und nichts veranlasst haben sollen, wurden inzwischen entlassen. Gegen die beiden ist ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet worden.

Die Bergheimer Stadtverwaltung bestätigte jetzt auf Anfrage, dass im Zuge der Untersuchungen im Fall der fünfjährigen Alina, zwei Mitarbeiter des städtischen „Allgemeinen sozialen Dienstes“ aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden seien, wie dies in der Gerichtsverhandlung bekannt geworden war. In einem Fall habe es einen Aufhebungsvertrag, im anderen eine Kündigung gegeben. Es habe sich um langjährige Mitarbeitende gehandelt, keineswegs um neue Kollegen etwa in der Probezeit. Im September war von „notwendigen arbeitsrechtlichen Schritten“ die Rede gewesen.


Kölner Stadtanzeiger, 14. April 2021

Großeltern machen sich Sorgen

Oerlinghausen. Großeltern zu sein, ist etwas Wunderbares. Man darf die Enkel verwöhnen, kann tolle Sachen mit ihnen machen und hat doch nicht das ganz große Paket der elterlichen Verantwortung zu tragen. Rudolf und Margret (Namen geändert) sind Großeltern – und sie würden für ihr Enkelkind gerne mehr Verantwortung übernehmen, denn sie haben die große Sorge, dass es ihrem Enkelkind bei den Eltern nicht gut geht. Das Enkelkind, das mit seinen Eltern in einem Ort in der Nähe wohnt, haben die Großeltern zuletzt Weihnachten 2019 gesehen...

Neue Westfälische, 20. April 2021

Lügde: Haben noch mehr Jugendämter versagt?

Bei der Aufklärung des Behördenversagens im Missbrauchsfall Lügde geraten immer mehr Jugendämter in den Blick des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Ausschuss jetzt die Jugendamtsakten von 23 Städten angefordert, in denen Opfer der Missbrauchstäter vom Campingplatz in Lügde leben. Darunter sind die Städte Wuppertal, Gütersloh, Detmold, Paderborn und Aachen.

Der Spiegel, 29. April 2021

Nordrhein-Westfalen: Opferbeauftragte kritisiert Jugendämter

Auchter-Mainz berichtete, sie erlebe "immer wieder", dass Hinweisgeber - zum Beispiel Lehrerinnen, Heimpersonal oder Kinderärzte - angeben, dass sie "gar keine Rückmeldung, kein Kontakt, keine Resonanz" bekommen, nachdem sie einen Verdachtsfall gemeldet hätten. Sie sprach von "wenig Zufriedenheit" mit den Jugendämtern. Sie bekomme Anrufe, wonach dort "ganz junge Leute", denen die nötige Ausbildung fehlt, eingesetzt würden.

Ein Kinderarzt habe ihr berichtet: "Das geht so nicht. Ich melde was, ich bin 30 Jahre in einem Problembezirk, ich sehe das Kind und weiß, wann ich was melde. Aber ich kriege gar keine Rückmeldung."

WDR, 20. September 2021

Tod eines Kleinkindes wirft Fragen auf

Bopfingen (dpa/lsw) - Im Fall eines mutmaßlich durch Misshandlung zu Tode gekommenen Kleinkinds in Bopfingen (Ostalbkreis) hat die Familie im Kontakt mit dem Jugendamt gestanden. Sie wurde vom Jugendamt Schwäbisch Hall betreut, wie das Landratsamt mitteilte. «Wir sind zutiefst erschüttert und betroffen und haben mit einer umfassenden Aufarbeitung der Geschehnisse begonnen.» Nähere Angaben wurden mit Verweis auf den Datenschutz nicht gemacht. Die Mutter und ihre Kinder waren nach einem SWR-Bericht vom Donnerstag in diesem Jahr nach Bopfingen umgezogen.

Die Zeit, 28. Oktober 2021

Sonntag, 20. Dezember 2020

Jugendämter (2020)

Jugendamt verheimlicht Straftaten in Eberswalde

Obwohl das Jugendamt die Klinik-Einweisung des Mädchens verfügt haben soll, informierte die Behörde weder Polizei noch Staatsanwaltschaft!

Oberstaatsanwalt Joachim Sörries (52) aus Frankfurt (Oder) zur B.Z.: „Ich habe von dem Fall am Samstag aus der Zeitung erfahren – und sofort die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Misshandlung Schutzbefohlener und schwer Körperverletzung veranlasst.“

Und weiter: „Wenn die Berichte stimmen, geht es hier um ganz gewichtige Straftaten. Wir werden uns die Krankenakte des Kindes mit einem richterlichen Beschluss beschaffen und alles Erforderliche tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

BZ, 12. Januar 2020


Wie mit Jugendämtern umgehen?

Grundsätzlich rät der Rechtsanwalt am Samstag (25.01.2020) im WDR zum Umgang mit dem Jugendamt: "Zeigen Sie Bereitschaft zu Zusammenarbeit. Auch wenn das in einer solchen Ausnahmesituation sicher schwerfällt." Wer als unkooperativ gelte, habe schlechtere Chancen, seine Erziehungsfähigkeit zu beweisen.

Wenn mit bestimmten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern keine Verständigung mehr möglich sei, könne es helfen, Vorgesetzte hinzuzuziehen. Hilfreich sei es auch, zu Gesprächen mit dem Jugendamt eine Vertrauensperson mitzunehmen.

In Zukunft soll sich die Situation für Eltern verbessern. Eine Gesetzesänderung ist vom Familienministerium geplant. Dann sollen Ombudsstellen in Streitfällen für Ausgleich sorgen.

WDR, 25. Januar 2020


Ziemlich naiver Anwalt
In einer Sendung, die der WDR am 25. Januar ausgestrahlt hat, rät der Kölner Rechtsanwalt Oliver Abel Eltern zu einem „kooperativen Umgang“ mit Jugendämtern, zu jedem Gespräch solle man eine Vertrauensperson mitnehmen, komme man mit dem Mitarbeiter nicht zurecht, sei es ratsam, sich an den Vorgesetzten zu wenden.
Hier weiterlesen 28. Januar 2020


Jugendamt bemerkt Schwangerschaft nicht

Der Prozess um die Tötung eines Babys gegen eine 26-jährige Frau aus Rostock ist am Donnerstag in den nächsten Verhandlungstag gegangen. Dabei wurde ein Mitarbeiter des zuständigen Jugendamts befragt. Der gab an, dass er die Schwangerschaft von Cindy P. nicht bemerkt hatte. Auch eine Kindeswohlgefährdung konnte das Amt nicht feststellen – obwohl die Frau laut eigener Aussage des Mitarbeiters überfordert war.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Die Staatsanwaltschaft legt der alleinerziehenden Mutter zur Last, ein Mädchen nach der Geburt getötet zu haben, weil sie die Kleine nahe eines Spielplatzes abgelegt hatte. Die Angeklagte soll neben einer Tischtennisplatte ihr gesundes Mädchen eigenständig entbunden haben. Anschließend legte sie das Baby auf ein Rasenstück ab. Es starb an einer Unterkühlung.


Nordkurier, 6. Februar 2020

Jugendamt fördert Kindesmissbrauch

Marcos Stimme am Telefon ist voller Verachtung, wenn er über seinen Pflegevater Fritz H. spricht: „Psychoterror und Gewalt, das war sein Ding“, sagt er. „Ein richtiges Dreckschwein.“ Fritz H. misshandelte, missbrauchte und vergewaltigte Marco und seinen Pflegebruder Sven in seiner Wohnung in Friedenau von frühester Kindheit an, bis die Jungen circa 14 Jahre alt waren – und all das unter der Zuständigkeit des Jugendamts Schöneberg.


Das sagen Marco und Sven, und das bestreitet die Senatsverwaltung für Bildung, Familie und Jugend nicht.

Berliner Kurier, 7. Februar 2020

Intensiver Austausch gefordert

Als Reaktion auf den Fall schwerer Kindesvernachlässigung in Eberswalde ruft Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) die Jugendämter dazu auf, sich untereinander intensiver auszutauschen. "Ich würde es begrüßen, wenn es einen Dialog über Standards, Handlungssicherheit und Richtlinien gibt. Das liegt in der Zuständigkeit der Jugendämter." Sie vermute, dass die Arbeitsweisen innerhalb des Landes bislang sehr unterschiedlich sind. An einem solchen Dialog-Prozess würde sich das Ministerium gegebenenfalls gerne beteiligen.

Märkische Zeitung, 14. Februar 2020

Mehr sexuelle Gewalt

Mehr als 8200 Berliner Kinder waren 2018 Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Dies wurde am Donnerstag durch eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner bekannt. Diese Zahl, der von Jugendämtern aufgedeckten Fälle, bedeutet einen Anstieg um mehr als 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Auffällig ist die Steigerung bei sexueller Gewalt um 50 Prozent von 200 auf 300 Taten. Überproportional häufig taucht Spandau auf (42 Fälle), am seltensten werden Fälle aus Reinickendorf (7) gemeldet.

Tagesspiegel, 28. Februar 2020

Häusliche Gewalt während der Corona-Bewährungsprobe

Eine zusätzliche Belastung seien Geld- oder Arbeitsplatzsorgen mancher Eltern. "Kinder bekommen das mit. Sie sind aber nicht geübt, über ihre Sorgen zu sprechen. Sie werden stattdessen vielleicht anstrengender", sagt Sgolik. In solchen Fällen drohe die Lage zu eskalieren, wenn überforderte Eltern zu Erziehungsmaßnahmen greifen, die nicht in Ordnung sind, sagt der Jugendamtsleiter.


Beispiele aus anderen Bundesländern wie etwa Berlin würden zeigen, dass die häusliche Gewalt in der aktuellen Situation zunehme. Schon jetzt sei das auch in Regensburg spürbar.

BR 24, 2. April 2020

Mehr Inobhutnahmen

Die Jugendämter in Deutschland verzeichnen im Zuge der Corona-Krise einen Anstieg sogenannter Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen. Das sei zwar bisher kein flächendeckendes Phänomen und konkrete Zahlen gebe es frühestens in einem Jahr, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr. "Aber wir haben schon die Wahrnehmung, dass es einen Anstieg von Inobhutnahmen im städtischen Umfeld gibt."

Augsburger Allgemeine, 7. April 2020


Kein Anfangsverdacht gegen Jugendamtsmitarbeiter

Vor dem mutmaßlich gewaltsamen Tod eines Fünfjährigen in Mönchengladbach hatte die Kita das Jugendamt eingeschaltet. Das Jugendamt habe Kontakt zur Familie wegen „kleinerer Hämatome“ am Arm des Kindes aufgenommen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Ob die Familie Hilfsangebote abgelehnt habe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Um die Rolle des Jugendamtes gehe es bei den Ermittlungen aber nicht.
„Derzeit sehe ich keinen Anfangsverdacht einer Straftat durch einen Mitarbeiter des Jugendamtes“, sagte Staatsanwalt Stefan Lingens.

Kölner Stadtanzeiger, 6. Mai 2020

Kind tot-Jugendamt sah keine Gefahr

Vor dem gewaltsamen Tod eines kleinen Jungen in Mönchengladbach in diesem Frühjahr hat die Kita das Jugendamt alarmiert. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD hervor. Die Leitung des Kindergartens schlug demnach Alarm, nachdem bei dem fünfjährigen Kind Hämatome am Oberarm festgestellt wurden: Eine Kindeswohlgefährdung sei aufgrund einer augenscheinlichen Überforderung der Mutter hoch. Beim Hausbesuch habe die Frau die Hämatome für das Jugendamt nach Angaben der Behörde nachvollziehbar erklärt: Eine akute Kindeswohlgefährdung habe nach Einschätzung des Jugendamtes nicht bestanden.

Westdeutsche Zeitung, 10. Juni 2020

Missbrauchter Junge von Familiengericht Münster nicht angehört

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall in Münster hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Umgang der Behörden mit dem 27-jährigen Hauptbeschuldigten kritisiert. "Wenn man sich das Ergebnis anschaut, da kann man doch nicht sagen: Da ist alles richtig gelaufen", sagte Reul dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Der 27-Jährige hatte zwei Vorstrafen wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie, dennoch konnte er offenbar über Jahre mit seiner Partnerin und deren mittlerweile zehn Jahre altem Sohn zusammenleben. Das Kind wurde mutmaßlich von dem Mann missbraucht und auch anderen Männern zum Missbrauch überlassen.

Im Oktober 2015 hatte sich das Familiengericht Münster laut "Spiegel" in einem Kindesschutzverfahren mit der Situation des Jungen befasst. "Es bestand Einvernehmen, dass das Verfahren ohne Eingriffe in das Sorgerecht beendet werden kann", sagte ein Gerichtssprecher dem Nachrichtenmagazin. Dabei sei der Junge selbst aber nicht angehört worden.

Evangelisch, 12. Juni 2020

Jugendamt Hameln schwer belastet

Im Fall des hundertfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde nahe der niedersächsischen Landesgrenze sieht der Landrat des nordrhein-westfälischen Landkreises Lippe, Axel Lehmann (SPD), das Hauptversagen beim Jugendamt Hameln-Pyrmont. Der Nachbarkreis sei "ganz klar" zuständig gewesen für den Haupttäter, sagte Lehmann am Montag vor dem Sonderausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag.

NDR, 23. Juni 2020

Jugendämter erstatten Stornierungsgebühren für Ferienlager

Der Ausfall der Ferienlager durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie trifft viele Pfarrgemeinden, Verbände und Vereine hart. Damit die Situation nicht auch noch zum großen finanziellen Problem wird, raten die Verantwortlichen der katholischen Jugendarbeit im Bistum Münster, sich an die zuständigen Jugendämter zu wenden. Dort gibt es vielerorts die Möglichkeit, zumindest anfallende Stornierungsgebühren erstattet zu bekommen.

Denn die haben es manchmal in sich, sagt Michael Seppendorf, der die Abteilung Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene im Bischöflichen Generalvikariat in Münster leitet. „Die Forderungen von Vermietern oder Busunternehmern bewegen sich zwischen wenigen hundert Euro bis zu höheren fünfstelligen Summen.“ Mit den Organisatoren von etwa 270 Freizeiten, die im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums abgesagt worden sind, hat seine Abteilung mittlerweile Kontakt aufgenommen. Er schätzt den Anteil der Angebote, die Ausfallgebühren bezahlen müssen, auf etwa 50 Prozent.

Kirche und Leben, 26. Juni 2020


Kritik nach Tod eines Kleinkindes
Nach dem Tod eines Kleinkindes in Querfurt kritisieren Anwohner die Arbeit des Jugendamts. Ein Papier des Landtags dokumentiert die Arbeit der Jugendämter in den einzelnen Landkreisen. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Zahlen ausgewertet.


MDR, 22. Juli 2020

Schlechter Ruf
Seit Monaten spitzen sich die Krisen der Vierzehnjährigen zu. Das intelligente Mädchen gerät bei nichtigen Anlässen außer sich, verletzt sich selbst. Nach mehreren Aufenthalten in Kliniken steht fest, dass sie an einer ernsten psychischen Störung leidet. Sie selbst, ihre alleinerziehende Mutter und der zwei Jahre jüngere Bruder sind sich einig: Sie brauchen professionelle Unterstützung. Die Mutter beantragt am 29. Januar 2018 Hilfe zur Erziehung beim Jugendamt der Stadt Gießen. Die Antwort empfindet sie als Schlag ins Gesicht. Ähnlich wird es weitergehen:: Immer wieder fühlt sich die Gießenerin abgewiesen, »im Regen stehengelassen«, stigmatisiert.
Aus guten Gründen habe die Behörde bei Fachleuten einen schlechten Ruf, sagt die 58-Jährige im Gespräch mit der GAZ. »Es ist ein Skandal. Und wir sind kein Einzelfall. Unsere Erfahrungen sind nicht individuellem Pech geschuldet, sie sind symptomatisch.« Sie wisse von etlichen ähnlichen Fällen.
Gießener Allgemeine, 28. Juli 2020

Münster-Kinderhaus: Auch Mutter in U-Haft

Neben Adrian V. und mittlerweile zehn weiteren Verdächtigen in dem Fall, sitzt auch die Mutter des Hauptbeschuldigten, die Besitzerin der Gartenlaube in Kinderhaus, in U-Haft. Ihr wird Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch an dem Zehnjährigen sowie einem fünf Jahre alten Kind vorgeworfen. Zuletzt hatte es in dem Missbrauchsfall in Münster eine weitere Festnahme in Saarbrücken gegeben.

Die Ermittler gehen derzeit der Frage nach, was die Mutter des Zehnjährigen von den Vorfällen in der Gartenlaube wusste und ob sie sich strafbar gemacht hat. Die Freundin von Adrian V. sitzt zwar nicht in U-Haft, steht jedoch mittlerweile im Visier der laufenden Ermittlungen. Ein dringender Tatverdacht besteht gegen die Frau aus Münster bislang noch nicht, wie aus einem Bericht des NRW-Justizministeriums hervorgeht.
msl24, 20. August 2020

Kein struktureller Veränderungsbedarf

Es ist nicht gut, aber es bleibt wohl wie es ist: Für die Jugendämter in Niedersachsen wird ein belastender Bericht über die Rolle des Jugendamts im Landkreis Hameln-Pyrmont im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Lügde keine Konsequenzen haben. Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) erklärte am Donnerstag im Sozialausschuss, keinen strukturellen Veränderungsbedarf zu sehen. Zu Fehlern im Jugendamt Hameln-Pyrmont sei es gekommen, weil Richtlinien nicht eingehalten wurden und die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern unzureichend war. Die Jugendämter könnten aus dem Bericht lernen, dass klare Strukturen zum Kinderschutz nötig seien und diese auch gelebt werden müssten.

NDR, 10. September 2020
Schwere Vorwürfe gegen Jugendamt
Der Ex-Freund der Mutter des Achtjährigen, der aus der Drogen-Wohnung gerettet wurde, warnte die Behörden bereits im Juni.
Schweriner Volkszeitung, 29. September 2020
Keine Trennung von Jugend- und Behindertenhilfe mehr
Von 2028 an sollen die Jugendämter für alle rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen zuständig sein, die in Deutschland auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat am Freitag in Berlin die zentralen Vorhaben der seit Jahren debattierten Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt und sich zuversichtlich gezeigt, dass das Gesetz im kommenden Frühjahr in Kraft treten kann. Es sieht unter anderem vor, die Trennung zwischen Jugend- und Behindertenhilfe für Kinder und Jugendliche zu beenden.
epd, 9. Oktober 2020
Auch Erzieherin auf Anklagebank

Als Haupttäter gilt ein 27-Jähriger Münsteraner, bei dem im Frühjahr 2020 zahlreiche verschlüsselte Speichermedien gefunden wurden. Gemeinsam mit den drei anderen angeklagten Männern soll er im April 2020 teilweise über Tage hinweg den Sohn seiner Lebensgefährtin und einen weiteren Jungen, den fünfjährigen Sohn des Angeklagten aus Staufenberg, in einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus schwer sexuell missbraucht haben. Die Jungen sollen sie mit KO-Tropfen gefügig gemacht haben.

Mitangeklagt ist auch die Mutter des Hauptbeschuldigten, eine 45 Jahre alte Kindergartenerzieherin. Sie soll den Männern ihre Kleingartenlaube überlassen haben, in dem Wissen um die Taten.
WDR, 12. November 2020
Vereinbarung mit der Polizei
Mit ihrer Unterschrift wurde eine bislang bereits gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Jugendämtern und Polizei für den Kinderschutz nochmals rechtlich bekräftigt: Am Dienstag (24. November) unterzeichneten am Rande der Bürgermeisterkonferenz in Bestwig die Bürgermeister Ralf Paul Bittner (Arnsberg), Klaus-Rainer Willeke (Sundern), Burkhard König (Schmallenberg) sowie Landrat Dr. Karl Schneider (Hochsauerlandkreis) und Polizeidirektor Klaus Bunse (Kreispolizeibehörde) die Kooperationsvereinbarung für den Kinderschutz.

In dem siebenseitigen Vertragswerk verständigen sich die vier Jugendämter Arnsberg, Sundern, Schmallenberg und Hochsauerlandkreis und die Polizei auf einen sach- und zeitgerechten Informationsaustausch, um unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen Informationsdefizite zu minimieren.Regelmäßig haben Polizei und Jugendamt mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben und Zielsetzungen Fälle akuter oder andauernder Kindeswohlgefährdung oder sexueller oder häuslicher Gewalt zu bearbeiten.
Wochenanzeiger, 26. November 2020
Mordprozess: Ungeeignete Pflegemutter bekommt immer wieder Kinder
Die 51-Jährige sei als Pflegemutter völlig ungeeignet gewesen, sagen die Richter. Und doch habe sie über Jahre von mehreren Jugendämtern Kinder zugewiesen bekommen. Zuletzt das 21 Monate alte Opfer.
Die Pflegemutter aus Solingen muss für sechs Jahre und zehn Monate in Haft. Das Wuppertaler Landgericht hat sie am Freitag (04.12.2020) für schuldig erklärt, ihr Pflegekind getötet zu haben. Die Frau hatte die Tat zum Prozessbeginn gestanden. Verurteilt wurde sie wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung Schutzbefohlener.
WDR, 4. Dezember 2020
17-Jährige reißt mit Freund aus dem Iran aus
Es ist ein Alptraum. Die 17-jährige Jennifer M. aus Bühl ist seit mehr als vier Monaten verschwunden. Die Eltern vermuten sie bei ihrem 20-jährigen iranischen Freund in Bremen und suchen sie dort verzweifelt. Sie waren gegen die Beziehung, die kulturellen Gegensätze des Paares waren groß. Die Tochter riss von zu Hause aus. 
Badische Neueste Nachrichten, 16. Dezember 2020

Donnerstag, 26. September 2019

Jugendämter 2019 (II)

Keine Fragen zu den Taten
Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz bei Lügde sollen heute (12.00 Uhr) Kinder als Zeugen aussagen.
Nachdem am Donnerstag zum Auftakt vor dem Landgericht in Detmold alle Angeklagten Geständnisse abgelegt hatten, sollen die Opfer nach Aussage ihrer Anwälte aber nicht zu den Taten befragt werden. Es gehe mehr darum, dass das Gericht sich ein Bild machen wolle, wie es ihnen heute gehe.
Merkur, 28. Juni 2019

Mutter im Hungerstreik
Sie will ihre Tochter wiedersehen. Parisa Jaghubian ist am Montagnachmittag vor dem Amtsgericht in Jever in den Hungerstreik getreten. Laut Medienberichten wolle sie so auf ihre familiäre Situation aufmerksam machen.
Denn die minderjährige Tochter der gebürtigen Iranerin Parisa Jaghubian befindet sich in der Obhut des Jugendamtes.
Wilhelmshavener Zeitung, 11. Juli 2019

Schutz vor sexualisierter Gewalt

NRW-Familienminister Stamp nimmt nach den Behördenfehlern im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde die Kommunen in die Pflicht. Wie er im WB sagt, müsste es in den Jugendämtern speziell geschulte Mitarbeiter für Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder geben. Manche Kommunen stünden da noch auf der Bremse, so der Minister. Stamp will, dass diese Experten künftig bei jeder Pflegeentscheidung hinzugezogen werden sollen. Der Schutz vor sexualisierter Gewalt müsse zusätzlich zum allgemeinen Schutz des Kindeswohls geprüft werden.

Radio Bielefeld, 22. Juli 2019

Das Erinnerungsvermögen
Die Stadt Wilhelmshaven überprüft wegen meiner Dienstaufsichtsbeschwerde die Vorgänge rund um die Durchsuchung meiner Wohnung im Auftrag des Wilhelmshavener Jugendamtes aufgrund der Unterlagen des Jugendamtes und kann im Juli 2013 nicht mehr feststellen, was warum geschehen ist?
Da ich über den Fall im Internet berichte, stellen die beiden Polizeibeamten, die sich bei der Wohnungsdurchsuchung falsche Namen gegeben haben, gegen mich Strafantrag und scheitern damit in zweiter Instanz. Doch einer der beiden Polizisten verklagt mich auch privat.
Hier weiterlesen 27. Juli 2019

Jugendämter zocken Heim- und Pflegekinder ab

Jugendliche, die im Heim oder in einer Pflegefamilie leben, müssen bis zu drei Viertel ihres Einkommens an das Jugendamt abgeben. Viele Betroffene finden das unfair, kommen finanziell kaum auf die Beine. Und Kritiker sagen: Es entmutigt die jungen Berufstätigen, arbeiten zu gehen.

Deutschlandfunk, 4. August 2019

Erstmals Anstieg

Mehr Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung haben die Jugendämter im vergangenen Jahr beschäftigt. Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen aus diesem Grund stieg um ein Viertel auf mehr als 6150, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 1995 seien Anzeichen für körperliche oder psychische Misshandlung mit 8,3 Prozent die dritthäufigste Ursache für das Einschreiten der Behörden gewesen.

Deutsche Presseagentur, 16. August 2019

Jugendämter sparen Geld

Das Netzwerk fordert in dem offenen Brief, dass die Einsparungen der wirtschaftlichen Jugendhilfe möglichst vollständig für Inklusion Verwendung finden. „Wenn Eltern vom Freistaat einen Zuschuss für den Beitrag zur Kita erhalten, muss das örtliche Jugendamt weniger Zuschüsse an jene leisten, die unter einem bestimmten Einkommen liegen. Die Landesmittel führen damit zu Einsparungen auf Ebene der Kommunen“ beschreibt Gewerkschaftssekretär Mario Schwandt den Hintergrund. Mit diesen Mitteln solle nach Ansicht der Verfasser des Briefes dringend die Inklusion in der frühkindlichen Bildung verbessert werden, die allen Kindern zugutekommen würde.

Bildungsklick, 30. August 2019 

Kind stirbt, bevor das Jugendamt hilft

Nach dem Tod eines Kleinkindes Ende Juli steht das Jugendamt der Politik am Dienstagnachmittag (3. 9.2019) Rede und Antwort. Der Jugendhilfeausschuss informiert sich über die Rolle des Jugendamtes in diesem Fall und über Qualitätsstandards in Essen. Der zweijährige Junge war nach einem Hitzeschock in seinem Zimmer gestorben, wo er stundenlang alleine eingeschlossen gewesen sein soll.

Die Familie war dem Jugendamt bekannt. Eine geplante Betreuung von Eltern und Kindern durch den sozialen Dienst kam zu spät - der Junge starb wenige Tage vor dieser Maßnahme. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen Mordes gegen den Vater des kleinen Jungen.

WDR, 3. September 2019

Jugendämter vermitteln Kinder an Pädophile

Berge von Akten wurden gewälzt: Akten aus der Wohnung des verstorbenen Peinigers, Akten aus dem Jugendamt von Tempelhof-Schöneberg. Das Ende der Suchaktion ist ernüchternd: Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Rede ist von dem Versuch der juristischen Aufarbeitung eines Kindesmissbrauchs unter staatlicher Obhut: 30 Jahre lang bis mindestens 2003 gaben Jugendämter Kinder und Jugendliche zu pädophilen Pflegevätern.

Tagesspiegel, 4. September 2019

Erschreckende Einstellung

Der ehemalige Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe der Hamburger Sozialbehörde, Wolfgang Hammer, nimmt an, dass durch die schlimmen Misshandlungsfälle der vergangenen Jahre die Jugendamtsmitarbeiter stark verunsichert sind: "Ich habe Aussagen von Leitungsebenen, die wären vor zehn Jahren unmöglich gewesen: Lieber zehn Kinder mehr in Obhut nehmen als notwendig ist, oder ins Heim geben, als eins zu wenig." Die Heimunterbringung aber könne schlimme Folgen für die Kinder haben und dürfe nur das allerletzte Mittel sein.

ZDF, 11. September 2019 


Nicht einfach festzustellen
Im Landkreis Göttingen sind die KWG (Kindeswohlgefährdungen) im Vergleich zum Vorjahr hingegen gefallen, teilt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann mit. 2018 seien 213 neue Fälle erfasst worden, drei Prozent weniger als 2017 (220 Fälle). 2018 stufte das Jugendamt 34 Fälle davon als akut ein, 2017 waren es insgesamt 44 (ein Rückgang um 23 Prozent).

„In den wenigsten Fällen ist eine Kindeswohlgefährdung einfach und eindeutig festzustellen“, sagt Lottmann. Für eine Einschätzung müssten verschiedene Faktoren und deren Zusammenwirken betrachtet werden. Die Mitarbeiter vom Allgemeinen Sozialen Dienst seien geschult, um komplexe Situationen einschätzen zu können.
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 25. September 2019

Jugendämter 2019 (III)