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Freitag, 10. Mai 2024

Jugendämter 2024

1,5 Millionen für 24 Kinder

Es ist ein Fall, der nicht nur in Dortmund, sondern in ganz Deutschland für Kopfschütteln sorgte. Ein Betrüger in der Ruhrpottstadt hat rund 22.545 Euro pro Monat kassiert. Er ließ sich als Vater von 24 Kindern eintragen und erschlich sich so jede Menge Sozialleistungen – darunter einiges an Kindergeld. Insgesamt 1,5 Millionen Euro soll sich der aus Nigeria stammende Jonathan A. auf diese Weise erschlichen haben. 

Der Westen, 1. April 2024

Fristlose Kündigung wegen Antisemitismus

Das Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg unter Leitung des CDU-Bezirksstadtrats Max Kindler hat dem Trägerverein "Frieda-Frauenzentrum" fristlos und außerordentlich gekündigt. In einem offiziellen Kündigungsschreiben teilt der Bezirk mit, dass der Verein seine Vertragsziele der Demokratiebildung und des Abbaus von menschenverachtenden Einstellungen nicht nachgekommen sei. Konkret geht es um Vorwürfe, dass die Leitung des Vereins sich wiederholt antisemitisch und antizionistisch geäußert haben sowie bei pro-palästinensischen Veranstaltungen teilgenommen haben soll.

rbb, 25. April 2024

Gerichtstermine wegen Hilfsbereitschaft

Eine Frau hat beinahe drei Jahre auf ein Kind aus ihrem Ort aufgepasst. Was folgt, sind zahlreiche Termine vor Gericht, unstimmige Aussagen und eine polizeiliche Vernehmung.

Volksstimme, 9. Mai 2024

Impressum

Heinz-Peter Tjaden
Up´n Kampe 6
30938 Burgwedel

Am 1. Februar 2021 umgezogen nach
Caminho do Arieiro de Baixo 5
Sao Martinho 9000-229 Funchal
Madeira/Portugal 

Seit 30. März 2024
Am Flugplatz 2 A
31303 Burgdorf


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Dienstag, 8. November 2022

Jugendämter 2022

Ein Krimi
mit wahren
Begebenheiten.
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Kindesentzug nach überholter PAS-Theorie

Hinter dem Vorwurf, dass die Mutter ihr Kind manipulieren würde, steckt eine veraltete Theorie eines amerikanischen Psychiaters: Sie heißt "Parental Alienation Syndrome" (PAS). Es ist die These einer zu engen, geradezu symbiotischen Bindung zwischen zumeist Mutter und Kind, ohne Platz für den Vater. Dieser werde völlig unbegründet abgelehnt und aus dem Leben des Kindes gedrängt. Eine Folge davon könne sein, dass das Kind keine eigene Identität entwickle.

NDR, 11. Januar 2022

Kein Geld für Ausreise gezahlt

Dieser Vormund habe grundsätzlich ausschließlich im Interesse seines Mündels zu agieren, betont die Rathaussprecherin. Dabei habe der Vormund selbstverständlich aber auch geltendes Recht zu beachten. Es sei zudem nicht Aufgabe der Jugendämter, finanzielle Mittel für eine freiwillige Ausreise zur Verfügung zu stellen. Aufgrund der Berichterstattung könne allerdings durchaus der Eindruck entstanden sein, dass dies in diesem Fall geschehen ist. „Dem ist aber nicht so“, versichert die Sprecherin.

Die Rheinpfalz, 4. Februar 2022

Jugendamtsmitarbeiterin angezeigt

Oerlinghausen. Als das Verwaltungsgericht Minden Ende November vergangenen Jahres die Inobhutnahme des Kindes von Elke D. (Name geändert) für rechtswidrig erklärte (NW berichtete mehrfach), war die Mutter zwar erleichtert, konnte sich aber nicht wirklich freuen. Sie befürchtete damals, dass die Sache noch nicht ausgestanden sei und sie weiter um ihr Kind kämpfen muss. Sie sollte recht behalten. Mittlerweile hat das Landeskriminalamt (LKA) Ermittlungen gegen den Vater des Kindes aufgenommen. Er steht im Verdacht, sein eigenes Kind sexuell missbraucht zu haben.

Neue Westfälische, 13. März 2022

Gesetz soll Kinder besser schützen

Die größten Missbrauchsskandale der deutschen Geschichte haben sich in Nordrhein-Westfalen ereignet. 2018 und 2019 wurden sie aufgedeckt. Daraufhin erklärte die Landesregierung den Kampf gegen sexuellen Kindesmissbrauch zu einem Schwerpunkt ihrer Arbeit. Gleich zweifach reagierte sie auf die Verbrechen, die sich in Lügde, Münster und Bergisch Gladbach zutrugen. Zum einen mit viel Geld und Personal für Online-Ermittlungen der Polizei. Zum anderen mit einem Kinderschutzgesetz, das sie nun, kurz vor Schluss der Legislaturperiode, vorlegt. Das soll vor allem Jugendämter befähigen, bei Missbrauch künftig früher einzugreifen.

Die Welt, 22. März 2022

Kindeswohlgefährdung mit System

Eine neue Studie offenbart, dass Familiengerichte und Jugendämter systematisch zugunsten der Väter urteilen – gegen das Wohl der Kinder.

SHZ, 5. April 2022

Jugendamt holt Baby aus Krankenhaus

Eigentlich fühlte sich Nadine E. mit ihrem Neugeborenen sicher im Krankenhaus. Doch als die junge Mutter aus Neubrandenburg ihren Sohn wenige Stunden nach der Geburt zum Flasche-Geben an eine Mitarbeiterin der Klinik übergab, sah sie ihr Kind zum vorerst letzten Mal. Das Jugendamt nahm das Baby gleich vor Ort in Obhut. Derzeit sehen Nadine E. und ihr Verlobter Jörg S. das wenige Wochen alte Kind nach eigenen Angaben nur auf Fotos.

Nordkurier, 10. Mai 2022

Zwei Kinder ermordet-Wo war das Jugendamt?

"Wo waren die Nachbarn, war das Jugendamt, warst du, war ich?" Ein handgeschriebener Zettel flattert vor dem Mehrfamilienhaus in der Hanauer Römerstraße. Blumen, Kerzen und Plüschtiere für den elfjährigen Jannatveer und seine siebenjährige Schwester Mukhmanii, die hier vor knapp einer Woche gestorben sind: mutmaßlich getötet vom eigenen Vater, der bislang zu den Vorwürfen schweigt. Monatelang war die Familie vom Jugendamt und einem freien sozialen Träger betreut worden.

Deshalb prüft die Staatsanwaltschaft neben den Vorwürfen gegen den Vater auch die Rolle der Behörden in dem tragischen Fall. Schlug der freie soziale Träger zu spät Alarm? Schätzte das Jugendamt die Lage falsch ein?

Hessenschau, 18. Mai 2022

Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungsverfahren ein

Der Fall erregte auch über die Region hinaus im vergangenen Jahr Aufsehen: Ein Mann aus dem Steinlachtal hatte zwei Mädchen sexuelle Gewalt angetan, die ihm das Jugendamt als Pflegetöchter anvertraut hatte. Schon im Prozess wurde Kritik an der Arbeit der Behörde laut. Denn nachdem eine Pflegetochter dem Jugendamt von den Übergriffen berichtet hatte, konfrontierten Mitarbeiterinnen den Mann mit den Vorwürfen – noch vor einer Anzeige bei der Polizei.

Später stellte die Kriminalpolizei fest, dass kinderpornografische Bilder und Videos von elektronischen Geräten des Mannes gelöscht worden waren. Außerdem hielt die als Zeugin vernommene Psychologin Heidrun Overberg dem Amt im Prozess vor, bereits vor den Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs auf schwerwiegende Probleme in der Pflegefamilie hingewiesen zu haben. Daraufhin habe die Behörde zu wenig unternommen.

Schwäbisches Tagblatt, 20. Mai 2022

Kind im Krankenhaus weggenommen

Nach einem Unfall wird den Eltern Manuela und Nils H. aus Königswinter ihre drei Monate alte Tochter Lina weggenommen – am 31. März 2022, noch im Krankenhaus. Im Reflex hatte zuvor der Vater nach eigener Aussage das Kind gesichert, als es drohte, auf den Boden zu fallen. Dabei brach sich das Kind den Arm. Im Krankenhaus wurden angeblich weitere, ältere Rippenbrüche festgestellt sowie kleine blaue Flecken am Bauch. Die blauen Flecken seien dem Kinderarzt bei der U4 gezeigt worden, die ein paar Tage vor dem Unfall stattfand, betonen die Eltern.

Honnef heute, 5. Juli 2022

Strafanzeige wegen Lügen und Schlampereien

Das Jugendamt soll Familien helfen. In vielen Fällen tut das das Amt in der Börde. Aber wohl nicht in allen. Es hängen Vorwürfe wie Falschaussagen und das Hinauszögern von Akteneinsicht im Raum – gegipfelt in einer Strafanzeige und Ermittlungen der Staatsanwaltschaft.

Volksstimme, 8. September 2022

Achtjährige darf Haus nicht verlassen

Ein acht Jahre altes Mädchen soll nahezu sein gesamtes Leben lang in einem Haus im Sauerland festgehalten worden sein. Die Staatsanwaltschaft in Siegen ermittelt gegen die Mutter des Kindes und die Großeltern. Knapp sieben Jahre lang soll das Kind komplett von der Außenwelt abgeschirmt worden sein: Es hat nie einen Kindergarten und keine Schule besucht. Auch mit anderen Kindern soll es in dieser Zeit niemals gespielt haben.

tagesschau, 8. November 2022

Sonntag, 20. Dezember 2020

Jugendämter (2020)

Jugendamt verheimlicht Straftaten in Eberswalde

Obwohl das Jugendamt die Klinik-Einweisung des Mädchens verfügt haben soll, informierte die Behörde weder Polizei noch Staatsanwaltschaft!

Oberstaatsanwalt Joachim Sörries (52) aus Frankfurt (Oder) zur B.Z.: „Ich habe von dem Fall am Samstag aus der Zeitung erfahren – und sofort die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens wegen Misshandlung Schutzbefohlener und schwer Körperverletzung veranlasst.“

Und weiter: „Wenn die Berichte stimmen, geht es hier um ganz gewichtige Straftaten. Wir werden uns die Krankenakte des Kindes mit einem richterlichen Beschluss beschaffen und alles Erforderliche tun, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.“

BZ, 12. Januar 2020


Wie mit Jugendämtern umgehen?

Grundsätzlich rät der Rechtsanwalt am Samstag (25.01.2020) im WDR zum Umgang mit dem Jugendamt: "Zeigen Sie Bereitschaft zu Zusammenarbeit. Auch wenn das in einer solchen Ausnahmesituation sicher schwerfällt." Wer als unkooperativ gelte, habe schlechtere Chancen, seine Erziehungsfähigkeit zu beweisen.

Wenn mit bestimmten Mitarbeiterinnen oder Mitarbeitern keine Verständigung mehr möglich sei, könne es helfen, Vorgesetzte hinzuzuziehen. Hilfreich sei es auch, zu Gesprächen mit dem Jugendamt eine Vertrauensperson mitzunehmen.

In Zukunft soll sich die Situation für Eltern verbessern. Eine Gesetzesänderung ist vom Familienministerium geplant. Dann sollen Ombudsstellen in Streitfällen für Ausgleich sorgen.

WDR, 25. Januar 2020


Ziemlich naiver Anwalt
In einer Sendung, die der WDR am 25. Januar ausgestrahlt hat, rät der Kölner Rechtsanwalt Oliver Abel Eltern zu einem „kooperativen Umgang“ mit Jugendämtern, zu jedem Gespräch solle man eine Vertrauensperson mitnehmen, komme man mit dem Mitarbeiter nicht zurecht, sei es ratsam, sich an den Vorgesetzten zu wenden.
Hier weiterlesen 28. Januar 2020


Jugendamt bemerkt Schwangerschaft nicht

Der Prozess um die Tötung eines Babys gegen eine 26-jährige Frau aus Rostock ist am Donnerstag in den nächsten Verhandlungstag gegangen. Dabei wurde ein Mitarbeiter des zuständigen Jugendamts befragt. Der gab an, dass er die Schwangerschaft von Cindy P. nicht bemerkt hatte. Auch eine Kindeswohlgefährdung konnte das Amt nicht feststellen – obwohl die Frau laut eigener Aussage des Mitarbeiters überfordert war.

Der Fall hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt: Die Staatsanwaltschaft legt der alleinerziehenden Mutter zur Last, ein Mädchen nach der Geburt getötet zu haben, weil sie die Kleine nahe eines Spielplatzes abgelegt hatte. Die Angeklagte soll neben einer Tischtennisplatte ihr gesundes Mädchen eigenständig entbunden haben. Anschließend legte sie das Baby auf ein Rasenstück ab. Es starb an einer Unterkühlung.


Nordkurier, 6. Februar 2020

Jugendamt fördert Kindesmissbrauch

Marcos Stimme am Telefon ist voller Verachtung, wenn er über seinen Pflegevater Fritz H. spricht: „Psychoterror und Gewalt, das war sein Ding“, sagt er. „Ein richtiges Dreckschwein.“ Fritz H. misshandelte, missbrauchte und vergewaltigte Marco und seinen Pflegebruder Sven in seiner Wohnung in Friedenau von frühester Kindheit an, bis die Jungen circa 14 Jahre alt waren – und all das unter der Zuständigkeit des Jugendamts Schöneberg.


Das sagen Marco und Sven, und das bestreitet die Senatsverwaltung für Bildung, Familie und Jugend nicht.

Berliner Kurier, 7. Februar 2020

Intensiver Austausch gefordert

Als Reaktion auf den Fall schwerer Kindesvernachlässigung in Eberswalde ruft Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) die Jugendämter dazu auf, sich untereinander intensiver auszutauschen. "Ich würde es begrüßen, wenn es einen Dialog über Standards, Handlungssicherheit und Richtlinien gibt. Das liegt in der Zuständigkeit der Jugendämter." Sie vermute, dass die Arbeitsweisen innerhalb des Landes bislang sehr unterschiedlich sind. An einem solchen Dialog-Prozess würde sich das Ministerium gegebenenfalls gerne beteiligen.

Märkische Zeitung, 14. Februar 2020

Mehr sexuelle Gewalt

Mehr als 8200 Berliner Kinder waren 2018 Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Gewalt ausgesetzt. Dies wurde am Donnerstag durch eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner bekannt. Diese Zahl, der von Jugendämtern aufgedeckten Fälle, bedeutet einen Anstieg um mehr als 20 Prozent verglichen mit dem Vorjahr. Auffällig ist die Steigerung bei sexueller Gewalt um 50 Prozent von 200 auf 300 Taten. Überproportional häufig taucht Spandau auf (42 Fälle), am seltensten werden Fälle aus Reinickendorf (7) gemeldet.

Tagesspiegel, 28. Februar 2020

Häusliche Gewalt während der Corona-Bewährungsprobe

Eine zusätzliche Belastung seien Geld- oder Arbeitsplatzsorgen mancher Eltern. "Kinder bekommen das mit. Sie sind aber nicht geübt, über ihre Sorgen zu sprechen. Sie werden stattdessen vielleicht anstrengender", sagt Sgolik. In solchen Fällen drohe die Lage zu eskalieren, wenn überforderte Eltern zu Erziehungsmaßnahmen greifen, die nicht in Ordnung sind, sagt der Jugendamtsleiter.


Beispiele aus anderen Bundesländern wie etwa Berlin würden zeigen, dass die häusliche Gewalt in der aktuellen Situation zunehme. Schon jetzt sei das auch in Regensburg spürbar.

BR 24, 2. April 2020

Mehr Inobhutnahmen

Die Jugendämter in Deutschland verzeichnen im Zuge der Corona-Krise einen Anstieg sogenannter Inobhutnahmen von Kindern und Jugendlichen. Das sei zwar bisher kein flächendeckendes Phänomen und konkrete Zahlen gebe es frühestens in einem Jahr, sagte der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Landesjugendämter (BAG), Lorenz Bahr. "Aber wir haben schon die Wahrnehmung, dass es einen Anstieg von Inobhutnahmen im städtischen Umfeld gibt."

Augsburger Allgemeine, 7. April 2020


Kein Anfangsverdacht gegen Jugendamtsmitarbeiter

Vor dem mutmaßlich gewaltsamen Tod eines Fünfjährigen in Mönchengladbach hatte die Kita das Jugendamt eingeschaltet. Das Jugendamt habe Kontakt zur Familie wegen „kleinerer Hämatome“ am Arm des Kindes aufgenommen, teilte die Staatsanwaltschaft am Mittwoch mit. Ob die Familie Hilfsangebote abgelehnt habe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Um die Rolle des Jugendamtes gehe es bei den Ermittlungen aber nicht.
„Derzeit sehe ich keinen Anfangsverdacht einer Straftat durch einen Mitarbeiter des Jugendamtes“, sagte Staatsanwalt Stefan Lingens.

Kölner Stadtanzeiger, 6. Mai 2020

Kind tot-Jugendamt sah keine Gefahr

Vor dem gewaltsamen Tod eines kleinen Jungen in Mönchengladbach in diesem Frühjahr hat die Kita das Jugendamt alarmiert. Das geht aus einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der SPD hervor. Die Leitung des Kindergartens schlug demnach Alarm, nachdem bei dem fünfjährigen Kind Hämatome am Oberarm festgestellt wurden: Eine Kindeswohlgefährdung sei aufgrund einer augenscheinlichen Überforderung der Mutter hoch. Beim Hausbesuch habe die Frau die Hämatome für das Jugendamt nach Angaben der Behörde nachvollziehbar erklärt: Eine akute Kindeswohlgefährdung habe nach Einschätzung des Jugendamtes nicht bestanden.

Westdeutsche Zeitung, 10. Juni 2020

Missbrauchter Junge von Familiengericht Münster nicht angehört

Im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall in Münster hat NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) den Umgang der Behörden mit dem 27-jährigen Hauptbeschuldigten kritisiert. "Wenn man sich das Ergebnis anschaut, da kann man doch nicht sagen: Da ist alles richtig gelaufen", sagte Reul dem Hamburger Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Der 27-Jährige hatte zwei Vorstrafen wegen Besitzes und Verbreitung von Kinderpornografie, dennoch konnte er offenbar über Jahre mit seiner Partnerin und deren mittlerweile zehn Jahre altem Sohn zusammenleben. Das Kind wurde mutmaßlich von dem Mann missbraucht und auch anderen Männern zum Missbrauch überlassen.

Im Oktober 2015 hatte sich das Familiengericht Münster laut "Spiegel" in einem Kindesschutzverfahren mit der Situation des Jungen befasst. "Es bestand Einvernehmen, dass das Verfahren ohne Eingriffe in das Sorgerecht beendet werden kann", sagte ein Gerichtssprecher dem Nachrichtenmagazin. Dabei sei der Junge selbst aber nicht angehört worden.

Evangelisch, 12. Juni 2020

Jugendamt Hameln schwer belastet

Im Fall des hundertfachen Kindesmissbrauchs auf einem Campingplatz in Lügde nahe der niedersächsischen Landesgrenze sieht der Landrat des nordrhein-westfälischen Landkreises Lippe, Axel Lehmann (SPD), das Hauptversagen beim Jugendamt Hameln-Pyrmont. Der Nachbarkreis sei "ganz klar" zuständig gewesen für den Haupttäter, sagte Lehmann am Montag vor dem Sonderausschuss im nordrhein-westfälischen Landtag.

NDR, 23. Juni 2020

Jugendämter erstatten Stornierungsgebühren für Ferienlager

Der Ausfall der Ferienlager durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie trifft viele Pfarrgemeinden, Verbände und Vereine hart. Damit die Situation nicht auch noch zum großen finanziellen Problem wird, raten die Verantwortlichen der katholischen Jugendarbeit im Bistum Münster, sich an die zuständigen Jugendämter zu wenden. Dort gibt es vielerorts die Möglichkeit, zumindest anfallende Stornierungsgebühren erstattet zu bekommen.

Denn die haben es manchmal in sich, sagt Michael Seppendorf, der die Abteilung Kinder, Jugendliche und Junge Erwachsene im Bischöflichen Generalvikariat in Münster leitet. „Die Forderungen von Vermietern oder Busunternehmern bewegen sich zwischen wenigen hundert Euro bis zu höheren fünfstelligen Summen.“ Mit den Organisatoren von etwa 270 Freizeiten, die im nordrhein-westfälischen Teil des Bistums abgesagt worden sind, hat seine Abteilung mittlerweile Kontakt aufgenommen. Er schätzt den Anteil der Angebote, die Ausfallgebühren bezahlen müssen, auf etwa 50 Prozent.

Kirche und Leben, 26. Juni 2020


Kritik nach Tod eines Kleinkindes
Nach dem Tod eines Kleinkindes in Querfurt kritisieren Anwohner die Arbeit des Jugendamts. Ein Papier des Landtags dokumentiert die Arbeit der Jugendämter in den einzelnen Landkreisen. MDR SACHSEN-ANHALT hat die Zahlen ausgewertet.


MDR, 22. Juli 2020

Schlechter Ruf
Seit Monaten spitzen sich die Krisen der Vierzehnjährigen zu. Das intelligente Mädchen gerät bei nichtigen Anlässen außer sich, verletzt sich selbst. Nach mehreren Aufenthalten in Kliniken steht fest, dass sie an einer ernsten psychischen Störung leidet. Sie selbst, ihre alleinerziehende Mutter und der zwei Jahre jüngere Bruder sind sich einig: Sie brauchen professionelle Unterstützung. Die Mutter beantragt am 29. Januar 2018 Hilfe zur Erziehung beim Jugendamt der Stadt Gießen. Die Antwort empfindet sie als Schlag ins Gesicht. Ähnlich wird es weitergehen:: Immer wieder fühlt sich die Gießenerin abgewiesen, »im Regen stehengelassen«, stigmatisiert.
Aus guten Gründen habe die Behörde bei Fachleuten einen schlechten Ruf, sagt die 58-Jährige im Gespräch mit der GAZ. »Es ist ein Skandal. Und wir sind kein Einzelfall. Unsere Erfahrungen sind nicht individuellem Pech geschuldet, sie sind symptomatisch.« Sie wisse von etlichen ähnlichen Fällen.
Gießener Allgemeine, 28. Juli 2020

Münster-Kinderhaus: Auch Mutter in U-Haft

Neben Adrian V. und mittlerweile zehn weiteren Verdächtigen in dem Fall, sitzt auch die Mutter des Hauptbeschuldigten, die Besitzerin der Gartenlaube in Kinderhaus, in U-Haft. Ihr wird Beihilfe zum schweren sexuellen Missbrauch an dem Zehnjährigen sowie einem fünf Jahre alten Kind vorgeworfen. Zuletzt hatte es in dem Missbrauchsfall in Münster eine weitere Festnahme in Saarbrücken gegeben.

Die Ermittler gehen derzeit der Frage nach, was die Mutter des Zehnjährigen von den Vorfällen in der Gartenlaube wusste und ob sie sich strafbar gemacht hat. Die Freundin von Adrian V. sitzt zwar nicht in U-Haft, steht jedoch mittlerweile im Visier der laufenden Ermittlungen. Ein dringender Tatverdacht besteht gegen die Frau aus Münster bislang noch nicht, wie aus einem Bericht des NRW-Justizministeriums hervorgeht.
msl24, 20. August 2020

Kein struktureller Veränderungsbedarf

Es ist nicht gut, aber es bleibt wohl wie es ist: Für die Jugendämter in Niedersachsen wird ein belastender Bericht über die Rolle des Jugendamts im Landkreis Hameln-Pyrmont im Zusammenhang mit dem Missbrauchsfall von Lügde keine Konsequenzen haben. Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) erklärte am Donnerstag im Sozialausschuss, keinen strukturellen Veränderungsbedarf zu sehen. Zu Fehlern im Jugendamt Hameln-Pyrmont sei es gekommen, weil Richtlinien nicht eingehalten wurden und die Zusammenarbeit mit anderen Ämtern unzureichend war. Die Jugendämter könnten aus dem Bericht lernen, dass klare Strukturen zum Kinderschutz nötig seien und diese auch gelebt werden müssten.

NDR, 10. September 2020
Schwere Vorwürfe gegen Jugendamt
Der Ex-Freund der Mutter des Achtjährigen, der aus der Drogen-Wohnung gerettet wurde, warnte die Behörden bereits im Juni.
Schweriner Volkszeitung, 29. September 2020
Keine Trennung von Jugend- und Behindertenhilfe mehr
Von 2028 an sollen die Jugendämter für alle rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendlichen zuständig sein, die in Deutschland auf staatliche Hilfen angewiesen sind. Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) hat am Freitag in Berlin die zentralen Vorhaben der seit Jahren debattierten Modernisierung der Kinder- und Jugendhilfe vorgestellt und sich zuversichtlich gezeigt, dass das Gesetz im kommenden Frühjahr in Kraft treten kann. Es sieht unter anderem vor, die Trennung zwischen Jugend- und Behindertenhilfe für Kinder und Jugendliche zu beenden.
epd, 9. Oktober 2020
Auch Erzieherin auf Anklagebank

Als Haupttäter gilt ein 27-Jähriger Münsteraner, bei dem im Frühjahr 2020 zahlreiche verschlüsselte Speichermedien gefunden wurden. Gemeinsam mit den drei anderen angeklagten Männern soll er im April 2020 teilweise über Tage hinweg den Sohn seiner Lebensgefährtin und einen weiteren Jungen, den fünfjährigen Sohn des Angeklagten aus Staufenberg, in einer Gartenlaube in Münster-Kinderhaus schwer sexuell missbraucht haben. Die Jungen sollen sie mit KO-Tropfen gefügig gemacht haben.

Mitangeklagt ist auch die Mutter des Hauptbeschuldigten, eine 45 Jahre alte Kindergartenerzieherin. Sie soll den Männern ihre Kleingartenlaube überlassen haben, in dem Wissen um die Taten.
WDR, 12. November 2020
Vereinbarung mit der Polizei
Mit ihrer Unterschrift wurde eine bislang bereits gut funktionierende Zusammenarbeit zwischen Jugendämtern und Polizei für den Kinderschutz nochmals rechtlich bekräftigt: Am Dienstag (24. November) unterzeichneten am Rande der Bürgermeisterkonferenz in Bestwig die Bürgermeister Ralf Paul Bittner (Arnsberg), Klaus-Rainer Willeke (Sundern), Burkhard König (Schmallenberg) sowie Landrat Dr. Karl Schneider (Hochsauerlandkreis) und Polizeidirektor Klaus Bunse (Kreispolizeibehörde) die Kooperationsvereinbarung für den Kinderschutz.

In dem siebenseitigen Vertragswerk verständigen sich die vier Jugendämter Arnsberg, Sundern, Schmallenberg und Hochsauerlandkreis und die Polizei auf einen sach- und zeitgerechten Informationsaustausch, um unter Beachtung der rechtlichen Rahmenbedingungen Informationsdefizite zu minimieren.Regelmäßig haben Polizei und Jugendamt mit jeweils unterschiedlichen Aufgaben und Zielsetzungen Fälle akuter oder andauernder Kindeswohlgefährdung oder sexueller oder häuslicher Gewalt zu bearbeiten.
Wochenanzeiger, 26. November 2020
Mordprozess: Ungeeignete Pflegemutter bekommt immer wieder Kinder
Die 51-Jährige sei als Pflegemutter völlig ungeeignet gewesen, sagen die Richter. Und doch habe sie über Jahre von mehreren Jugendämtern Kinder zugewiesen bekommen. Zuletzt das 21 Monate alte Opfer.
Die Pflegemutter aus Solingen muss für sechs Jahre und zehn Monate in Haft. Das Wuppertaler Landgericht hat sie am Freitag (04.12.2020) für schuldig erklärt, ihr Pflegekind getötet zu haben. Die Frau hatte die Tat zum Prozessbeginn gestanden. Verurteilt wurde sie wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Misshandlung Schutzbefohlener.
WDR, 4. Dezember 2020
17-Jährige reißt mit Freund aus dem Iran aus
Es ist ein Alptraum. Die 17-jährige Jennifer M. aus Bühl ist seit mehr als vier Monaten verschwunden. Die Eltern vermuten sie bei ihrem 20-jährigen iranischen Freund in Bremen und suchen sie dort verzweifelt. Sie waren gegen die Beziehung, die kulturellen Gegensätze des Paares waren groß. Die Tochter riss von zu Hause aus. 
Badische Neueste Nachrichten, 16. Dezember 2020

Donnerstag, 26. Dezember 2019

Jugendämter 2019 (III)

Große Unsicherheit

Deshalb verwundert es nicht, dass die Quoten für die sogenannten Inobhutnahmen je nach Region erheblich differieren – in Hamburg und Brandenburg sind sie doppelt so hoch wie beispielweise in Berlin und Baden-Württemberg. Hinzu kommt: Die Jugendämter nehmen von Jahr zu Jahr mehr Kinder aus den Familien, wenn man die Sonderfälle von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen aus der Statistik herausrechnet. Gab es 2010 noch 33 500 Inobhutnahmen, so stieg die Zahl auf rund 44 000 im vergangenen Jahr. Rechtsexperte Reinhard Wiesner konstatiert "angesichts der Komplexität der zu bewertenden Aspekte eine große Unsicherheit bei Fachkräften in  Jugendämtern und auch bei Richtern". Sie führe dazu, "dass viele sagen: Ich sichere mich lieber ab. Denn wenn ein Kind verletzt wird oder sogar zu Tode kommt, kann ich das nicht mehr revidieren", sagt der frühere Referatsleiter im Bundesfamilienministerium dieser Zeitung.

Märkische Online-Zeitung, 5. Oktober 2019

Pflegeeltern sträuben sich die Haare

"Da wird so getan, als ob alles ganz einfach ist", sagt eine Pflegemutter aus dem Norden Berlins. "Das ist haarsträubend." Eine andere: "Die Pflegefamilien werden seit Jahren von den Jugendämtern zunehmend allein gelassen, weil auch die dortigen Mitarbeiter am Limit sind." Und ein Pflegevater sagt: "Das Problem ist: Sobald das Kind bei einem lebt, steht man relativ allein auf weiter Flur." Die Koordination zwischen Jugendamt und Pflegekinderdienst funktioniere nicht, Hausbesuche gebe es faktisch keine, da es nicht ausreichend Personal dafür gibt. "Dass sich da nur schwer Pflegefamilien finden, ist verständlich."

rbb, 11. Oktober 2019

Auslandsprojekte umstritten

Auslandsprojekte für besonders aggressive oder straffällige Jugendliche geraten immer wieder in die Kritik. Zuletzt machte "Maramures", ein Jugendprojekt des niedersächsischen Trägers Wildfang GmbH in Rumänien, Schlagzeilen: Der deutsche Leiter des Heims und mehrere Mitarbeiter wurden festgenommen. Die Vorwürfe: Sklaverei, Gewalt und Menschenhandel. Die rumänische Staatsanwaltschaft holte mehrere Jugendliche aus dem Projekt und nahm sie in ihre Obhut. Zwei Jugendliche sind offenbar noch immer dort. Einer kommt aus dem Landkreis Aurich. Wie das Sozialministerium jetzt mitteilte, soll er bald zurück nach Deutschland kommen. Die 54 Jugendämter in Niedersachsen sind beim Thema Auslandsprojekte gespalten: 30 Jugendämter bewerten die Projekte für einzelne schwierige Kinder und Jugendliche als sinnvoll. Jedes dritte Jugendamt lehnt es dagegen ab, Jugendliche im Rahmen der Intensivpädagogik ins Ausland zu schicken.

NDR, 13. Oktober 2019


Interview mit Leiterin des Jugendamtes Geldern

Wann ist ein Kind besser in einer Pflegefamilie aufgehoben als bei seinen Eltern?

Walburga Bons Wenn wir unter Drogen- oder Alkoholeinfluss stehende Elternteile vorfinden, der Kühlschrank leer ist und das Kind im Müll krabbelt und akut keine Versorgung mehr stattfindet, können wir das Kind dort nicht so lassen. Dann kann es sein, dass wir das Kind in eine Bereitschaftspflege nehmen. Wir schauen, ob die Eltern bereit sind mitzuarbeiten und ob es die Möglichkeit gibt, das Kind zurückzuführen. Wenn die Mitarbeit der Eltern nicht so ist, wie wir es uns wünschen, gibt es ein Gerichtsverfahren und ein Gutachten, das eine Aussage zur Erziehungsfähigkeit trifft.

Rheinische Post, 21. Oktober 2019


Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jugendamt
Der Leiter des Wilhelmshavener Jugendamtes, Carsten Feist, hat es weit gebracht: Nächsten Montag hat er seinen ersten Arbeitstag als Oberbürgermeister. Doch schon der Beginn seiner Amtszeit könnte unruhig werden.
„Die unterstellen einem Dinge, das ist der Hammer.“ Sagt eine Mutter aus Wilhelmshaven. Die Staatsanwaltschaft Oldenburg hat am 15. Oktober ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Jugendamtsmitarbeiter eingeleitet. Tatvorwurf: „Entziehung Minderjähriger nach § 235 Abs. 1 Strafgesetzbuch“, Az. NZS 165 Js 65115/19.

Hier weiterlesen 27. Oktober 2019

Liebes Jugendamt,

ihr bekommt in diesen Tagen eine Rechnung von einer Praxis für Kinder- und Jugendpsychiatrie, weil ihr in dieser Praxis ein Kind, das sich in eurer Obhut befindet, als Notfall angemeldet habt, aber mit dem Kind am 5. November nicht erschienen seid. Ihr habt den Termin auch nicht abgesagt. 

Sollte diese Rechnung im Jugendamt abhanden kommen, wie sonst nur die Wahrheit: Ich weiß, welche Praxis euch die Rechnung geschickt hat.


Das Jugendamt, 7. November 2019

Kindesentzug wegen Mutterliebe

Weil sich viele Betroffene an ihn wandten, hat der Hamburger Jugendhilfeexperte Wolfgang Hammer eine kleine Studie über Kindesentziehungen durch den Staat erstellt. Eine Auswertung von 42 Fallverläufen aus sechs Bundesländern von 2014 bis 2019 weist nach, dass Alleinerziehenden die schulpflichtigen Kinder weggenommen wurden, ohne dass es Hinweise auf Gewalt oder Vernachlässigung in den Familien gab. Der Grund war ein Verdacht auf zu enge Mutter-Kind-Bindungen.

taz, 8. November 2019

Weitere Aufgaben
Ärger mit Jugendhilfe-Trägern, keine rechtsgültige neue Kitasatzung, zuletzt Probleme mit dem Unterhaltsvorschuss für Alleinerziehende: Immer wieder war in den vergangenen Monaten von Schwierigkeiten im Jugendamt die Rede, vor allem wegen Personalnot. Doch nun soll die derart überlastet wirkende Behörde gerade im sensiblen Bereich Kinderschutz noch zusätzliche Aufgaben übernehmen.

Es geht um eine 24-Stunden-Bereitschaftsdienst, den die Mitarbeiter im Bereich Kinderschutz abdecken sollen. „Im kommenden Jahr beabsichtigt der Fachbereich auch außerhalb der Dienstzeiten eine Rufbereitschaft einzuführen“, bestätigte Rathaussprecherin Christine Homann auf PNN-Anfrage. Diesen gesetzlich geregelten Schutzauftrag hätte in Potsdam bisher ein freier Sozialträger der Jugendhilfe oder die Polizei ausgeübt, so die Stadtsprecherin. Nun soll das Jugendamt diese Aufgabe schultern.
Potsdamer Neueste Nachrichten, 18. November 2019


Auto einer Jugendamtsmitarbeiterin manipuliert
Ein Mann soll nach einem Sorgerechtsstreit um sein Kind versucht haben, eine Mitarbeiterin des Jugendamtes umzubringen. Jetzt steht er deshalb in Heidelberg vor Gericht. 
Der Plan des Mannes laut Anklage: Er will, dass die Mitarbeiterin vom Kreisjugendamt Rhein-Neckar mit ihrem Auto verunglückt. Deshalb soll der Angeklagte alle vier Bremsscheiben am Wagen der Frau mit Fett eingeschmiert haben. Der Mann habe den Tod der Frau zumindest billigend in Kauf genommen, so die Staatsanwaltschaft.

Passiert ist glücklicherweise nichts. In einer Werkstatt fällt die Manipulation auf. Vor der Tat soll das Jugendamt dem Angeklagten und seiner Frau das Sorgerecht für ihr Baby entzogen haben.
Hitradio FFH, 27. November 2019

Dreijähriger trotz Hinweis tot
Nach dem Tod eines dreijährigen Buben in Schwaben hat das Landratsamt Dillingen eine interne Panne eingeräumt. Bei der Kreisbehörde war drei Monate vor dem Tod des Kindes ein Hinweis einer Nachbarin über eine mögliche Gefährdung des Jungen eingegangen, der aber behördenintern nicht an das Jugendamt weitergeleitet worden war. Zunächst hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Der Dreijährige war im Oktober aus bislang unbekannten Gründen gestorben. Die Augsburger Staatsanwaltschaft prüft, ob ein Tötungsdelikt vorliegt.
Nordbayern, 4. Dezember 2019

Sechsstellige Summe unterschlagen

Ein Mitarbeiter des Jugendamtes in Dorsten soll über Jahre Geld unterschlagen haben. Die offenbar sechsstellige Schadenssumme wirft die Frage auf: Was hat der Mann alles gekauft?

Dorstener Zeitung,13. Dezember 2019

Mutter verliert gegen das Jugendamt
Das Jugendamt hatte schon im vergangenen Jahr keinen Hilfebedarf mehr gesehen und die Unterstützung der Kinder durch einen Erziehungsbeistand beendet. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war, dass weder der Vater noch die Söhne einen Bedarf an Hilfe sehen. Im Jugendhilferecht sei nicht vorgesehen, Hilfe gegen den Willen eines Betroffenen zu gewähren, stellte sich der Richter hinter diese Entscheidung.
Um überhaupt über eine Klage einen Anspruch auf Jugendhilfe geltend zu machen, sei zunächst eine Einigung in der Familie nötig. Das Gericht sei nicht dazu da, "innerfamiliäre Probleme" zu lösen oder "Uneinigkeiten zwischen den erziehungsberechtigten Eltern zu bereinigen."

Main Post, 15. Dezember 2019 

"Wie Dreck behandelt"
„Uns wurden am 28. November 2018 willkürlicher Weise durch das Jugendamt Lübbecke unsere Kinder weggenommen. Nach anfänglichem Verdacht der Kindeswohlgefährdung, unsere Unschuld ist jedoch schon seit Monaten bewiesen, behandelt uns das Jugendamt regelrecht wie Dreck..."
Mindener Tageblatt, 23. Dezember 2019
  

Freitag, 28. Juni 2019

Jugendämter 2019

Studie unseriös?

Die Aufregung war groß, als die Hochschule Koblenz im Mai 2018 ihre Jugendämter-Studie vorstellte. Die allgemeinen sozialen Dienste der Jugendbehörden seien überfordert und unterbesetzt, hatten 652 befragte Mitarbeiter aus allen Teilen der Republik den Forschern erklärt. Die Fluktuation unter den Sozialarbeitern und -pädagogen sei hoch; sie könnten sich wegen Büroarbeit sowie wegen fehlender Räume und Dienstwagen nicht ausreichend um das Kindeswohl kümmern. Sozialdezernentin Heike Schumacher und Amtsleiterin Hanna Ahrens hatten dazu auf Nachfrage der Redaktion bereits im Frühjahr erklärt, sie hielten die Studie für unseriös, einen Missstand gebe es nicht. Jetzt bekräftigten sie ihre Einschätzung im Jugendhilfeausschuss des Kreistags.

Osterholzer Kreiszeitung, 3. Januar 2019

P. S. "Die Zwei mit den Wahrnehmungsstörungen" kann man da nur sagen.

In Hamburg bleiben die Kinder am längsten weg

Im Bundesdurchschnitt konnten 41 Prozent der Kinder und Jugendlichen nach einer vorübergehenden Inobhutnahme wieder zu ihren Erziehungsberechtigten zurückkehren. Diese Quote variiert jedoch erheblich: Während in den Stadtstaaten Hamburg (27 Prozent) und Berlin (30 Prozent) nicht einmal ein Drittel der Kinder innerhalb desselben Jahres wieder in ihre Familie zurückkehren konnte, waren es in Bayern und Mecklenburg-Vorpommern immerhin 46 Prozent.

Welt, 9. Januar 2019

Kleine Anfrage der FDP zu Inobhutnahmen und Antwort der Bundesregierung Hier klicken


Wer kontrolliert die Jugendämter?
Wer kontrolliert eigentlich die Jugendämter, wer die freien Träger und wer die Pflegeeltern? Die Recherchen über den gewaltsamen Tod eines Gelsenkirchener Jungen aus einer Plettenberger Pflegefamilie zeigen: Es gibt Lücken.
Der Tod des Pflegekinds wird von den beteiligten Behörden und Trägern als tragisches Einzelschicksal dargestellt, das nicht zu erwarten gewesen wäre. 
Unsere Recherchen aber zeigen: Dem etablierten System mangelt es an Kontrolle, Aufsicht und Sanktionen – vor allem dann, wenn sich freier Träger und Pflegefamilie sehr nahe stehen. Wir versuchen einige Fragen zu beantworten.

Westfälische Nachrichten, 10. Januar 2019

Strafantrag gegen Jugendamtsmitarbeiterin

Aus der Sicht dieser Eltern will das Jugendamt eine intakte Familie zerstören und folge dem Willen der Großmutter. Die Eltern geben zu, Fehler begangen, aber nie ein Kind misshandelt zu haben. Sie hätten sich Unterstützung geholt, zum Beispiel an Elternkursen und Erste-Hilfe-Kursen für Kleinkinder teilgenommen. Alles das schreiben die Z. in einer umfänglichen Mitteilung an die Presse. Gegen eine Mitarbeiterin des Jugendamts Mitte haben die Z. bei der Polizei online Strafanzeige wegen übler Nachrede und Verleumdung gestellt.

Berliner Woche, 15. Januar 2019

Pflegefamilien erfunden

Er soll Fälle bei Pflegefamilien erfunden haben, um sich mehr als 700.000 Euro selbst zu überweisen: Wegen Untreue steht ein ehemaliger Mitarbeiter des Jugendamtes im Eifelkreis Bitburg-Prüm seit Donnerstag vor dem Landgericht Trier. Konkret geht es um 238 Fälle aus den Jahren 2013 bis 2018, die die Staatsanwaltschaft dem Mann vorwirft. Weitere rund 250 Fälle ab 2005 sind verjährt. Wenn man diese dazu rechnet, beläuft sich der angerichtete Schaden insgesamt auf mehr als 1,5 Millionen Euro.

RTL, 24. Januar 2019

Betrug leicht gemacht

Durch die Berufsunfähigkeit seiner Frau habe er in einer finanziellen Notsituation gestanden, so der ehemalige Kreisinspektor heute. Seine Familie sei nach einem Hausbau in Luxemburg auf zwei Einkommen angewiesen gewesen. Fast 12 Jahre lang hatte er rund 10.000 Euro monatlich aus den Kassen der Kreisverwaltung genommen. Er habe sich selber gewundert, dass er so lange mit dieser Masche durchkam, so der vierfache Vater vor Gericht.

SWR aktuell, 24. Januar 2019


Millionen kassiert
Bitburg-Prüm ist nicht nur in der Eifel. Vor dem Landgericht in Trier wundert sich gerade ein Jugendamtsmitarbeiter darüber, dass er unbehelligt in zwölf Jahren 1,5 Millionen Euro beiseite schaffen konnte. Er erfand Pflegefamilien, die Überweisungen genehmigte sein Vorgesetzter. Auch in Hamburg geschah ähnliches, in Nordrhein-Westfalen ebenfalls. Immer mehr Fälle werden bekannt. Wie hoch die Dunkelziffer ist, weiß niemand.
Hier weiterlesen 26. Januar 2019

Kindesmissbrauch auf Campingplatz: Ermittlungen auch gegen Jugendämter

Drei Männer sollen im nordrhein-westfälischen Lügde nahe Bad Pyrmont mindestens 23 Kinder im Alter zwischen vier und 13 Jahren über mehrere Jahre schwer sexuell missbraucht haben. Haupttatort war laut Polizei und Staatsanwaltschaft ein Campingplatz, auf dem der 56-jährige Hauptverdächtige als Dauercamper lebte. Vermutlich mehr als 1.000-mal sollen sich die mutmaßlichen Täter an Kindern vergangen haben. Darunter sind auch Opfer aus Niedersachsen. Die Männer - neben dem 56-jährigen Dauercamper ein 48-Jähriger aus Stade und ein 33-Jähriger aus Steinheim - wurden festgenommen und sitzen in Untersuchungshaft. Die Polizei hat eine eigene Ermittlungskommission eingerichtet: die "EK Camping".

Die Ermittlungen richten sich aber auch gegen Mitarbeiter der Jugendämter in Hameln-Pyrmont und im nordrhein-westfälischen Landkreis Lippe. Laut Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht der Fürsorgeverletzung. Eines der Opfer ist demnach die heute achtjährige Pflegetochter des 56-jährigen Hauptverdächtigen. Die leibliche Mutter stammt aus Hameln, das dortige Jugendamt hatte nach Bitten der Mutter genehmigt, dass der Mann Pflegevater des Kindes wurde.

NDR, 30. Januar 2019



Gut versorgt wichtiger als sexuell missbraucht
Saskia F. ist nicht in NRW beschäftigt, sie hat von den Fällen aus den Medien erfahren. Sie selbst arbeitet seit fast sieben Jahren im Jugendamt. So seltsam sie das Vorgehen ihrer Kollegen aus Lippe findet, so wichtig ist ihr auch klarzustellen, dass die Mitarbeiter in solchen Verdachtsfällen vor einer Mammutaufgabe stehen. Für das Jugendamt ist ihrer Aussage nach wichtiger, ob die Kinder grundsätzlich gut versorgt sind, also ob sie einen eigenen Schlafplatz, genügend zu essen, angemessene Kleidung und Ähnliches haben. Das war laut Jugendamt Lippe gegeben. Weniger stark ins Gewicht fällt überraschenderweise, wenn der – vielleicht zunächst unbestätigte – Verdacht sexueller Übergriffe im Raum steht.
Lippische Zeitung, 2. Februar 2019


Manchmal desaströs
"Ich frage mich, was in Deutschland schief läuft, wenn zwei Jugendämter einem Mann, dessen Wohnverhältnisse schon an sich nicht kindeswohlgerecht sind, anscheinend die Pflegschaft eines kleinen Mädchens überlassen, während an anderen Orten die Jugendämter schon bei sehr viel geringeren Anlässen und teilweise zu früh die Kinder aus Familien nehmen? Die Praxis der Jugendämter ist höchst unterschiedlich und ist an manchen Orten in Deutschland desaströs. Den konkreten Fall gilt es jetzt genau aufzuklären. Aber grundsätzlich dürfen Kommunen nicht bei ihren Jugendämtern am Personal, an dessen Weiterbildung, an ausreichend Zeit für den Einzelfall, an der Setzung von Standards und Qualitätssicherung sparen. Sie müssen der wichtigen Aufgabe der Jugendämter mehr Priorität einräumen. Ansonsten ist am Ende eine Kinderseele zerstört, es wird den Entscheidern im Jugendamt große Schuld aufgeladen und der Glaube der Bürgerinnen und Bürger in den Staat wird ausgehöhlt.“
Marcus Weinberg, familienpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Die fatale Ideologie der Jugendämter

Man darf sich nicht vorstellen, wie weh ihnen das tat, wie sie weinten, wie viel Angst sie hatten, welchen Ekel sie empfanden, wie verlassen sie sich fühlten. Was man sich aber vorstellen muss, das sind die Zustände in der deutschen Jugendhilfe. Sie ist durchdrungen von Ideologie, sie pocht auf eine „Fachlichkeit“, die oft im Widerspruch zu jeder Vernunft steht.

Die Welt, 6. Februar 2019

Keine Ermittlungen?

Im Fall des mutmaßlichen massenhaften sexuellen Missbrauchs von Kindern in Lügde (Nordrhein-Westfalen) gibt es Verwirrung um die Ermittlungen gegen die zwei zuständigen Jugendämter. Die Generalstaatsanwältin sieht offenbar keinen Grund, weiter zu ermitteln. Nach Informationen des WDR heißt es in einem Schreiben an NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) vom 5. Februar: "Nach meiner Bewertung rechtfertigt der berichtete Sachstand nicht die Aufnahme des Anfangsverdachts strafrechtlich relevanten Verhaltens gegen Beamte der Kreispolizeibehörde Lippe und Mitarbeiter der Jugendämter der Kreise Hameln und Bad Pyrmont. Ich habe den leitenden Oberstaatsanwalt in Detmold daher um Überprüfung der Einleitung entsprechender Ermittlungsverfahren und zeitnahe Berichterstattung über das Ergebnis gebeten."

NDR, 14. Februar 2019


Grüße einer ehemaligen Jugendamtsmitarbeiterin

Ich wohne zum zweiten Mal in einem Hostel in Funchal auf Madeira. Das erste Mal im Dezember, nun bis zum 21. Februar. Besonders abends kommt es zu interessanten Begegnungen und Gesprächen im Innenhof des Hostels. Manche schweigen aber auch. Habe ich gestern erfahren.

Im Dezember verfolgte eine ältere Dame schweigend die Gespräche, die ich mit einem Mann aus Düsseldorf führte. Dabei ging es auch um Jugendämter, denn mein Krimi „Die Mörderin, die unschuldig ist“ hatte die Aufmerksamkeit einiger Gäste geweckt. Diese Broschüre stiftete ich der Bibliothek des Hostels.

Hier weiterlesen 18. Februar 2019

Beweismittel verschwunden

Bei den Ermittlungen zum massenhaften Kindesmissbrauch auf einem Campingplatz in Lügde bei Bad Pyrmont ist Beweismaterial verschwunden. Es handelt sich um einen Koffer und eine Hülle mit insgesamt 155 CDs und DVDs, wie der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Donnerstag mitteilte. Um das Verschwinden der Beweise aufzuklären, seien fünf Sonderermittler eingesetzt worden. Das Material verschwand den Angaben zufolge aus einem Sichtungsraum der Kriminalpolizei.

NDR, 22. Februar 2019

Außerdem soll sich ein Jugendamtsmitarbeiter als Aktenfälscher betätigt haben.

"Meine Enkelin könnte noch leben"

Eine 53-jährige Oma klagt das Dorstener Jugendamt an, im Fall ihres Enkels die Kindeswohlgefährdung übersehen zu haben. Das Kind wurde von einem Lebenspartner der Mutter zu Tode misshandelt. Die Oma und die Ärzte, die mit dem Kind zu tun hatten, haben regelmäßig dem Jugendamt Meldungen gemacht, dass die Mutter mit der Erziehung des Kleinen überfordert ist. „Diese Tragödie hätte vermieden werden können“, sagt sie.

Haltener Zeitung, 1. März 2019

Schon 2016 Hinweise

Hamelns Landrat Tjark Bartels (SPD) räumte am Dienstag ein, dass schon 2016 eine Jobcenter-Mitarbeiterin, ein anderer Vater sowie eine Kindergarten-Psychologin den Verdacht auf sexuell übergriffiges Verhalten geäußert hätten. Diese Hinweise seien in den Akten vermerkt. In der Vergangenheit hatte der Landrat darauf verwiesen, dass sich die Akten noch bei der Staatsanwaltschaft befinden.

Der arbeitslose Dauercamper soll gemeinsam mit einem Komplizen über Jahre hinweg Kinder missbraucht und dabei gefilmt haben. Sein Pflegekind soll er eingesetzt haben, um andere Opfer anzulocken.

Rheinische Post, 19. März 2019

Fünf weitere Kinder in Obhut genommen

Im Fall Lügde kam nicht nur die Pflegetochter von Andreas V. in Obhut. Das Jugendamt Lippe hat fünf weitere Kinder aus ihren Familien genommen. Auch zu ihnen gingen Anzeigen mit dem Verdacht auf Missbrauch ein.


Spiegel, 20. März 2019


Versagen gepaart mit krimineller Energie

Nach dem tausendfachen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz im nordrhein-westfälischen Lügde nimmt auch die Kritik an den niedersächsischen Behörden zu. Das Hamelner Jugendamt soll dabei schwerwiegende Fehler gemacht haben. Der Landrat des Landkreises Hameln-Pyrmont, Tjark Bartels (SPD), gerät zunehmend unter Druck. Bei einer Anhörung im Sozialausschuss des Landtags am Donnerstag, wurde er aus der eigenen Partei kritisiert.
„Wir haben es mit einem völligen Versagen des Kinderschutzes zu tun“, sagte die SPD-Abgeordnete Thela Wernstedt. Die Kinder seien von ihrer sozialen Umgebung und von den Behörden früh im Stich gelassen worden. „Es gibt ein Behördenversagen in ihrem Haus, an einer Stelle gepaart mit krimineller Energie“, erklärte Uwe Schwarz(SPD).
Göttinger Tageblatt, 21. März 2019

Lehren aus dem Skandal

Der Missbrauchsskandal von Lügde zeigt, dass die Arbeit der Jugendämter dringend verbessert werden muss. Experten fordern landesweit verbindliche Standards, mehr Fachkräfte und externe Kontrollen.

Welt, 26. März 2019

Familienminister will Bundesgesetze ändern

NRW-Familienminister Joachim Stamp will nach dem Missbrauchs- und Behördenskandal von Lügde Bundesgesetze ändern. Die Doppelzuständigkeit der Jugendämter im Kreis Lippe und im niedersächsischen Hameln-Pyrmont sei nicht hilfreich gewesen, hieß es heute von Stamp in einem Bericht an den Familienausschuss des Düsseldorfer Landtags. Bei der Reform des Sozialgesetzbuches setze sich NRW dafür ein, bisherige Zuständigkeitsregelungen auf den Prüfstand zu stellen.

Radio Lippe, 28. März 2019


Jugendamt darf Mutter warnen
Das Jugendamt Warendorf darf nach einer Entscheidung des Verwaltungsgerichts Münster Informationen über einen verurteilten Sexualstraftäter weiterreichen. Das Gericht lehnte am Freitag den Eileintrag eines Mannes ab, der 2011 wegen der Verbreitung kinderpornografischer Schriften zu einer Bewährungsstrafe von fünf Monaten verurteilt worden war.

Der Pädophile wollte verhindern, dass die Behörde eine Bekannte über seine Vorstrafe informiert. Der Antragsteller wollte der alleinerziehenden Mutter von vier Kindern Hilfestellung bei Behördengängen leisten und die Kinder zu Sportterminen bringen (Az.: 6 L 211/19, nicht rechtskräftiger Beschluss).
WAZ, 5. April 2019

Was die Polizei nicht findet...

Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR sind weitere Datenträger im Missbrauchsfall Lügde aufgetaucht. Mitarbeiter eines Abrissunternehmens hatten die Festplatten gefunden, als die Behausung des Hauptverdächtigen abgerissen wurde – und zwar nachdem der Tatort offiziell von Polizei und Staatsanwaltschaft freigegeben worden war. 

Schweriner Volkszeitung, 12. April 2019

SPD fordert Rücktritt des Innenministers

Nach dem erneuten Fund von Datenträgern im Missbrauchsfall Lügde fordert die SPD-Fraktion im nordrhein-westfälischen Landtag den Rücktritt von Landesinnenminister Herbert Reul ( CDU ). «Der Innenminister hat Aufklärung versprochen, er ist gescheitert», sagte der innenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Hartmut Ganzke. Reul habe «die Lage nicht im Griff». Er müsse jetzt Verantwortung übernehmen und zurücktreten. Reul äußerte sich am Wochenende nicht zu der Rücktrittsforderung.

Westfälische Nachrichten, 14. April 2019


Hamburger Jugendamt schützt Mädchen nicht

Über ihren "Notruf Genitalverstümmelung" wurde auch die TaskForce für effektive Prävention von Genitalverstümmelung e.V. in den Fall involviert. Die Kinderschutzorganisation arbeitet in der Regel bei drohender Verstümmelungsgefahr eng mit den Jugendämtern zusammen, stellt Informationen bereit, berät zur Rechtslage und unterstützt bei der Erarbeitung der nötigen Anträge an die Familiengerichte. Doch nicht so im Hamburger Fall.

Statt mit der TaskForce zu kooperieren stellte das Jugendamt Hamburg Harburg infrage, ob das Gespräch zwischen der Kindsmutter und der Mitarbeiterin tatsächlich stattgefunden habe und verweigerte jegliche Auskunft über den Schutzstatus der Mädchen.

Neue Westfälische, 24. April 2019

Vater fühlt sich allein gelassen
Henning B. (Name der Reaktion bekannt) ist selbst betroffen. Wobei es sich bei seinen drei Kindern (12, 10 und 6 Jahre) nicht um Missbrauch, sondern um Vernachlässigung handeln soll. „Ich sehe das Wohl meiner Kinder gefährdet und möchte, dass es ihnen gut oder besser geht", sagt der 39-Jährige, dessen drei Töchter seit der Trennung im August 2014 bei der Ex-Frau und deren neuem Lebensgefährten leben.
Das Jugendamt habe, so der Mitarbeiter einer Spenger Spedition gegenüber nw.de, auf Vorhaltungen bislang nur zögerlich reagiert oder die Angelegenheit verharmlost.
Neue Westfälische, 28. April 2019

Jugendamt ruft nicht zurück
Auf Wunsch der Mutter der 6-Jährigen lebte das Mädchen bei dem Mann auf dem Campingplatz in Lügde in Pflege. Davon habe der leibliche Vater nur zufällig erfahren, kritisiert er in einem Interview. Als er seine Tochter besuchen wollte, habe Andreas V. ihn vom Campingplatz getrieben.
Daraufhin habe der Vater, der zum Schutz seiner Tochter in den Medien anonym bleiben möchte, das Jugendamt mehrfach angerufen. Er ist erschrocken darüber, dass so ein junges Mädchen auf einem Campingplatz in Lügde unergebracht wurde.
owl, 6. Mai 2019

Finanzielle Probleme wegen Jugendamt

Ist der Wohnort ausschlaggebend für eine notwendige Maßnahme durch das Jugendamt zum Wohl der Kinder? Diese Frage muss sich jeder stellen, der sieht, in welchen Nöten so manche Kommunen stecken und wie diese durch ungeplante Maßnahmen des Jugendamtes finanzielle Probleme bekommen könnten. Wir zeigen Beispiele, lassen Wissenschaftler und Jugendamtsmitarbeiter zu Wort kommen und dokumentieren die Situation.

WDR, 26. Mai 2019

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jugendamt Hameln

Das seit dem Missbrauchsfall Lügde in der Kritik stehende Jugendamt Hameln soll auch in einem anderen Fall Fehler gemacht haben. Im Raum steht, dass Hinweisen auf Misshandlung von Kindern in einer dem Amt bekannten Familie nicht nachgegangen wurde. Ermittelt werde gegen drei Behörden-Mitarbeiterinnen wegen des Verdachts der Verletzung der Fürsorgepflicht, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hannover.

Spiegel online, 7. Juni 2019

Kind weg/Mutter soll widersprechen

Tatjana Schulepa befürchtet, dass man ihr ihr Kind wegnimmt. „Wie ihnen bereits persönlich mitgeteilt, wurde Amela am 06.06.2019 gem. §42 SGV II (Kinder- und Jugendhilfeschutzgesetz/siehe Anlage) in Obhut genommen“, schrieb ihr das Fachamt Jugend und Familie der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Sie habe die Möglichkeit, „unverzüglich zu widersprechen“, wobei sie sich gegebenenfalls an den Kosten beteiligen müsse.

taz, 10. Juni 2019

Kurzfristige Unterbringung

Sogenannte Kinderschutzfamilien sollen als eine besondere Form der kurzfristigen Krisenunterbringung zur Verfügung stehen. Der Katholische Sozialdienst Hamm hat ein entsprechendes Konzept im Auftrag der Jugendämter in Ahlen, Beckum und Oelde vorgelegt. Eine Informationsveranstaltung für alle Interessierten findet dazu am Dienstag, 25. Juni, um 19 Uhr in der VHS im Alten Rathaus statt. 

472 Beschwerden über Jugendämter und Familiengerichte

Der Ansatz der Bundesregierung, im Zuge der Reform der Kinder- und Jugendhilfe auch Betroffene anzuhören, stößt bei der Zielgruppe offenbar auf Anklang. Bei der wissenschaftlichen Anlaufstelle für hochproblematische Kinderschutzverläufe, die die Bundesregierung am 25. April beim Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz eingerichtet hat, haben sich bereits 472 Betroffene gemeldet, um über ihre negativen Erfahrungen mit Jugendämtern und Familiengerichten zu berichten. Das ergab die Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion, über die die “Welt” berichtet.