Posts mit dem Label Jugendamt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Jugendamt werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Freitag, 10. Mai 2024

Lesestoff

Ein Justiz- und Jugendamts-Krimi
Die unschuldige Mörderin

Hier bestellen als Print
Hier bestellen als e-book
Bitterböse und witzig
Wenn ein Jugendamt Akten vertauscht
Hier bestellen

Eine Satire mit Anhang

-Ritalin
-Das Schweigen der Suchthelfer (Step gGmbH Hannover)
-Die Frau, die schummelte (Jugendamt Hamburg)
-Die getrennten Geschwister aus Münster
-600 unerforschte Sekten

Freitag, 20. Oktober 2023

Jugendämter 2023

Siebenjährige weiter in einem Heim

Als sie das Kind aus seinem gewohnten Leben reißen, ist es Sommer, Tamara sieben Jahre alt und seit wenigen Monaten in Deutschland. Die Behörden bringen das Mädchen ins Heim, weil jemand die Familie, so wie es scheint, denunzierte. Der Freund der Mutter, das behauptete ein Nachbar, habe das Kind missbraucht. Die strafrechtlichen Vorwürfe zerschlagen sich – nach Hause darf Tamara trotzdem nicht. Doch es wird weiter geprüft. Weil die Mühlen der Bürokratie so langsam mahlen, konnte die Familie nicht mal Weihnachten zusammen feiern.

Augsburger Allgemeine, 3. Januar 2023

In Stich gelassen

Pflegeeltern kümmern sich häufig aufopfernd um Kinder, die durchs Raster fallen. Doch werden sie selbst genügend unterstützt, wenn sie am Rande der Verzweiflung stehen? Uwe Kernchen aus Dalmsdorf bei Neustrelitz betreute gemeinsam mit seiner Frau, einer promovierten und ausgebildeten Diplompädagogin und Erziehungswissenschaftlerin, jahrelang ein sehr schwieriges Pflegekind – und fühlte sich nach eigener Aussage oft vom Jugendam t der Mecklenburgischen Seenplatte im Stich gelassen.

Nordkurier, 28. Februar 2023

Kein ruhiges Leben auf dem Land

Es ist der Albtraum einer jeden Mutter: Das Jugendamt droht an, ihr das eigene Kind wegzunehmen! Genau das ist jetzt aber das Worst-Case-Szenario, das auf Silvana (41) im beschaulichen Teuchern zukommt. Dabei wollte die arbeitslose Mutter, die durch die aktuellen Folgen „Hartz und herzlich“ bekannt geworden ist, doch einfach nur ein ruhiges Leben auf dem Land genießen.

Berliner Kurier, 18. April 2023

Video sorgt für Aufregung

Ein Polizist zieht ein Kind aus einer Wohnung. Die Verwandten klagen, Menschen weinen. Ein Video aus Bremerhaven zeigt eine gemeinsame Aktion des Jugendamts und der Polizei. Dieses wird „mit falschen Behauptungen zu den Gründen der Maßnahme kommentiert“, so die Beamten auf Twitter.

Kreiszeitung, 4. Mai 2023

Jugendämter hissen weiße Fahnen

An allen Kölner Jugendämtern haben Beschäftigte heute Morgen, 15. Mai, weiße Fahnen gehisst. Mit der Protestaktion möchten sie auf schlechte Arbeitsbedingungen und Missstände in den Jugendämtern aufmerksam machen. Laut der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) seien die Jugendämter schon längst an ihrer Belastungsgrenze angekommen.

Report K, 15. Mai 2023

Jugendämter um 870 000 Euro betrogen?

Die Staatsanwaltschaft Ingolstadt hat Anklage gegen eine Diplom-Sozialpädagogin wegen Betrugsverdacht am Landgericht erhoben. Der Frau wird gewerbsmäßiger Betrug in knapp 900 Fällen mit einem Schaden von rund 870000 Euro vorgeworfen. Das hat die Staatsanwaltschaft Ingolstadt am Donnerstag mitgeteilt.

Donaukurier, 13. Juli 2023

Vierjähriger ermordet-Ermittlungen gegen zwei Jugendamtsmitarbeiterinnen

Im Zusammenhang mit dem Mordprozess um einen getöteten Vierjährigen ermittelt die Staatsanwaltschaft nun auch gegen zwei Mitarbeiterinnen des städtischen Jugendamts in Hannover. Die Ermittlungen haben Anhaltspunkte ergeben, dass das Jugendamt bereits mit dem Angeklagten befasst war und es Hinweise auf die Misshandlung des Vierjährigen und seiner Schwester gab, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover am Montag. Zuvor hatte die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ) darüber berichtet. Das Jugendamt hatte demnach Kenntnis von dem Mann in Bezug auf Kinder aus einer früheren Ehe.

Konkret werde wegen des Verdachts auf Körperverletzung im Amt durch Unterlassen gegen zwei Mitarbeiterinnen des Jugendamts ermittelt, sagte die Sprecherin.

RTL, 24. Juli 2023

Für Bundesverfassungsgericht Eltern zweiter Klasse 

Das Bundesverfassungsgericht bekräftigte zunächst seine ständige Rechtsprechung, dass Pflegeeltern sich in der Regel nicht auf das Elterngrundrecht berufen können, sondern nur auf das Grundrecht auf Familie. Die hohen Hürden des Grundgesetzes für die Wegnahme eines Kindes („wenn die Erziehungsberechtigten versagen oder wenn die Kinder aus anderen Gründen zu verwahrlosen drohen“) gelten daher grundsätzlich nur für die leiblichen Eltern, nicht für Pflegeeltern.

Für die Wegnahme eines Kindes aus einer Pflegefamilie gelte ein anderer Maßstab, so das Verfassungsgericht. Danach müsse abgewogen werden, ob die Kindeswohlgefährdung durch den Beziehungsabbruch schwerer wiegt als die Kindeswohlgefährdung durch den Verbleib in der Pflegefamilie.

taz, 7. September 2023

Jugendämter übers Ohr gehauen

Wie die Staatsanwaltschaft am Donnerstag mitteilte, soll die Angeschuldigte den Ermittlungen zufolge bei ihren ambulanten Angeboten in zahlreichen Fällen Personal eingesetzt haben, das die erforderlichen Qualifikationen nicht erfüllte. Darunter waren wohl auch Studenten und Praktikanten. Gegenüber den beauftragenden Jugendämtern gab die Angeschuldigte laut Staatsanwaltschaft aber an, es handele sich um qualifiziertes Personal, insbesondere Diplom-Sozialpädagogen oder gleichwertig qualifizierte Fachkräfte. Dementsprechend stellte sie den Jugendämtern die entsprechenden Stundensätze in Rechnung. Ihren Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zahlte die Frau jedoch ein Gehalt, das allenfalls deren tatsächlicher Qualifikation entsprach, heißt es in der Mitteilung.

Donaukurier, 14. September 2023

Dienstag, 2. November 2021

Jugendämter 2021

Jugendamt Sankt Augustin reagiert nicht auf Hinweise

Das junge Mädchen war 2010 nach Sankt Augustin gekommen, zu einem Bekannten der Mutter. Mit ihr hatte es zuvor immer wieder Streit gegeben. Nach einem guten Start soll sich der Mann ihr immer mehr genähert haben, dann sei es zu Übergriffen gekommen. Neun Jahre lang soll sich sich der Mann immer wieder an ihr vergangen haben. Das Jugendamt in Sankt Augustin erhält mehrere Hinweise. Schon 2009 war ein Verfahren wegen Missbrauchs gegen den Mann eingestellt worden. Eine Warnung des Jugendamtes in Emden, dort wohnt die Mutter, führte auch nicht dazu, dass das Mädchen von dem Pflegevater getrennt wurde. Der Grund: Der Mann ist nur Pflegeperson, hat das Sorgerecht also nicht. Eine solche Pflegeerlaubnis sei rechtlich nur schwer zu untersagen gewesen, so die Stadt auf RBRS-Nachfrage. Nach Angaben der Stadt soll das Jugendamt jetzt aber alle Fälle überprüfen. Die Stadt hat sich auch an das Land gewandt um die Voraussetzung für solche Pflegeerlaubnisse zu verschärfen. Der mutmaßliche Täter ist inzwischen verstorben, kurz vor einem Gerichtsprozess.

Radio Bonn, 8. Januar 2021

Gerichte kritisieren Jugendamt

Mutter und Kind wurden am 26. Dezember des vergangenen Jahres noch im Krankenhaus voneinander getrennt. Zum Schutz des Kindes, argumentiert die Behörde. Nach Angaben des Verwaltungsgerichts in Neustadt sei die Frau vor die Wahl gestellt worden: Entweder, sie geht freiwillig mit dem Kind in eine Mutter-Kind-Einrichtung - oder sie muss das Neugeborene abgeben. Da die Frau nicht in eine Einrichtung gehen wollte, wurde das Kind noch im Krankenhaus von den Jugendamtsmitarbeitern mitgenommen. Einen richterlichen Beschluss hat es dafür nicht gegeben. Seit dem 8. Januar sind Mutter und Kind wieder vereint. 

SWR, 18. Januar 2021

Prozess: Eltern stürmen Jugendamt

Wie sollen liebende Eltern bestraft werden, die im Kampf um ihre Kinder ausgerastet sind?

Frage an das Landgericht Detmold. Dort mussten sich Itoro S. (35) und Blessing D. B. (32) u. a. wegen versuchter Brandstiftung, Körperverletzung, Sachbeschädigung und Bedrohung verantworten.

Am 20. August stürmten die Eheleute ins Jugendamt Lemgo, zertrümmerten Büros, schlugen auf Mitarbeiter ein, drohten mit Mord und verschütteten Benzin. Noch am Tatort wurden sie festgenommen, sitzen seitdem in U-Haft. Ihre drei Kinder (4, 7, 8) leben schon länger im Heim.

Bild, 15. Februar 2021

Fall Lügde: Wiederkehrende Versäumnisse

Düsseldorf. Die Jugendämter Hameln und Lippe standen im Fall des schweren sexuellen Kindesmissbrauchs von Lügde bislang besonders im Mittelpunkt der Auswertungen. Seit einigen Tagen gerät auch das Jugendamt im Kreis Höxter immer mehr ins Blickfeld. Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses im Düsseldorfer Landtag erkennen bedenkliche Parallelen, wiederkehrende Versäumnisse – und gefährliche Unterschiede...

Neue Westfälische, 20. Februar 2021

Jugendämter tauschen keine Infos aus

Im Sommer 2017 stirbt ein Pflegekind in der Obhut ihrer Pflegemutter. Die heute 52-Jährige gesteht, die 21 Monate alte Naelys getötet zu haben. Sie wird zu mehr als sechs Jahren Haft verurteilt. Dem WDR liegen jetzt Fall-Unterlagen vor, die eine wichtige Frage aufwerfen: Hätte eine bessere Kommunikation der beteiligten Jugendämter und Jugendschutz-Institutionen die Tat verhindern können?

Die Zeit als Pflegemutter beginnt für die Solingerin 2014. Nach nur kurzer Zeit bekommt sie ein Pflegekind vom Jugendamt Wuppertal wieder abgenommen. Aus den Fall-Unterlagen geht hervor, dass die Erfahrung mit der Frau Horror gewesen sei. Sie sei unberechenbar, so das Amt. Die später mit der Solingerin befassten Jugendämter wissen davon offenbar nichts.

WDR, 24. Februar 2021

Pädophilen-Netzwerk: Berliner Senat bleibt untätig

Über Jahrzehnte haben die Berliner Jugendämter Kinder an Pädophile vermittelt. Aus einem Gutachten geht hervor, dass es in Berlin ein institutionell gut vernetztes Pädophilen-Netzwerk geben muss, das bis heute nicht offengelegt wurde. Der Berliner Senat bleibt untätig.

Wirtschaftsnachrichten, 5. März 2021


Fast verhungerte Alina: Zwei Jugendamtsmitarbeiter entlassen

Die beiden Jugendamtmitarbeiter, die noch zwei Tage zuvor beim Hausbesuch Alina gesehen und nichts veranlasst haben sollen, wurden inzwischen entlassen. Gegen die beiden ist ein Verfahren wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet worden.

Die Bergheimer Stadtverwaltung bestätigte jetzt auf Anfrage, dass im Zuge der Untersuchungen im Fall der fünfjährigen Alina, zwei Mitarbeiter des städtischen „Allgemeinen sozialen Dienstes“ aus dem Arbeitsverhältnis ausgeschieden seien, wie dies in der Gerichtsverhandlung bekannt geworden war. In einem Fall habe es einen Aufhebungsvertrag, im anderen eine Kündigung gegeben. Es habe sich um langjährige Mitarbeitende gehandelt, keineswegs um neue Kollegen etwa in der Probezeit. Im September war von „notwendigen arbeitsrechtlichen Schritten“ die Rede gewesen.


Kölner Stadtanzeiger, 14. April 2021

Großeltern machen sich Sorgen

Oerlinghausen. Großeltern zu sein, ist etwas Wunderbares. Man darf die Enkel verwöhnen, kann tolle Sachen mit ihnen machen und hat doch nicht das ganz große Paket der elterlichen Verantwortung zu tragen. Rudolf und Margret (Namen geändert) sind Großeltern – und sie würden für ihr Enkelkind gerne mehr Verantwortung übernehmen, denn sie haben die große Sorge, dass es ihrem Enkelkind bei den Eltern nicht gut geht. Das Enkelkind, das mit seinen Eltern in einem Ort in der Nähe wohnt, haben die Großeltern zuletzt Weihnachten 2019 gesehen...

Neue Westfälische, 20. April 2021

Lügde: Haben noch mehr Jugendämter versagt?

Bei der Aufklärung des Behördenversagens im Missbrauchsfall Lügde geraten immer mehr Jugendämter in den Blick des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag. Nach SPIEGEL-Informationen hat der Ausschuss jetzt die Jugendamtsakten von 23 Städten angefordert, in denen Opfer der Missbrauchstäter vom Campingplatz in Lügde leben. Darunter sind die Städte Wuppertal, Gütersloh, Detmold, Paderborn und Aachen.

Der Spiegel, 29. April 2021

Nordrhein-Westfalen: Opferbeauftragte kritisiert Jugendämter

Auchter-Mainz berichtete, sie erlebe "immer wieder", dass Hinweisgeber - zum Beispiel Lehrerinnen, Heimpersonal oder Kinderärzte - angeben, dass sie "gar keine Rückmeldung, kein Kontakt, keine Resonanz" bekommen, nachdem sie einen Verdachtsfall gemeldet hätten. Sie sprach von "wenig Zufriedenheit" mit den Jugendämtern. Sie bekomme Anrufe, wonach dort "ganz junge Leute", denen die nötige Ausbildung fehlt, eingesetzt würden.

Ein Kinderarzt habe ihr berichtet: "Das geht so nicht. Ich melde was, ich bin 30 Jahre in einem Problembezirk, ich sehe das Kind und weiß, wann ich was melde. Aber ich kriege gar keine Rückmeldung."

WDR, 20. September 2021

Tod eines Kleinkindes wirft Fragen auf

Bopfingen (dpa/lsw) - Im Fall eines mutmaßlich durch Misshandlung zu Tode gekommenen Kleinkinds in Bopfingen (Ostalbkreis) hat die Familie im Kontakt mit dem Jugendamt gestanden. Sie wurde vom Jugendamt Schwäbisch Hall betreut, wie das Landratsamt mitteilte. «Wir sind zutiefst erschüttert und betroffen und haben mit einer umfassenden Aufarbeitung der Geschehnisse begonnen.» Nähere Angaben wurden mit Verweis auf den Datenschutz nicht gemacht. Die Mutter und ihre Kinder waren nach einem SWR-Bericht vom Donnerstag in diesem Jahr nach Bopfingen umgezogen.

Die Zeit, 28. Oktober 2021

Montag, 23. Dezember 2019

Heimnachrichten 2019


Kinder- und Jugendförderwerk ist pleite
Vom Chemnitzer Amtsgericht ist ein Insolvenzverfahren gegen das Kinder- und Jugendförderwerk Meerane eröffnet worden. In der Woche vor Weihnachten wurde ein Anwalt aus Chemnitz als vorläufiger Insolvenzverwalter bestellt. Aus dessen Kanzlei hieß es, das Verfahren befinde sich noch ganz am Anfang. Konkrete Auskünfte zu Schulden und zur Anzahl der Gläubiger konnten noch nicht erteilt werden.
Das Kinder- und Jugendförderwerk, ein gemeinnütziger Verein, war Träger des Meeraner Kinderheims. Dem Jugendamt des Landkreises Zwickau war die bevorstehende Insolvenz des Vereins bekannt. "Aus diesem Grund sind die Mädchen und Jungen des Meeraner Kinderheims anderweitig untergebracht worden", hieß es seitens des Landkreises. Wohin die Kinder aus dem Meeraner Heim verteilt wurden, teilte das Amt nicht mit.
Freie Presse, 4. Januar 2019

72 Millionen für Heimkinder aus Berlin
Die Senatsverwaltung für Jugend hat am Mittwoch eine Bilanz zu den am 31. Dezember geschlossenen Entschädigungsfonds für frühere Heimkinder vorgelegt. Insgesamt 72 Millionen Euro sind demnach  an mehr als 5700 ehemalige Berliner Heimkinder geflossen, die fragwürdige Erziehungsmethoden, Zwang und Gewalt erlitten haben und  in der DDR auch  in gefängnisähnlichen Einrichtungen eingesperrt waren. Im Schnitt wurden pro Person 9800 Euro für materielle Hilfen und 7000 Euro für Rentenersatzleistungen bezahlt. Die Antragsfristen für Fondsleistungen endeten 2014.
Tagesspiegel, 9. Januar 2019

Kinder aus Husum klagen an

Der frühere Leiter einer Einrichtung in Husum soll schwerste Misshandlungen verübt haben – über seinen Anwalt lässt er alle Vorwürfe bestreiten.

Husumer Nachrichten, 13. Februar 2019

Kindesmissbrauch: Prozess in Kitzingen

Der heute 28-Jährige war von Herbst 2003 bis Mitte 2012 in dem Kinderheim. Dass er es erst mit 22 Jahren verließ, deutet die Problematik zumindest an. Im Sommer 2010 wurde ein Kind sein Zimmernachbar, mit dem es bald schon zu sexuellen Handlungen kam. Es begann mit dem gegenseitigen Zeigen des Penis. Als das Kind zehn Jahre alt war, fand erstmals Oralverkehr statt. Das wiederholte sich bis zum Auszug des 22-Jährigen noch dreimal.

Main-Post, 3. März 2019

Das Unglück am Schwanenstein

Heute erinnert eine Tafel am Uferweg Lohme nahe des Schwanensteins an das Unglück im Jahre 1956. Auf dem Friedhof in Nipmerow gibt es auf Initiative des Kinderheims Lohme seit 1995 einen Grabstein für die drei Jungen im Eis. Uwe Wassilowsky wurde 14, Manfred Prewitz 13 und Helmut Petersen gerade einmal 10 Jahre alt.

NDR, 17. März 2019

Autoritäres Weltbild

Roland Stäb sitzt an einem Tisch mit grüner Decke in seinem Haus in Neckargröningen. Seit einem Jahr hat der 65-Jährige die Leitung des Jugendamtes im Kreis abgegeben. Die Berichte ehemaliger Heimkinder über Misshandlungen, Gewalt und Lieblosigkeit in dem 1992 geschlossenen Hohenecker Heim St. Josef hat er mit Erschrecken gelesen. Das autoritäre Weltbild, das Regelkorsett und die Züchtigung als Mittel der Erziehung widerspricht so ziemlich allem, was Stäb in seinem Studium gelernt hat.


Stuttgarter Zeitung, 7. April 2019

Jahrzehntelang seelische Grausamkeit

Ehemalige Heimkinder eines früheren Kinderheims in Ludwigsburg-Hoheneck haben bestätigt, dass sie jahrzehntelang ständiger Gewalt und seelischer Grausamkeit ausgesetzt worden sind.

SWR, 15. Mai 2019

Skulptur auf Müll gelandet
Es ist eine wundersame Geschichte, traurig, aber doch mit einem glücklichen Ende...
Ohne, dass es die meisten Kölner mitbekommen konnten: Seit 1968 existierte in Köln eine Skulptur der berühmten Bremer Stadtmusikanten. Das zirka 1,5 Meter hohe Bronzewerk des Bildhauers Fritz Bernuth (1904-1979) wurde damals im Innengelände des Kinderheims in Sülz aufgestellt. Als Symbol für soziales Verhalten gemäß dem Spruch „Einigkeit macht stark“.

Kölner Express, 21. Mai 2019

Hunde besuchen Heimkinder
Seit drei Jahren besucht das Team mit seinen Hunden einmal wöchentlich das Kinderheim in Aschaffenburg und macht damit den Kleinen eine ganz große Freude. Sie wollen den Kindern den artgerechten Umgang mit Hunden vermitteln und ihnen einfach eine schöne Zeit mit den Tieren schenken. Jeden Donnerstag haben die Kinder etwa zwei Stunden Zeit, mit den Vierbeinern zu spielen, zu kuscheln und ihnen Tricks beizubringen.
Primavera, 1. Juni 2019

Kinderheim der Zukunft

Moderne Kinderheime sind heutzutage Wohngruppen, die pädagogisch betreut werden. Im Marianum gehen die Verantwortlichen einen Schritt weiter. „Es wird nun eine derartige Gruppe mit fünf Jungen ab 16 Jahren zukunftsweisend umgestellt“, erklärt Geschäftsführer Harald Dahlke. „Sie erfahren in eigenen Appartements die letzten Schritte in die Selbstständigkeit, erhalten auch keine Über-Nacht-Betreuung mehr. Sie leben wie in der eigenen Wohnung.“ Dies trage zur sogenannten Verselbstständigung bei. Bei Mädchen gebe es dies schon länger, sagt Dahlke.

Westdeutsche Zeitung, 15. Juli 2019

Tolles Projekt für Heimkinder

Gardelegen/Zichtau l 60.000 Kinder leben deutschlandweit in Kinderheimen. Eine Zahl, die Heike Krieg betroffen macht. Sie selbst hat einen erwachsenen Sohn und lebt in einer Patchworkfamilie. Sie hat früher in einer Kita gearbeitet. „Kinder und soziale Projekte, da springe ich sofort auf“, erzählt die 51-Jährige im Volksstimme-Gespräch. Und sie springt offenbar nicht nur auf, sondern packt dann auch tatkräftig zu. Denn sie hat in privater Regie ein ganz besonderes Projekt auf die Beine gestellt, das in diesem Jahr zum nunmehr sechsten Mal stattfinden wird und das im Laufe der Jahre immer mehr gewachsen ist. Unter dem Motto „Lieber gemeinsam als einsam“ bewirtet und beschenkt sie am Heiligen Abend Kinder aus Kinderheimen. Richtig mit Weihnachtsmann und Weihnachtselfe – „wie zu Hause eben“, sagt Heike Krieg mit einem strahlenden Lächeln. Die Geschenke werden gesponsert. Sie hat bereits einen Helferstamm, der sie unterstützt. Aber weitere Helfer sind natürlich immer willkommen.

Volksstimme, 21. Juli 2019

Kinderheim wird erpresst

Großenhain. Gegenwärtig sind wieder verstärkt Erpresser-E-Mails im Umlauf. Eine davon hat jetzt das Kinderheim Walda erreicht. Darin wurde es aufgefordert, 2000 Euro in der Online-Währung Bitcoins zu bezahlen. Die Betrüger drohen damit, pornografische Fotos zu veröffentlichen. Bei einer Einrichtung wie dem Kinderheim schwebt sofort der Verdacht der Kinderpornografie mit. Deshalb stellt der Dresdner Polizeisprecher Marko Laske von vornherein klar: „Das Kinderheim Walda ist ohne Fehl und Tadel. Diese Erpressung ist an den Haaren herbeigezogen.“

Sächsische Zeitung, 12. August 2019 


Misshandlungen im Namen von Wildfang?

Ein deutsches Sozialprogramm steht unter Verdacht, über Jahre Kinder und Jugendliche misshandelt zu haben. Rumänische Behörden ermitteln derzeit gegen acht Verdächtige des Projekts „Maramures“ in der gleichnamigen Region in Rumänien. Das Projekt, das an die niedersächsische Kinder- und Jugendhilfe „Wildfang“ angeschlossen ist, soll sozial auffällige Kinder und Jugendliche „rehabilitieren“. Vor allem junge Menschen landen dort, für die die meisten Möglichkeiten innerhalb Deutschlands bereits ausgeschöpft sind.

Einer von ihnen ist Tim K. (Name geändert). Der heute 21-Jährige verbrachte ab 2013 fast zwei Jahre in dem Projekt in Rumänien. Als er am Mittwochmorgen von den Anschuldigungen las, war er erleichtert. „Mir fiel ein Stein vom Herzen“, sagt er. „Nie wollte mir jemand glauben, wenn ich erzählte, was ich dort erlebt habe.“

Focus, 30. August 2019

Alles nur frei erfunden?

Deutsche Jugendliche sollen in einem rumänischen Kinderheim misshandelt worden sein. Doch mehr und mehr geraten die Vorwürfe ins Wanken. War am Ende alles erfunden? HAZ-Reporterin Jutta Rinas durfte als eine von ganz wenigen Journalisten hinein – und traf auf eine Welt, in der in Frage steht: Wer ist eigentlich Täter und wer ist Opfer?

Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25. September 2019

Isolation und Schikane
Die Heimaufsicht des Brandenburger Jugendministeriums hat die Kinder- und Jugendeinrichtung „Neustart“ in Jänschwalde (Spree-Neiße) am Mittwoch, 25. September, besucht. Unangekündigt, wie es in einer Mitteilung aus Potsdam ausdrücklich heißt.

Ehemalige Bewohner berichten von Isolation und Schikane.

Lausitzer Rundschau, 25. September 2019

Behinderte eingesperrt?
Polizei-Großeinsatz in der Behinderteneinrichtung „Wittekindshof“. 70 Beamte in Zivil reisten im Bus an, durchsuchten Zimmer in der Diakonischen Stiftung. Schlimmer Verdacht: Freiheitsberaubung von Schutzbefohlenen in der „Heilpädagogischen Intensivbetreuung“!

Staatsanwalt Christopher York (39) zu BILD: „Wir gehen einem Anfangsverdacht in mehreren Fällen nach. Die Durchsuchung sollte aktuelle Zustände dokumentieren.“ Ermittler beschlagnahmten Heim-Akten.
Bild, 4. Oktober 2019

Viele Sichtweisen
Es gehört zu den Besonderheiten des Maramures-Falls, dass es extrem verschiedene Sichtweisen gibt. Viele der Kinder, die nicht mit ihrem echten Namen zitiert werden sollen, wollen bleiben. Da ist Andi (14), der auf der Straße gelebt hatte. Drogen habe er genommen, „allgemein alles, Crystal Meth“. Er macht ein Praktikum in der Reifenwerkstatt in Viseu de Sus. „Ich mag diese Arbeit, was mit Autos halt“, sagt er. Was ist in Rumänien besser als in Deutschland? In Deutschland sei er in die Gummizelle gepackt worden, wenn er Probleme gehabt habe. „Hier kann ich reden.“
Frankfurter Rundschau, 6. Oktober 2019
Auslandsprojekte umstritten

Auslandsprojekte für besonders aggressive oder straffällige Jugendliche geraten immer wieder in die Kritik. Zuletzt machte "Maramures", ein Jugendprojekt des niedersächsischen Trägers Wildfang GmbH in Rumänien, Schlagzeilen: Der deutsche Leiter des Heims und mehrere Mitarbeiter wurden festgenommen. Die Vorwürfe: Sklaverei, Gewalt und Menschenhandel. Die rumänische Staatsanwaltschaft holte mehrere Jugendliche aus dem Projekt und nahm sie in ihre Obhut. Zwei Jugendliche sind offenbar noch immer dort. Einer kommt aus dem Landkreis Aurich. Wie das Sozialministerium jetzt mitteilte, soll er bald zurück nach Deutschland kommen. Die 54 Jugendämter in Niedersachsen sind beim Thema Auslandsprojekte gespalten: 30 Jugendämter bewerten die Projekte für einzelne schwierige Kinder und Jugendliche als sinnvoll. Jedes dritte Jugendamt lehnt es dagegen ab, Jugendliche im Rahmen der Intensivpädagogik ins Ausland zu schicken.

NDR, 13. Oktober 2019

Mahnung für die Zukunft

Mehr als 500 Seiten umfasst die Studie „Verantwortung und Aufarbeitung“ – für jedermann einsehbar auf www.caritas-linz.at. Sie beleuchtet die Vergangenheit von Caritas-Heimen in OÖ, das Kapitel Gleink zählt 190 Seiten. 2016 gab die Caritas OÖ einem unabhängigen Forscherteam den Auftrag, die Geschichte und Hintergründe der Gewalt in ihren Heimen aufzuarbeiten. „Wir wollen uns damit unserer Verantwortung stellen. Die Studie soll uns Mahnung für die Zukunft sein“, so Direktor Franz Kehrer.

total.regional, 5. November 2019

Keine Gewalt in Kinderheim

Dann reden wir lange. Sehr offen und freundlich und vor allem sehr genau erinnert sich die 79jährige an ihre Zeit als Erzieherin. Was heutzutage über die Kinderheime erzählt wird, versteht sie nicht. Aus eigenem Erleben weiß sie: Es stimmt nicht. »Schlagen und Quälen – also unsere Kinder nicht«, sagt sie. »Das werden sie von unseren Kindern nicht hören.« Ich frage nach. »Bei uns nicht. Dafür lege ich die Hand ins Feuer.« Auch in ihrem gesamten beruflichen Umkreis »hat es nicht stattgefunden«.

Junge Welt, 9. November 2019

Kinder schlafen in einer Zelle

Es gab jedoch auch Kinderheime in alten Kasernen, und in Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) befand sich in den Jahren 1968 bis 1987 ein Durchgangsheim in einem alten Gefängnis, das für seine neue Bestimmung nicht umgebaut wurde. Die Kinder und Jugendlichen schliefen jeweils zu viert in einer Zelle, die sich von innen nicht öffnen ließ. Um nachts die Notdurft verrichten zu können, stand ein Kübel im Raum. Die kleinen Fenster blieben vergittert. Durch eine Mauer war das Areal abgeschottet. Eigentlich sollten die Kinder maximal 18 Tage hier bleiben, bis ein Heimplatz für sie gefunden war. Doch die Plätze waren knapp.

Neues Deutschland, 15. November 2019

Das Leid der "Verschickungskinder"

Westerland - Ärzte verschrieben die Kuren bis in die 80er Jahre hinein. Kranken- und Rentenkassen finanzierten die sechs- bis achtwöchigen Kuraufenthalte der „Verschickungskinder“, wie sie auch in den Akten genannt wurden. Während dieser Zeit waren die Zwei- bis 14-Jährigen der Willkür von Kurärzten, Pflegerinnen und Schwestern ausgeliefert. Das belegen die Berichte, die Betroffene seit zwei Monaten im Internet auf Initiative der Sonderpädagogikdozentin und Publizistin Anja Röhl auf der Internetseite www.verschickungsheime.de öffentlich machen. Elternbesuche waren in den Heimen nicht erlaubt. Eine Kontrolle fand offenbar nicht statt. Die Betroffenen berichten von Demütigungen und Erniedrigungen.

Stuttgarter Zeitung, 24. November 2019

"Jugendamt keine Hilfe"

Fast jedes zweite Wochenende kommt Jenny aus dem Kinderheim in der Großstadt nach Hause in ihre Pflegefamilie in einem Marktflecken in Bayern. Schweren Herzens haben sich Pflegemutter Marina Wolf (alle Namen von Kindern und Pflegeeltern geändert) und ihr Mann von der Pflegetochter getrennt. Mehrere Probleme in der Familie waren ihnen über den Kopf gewachsen, räumt die Mutter ein. "Wenn ich gewusst hätte, was alles auf uns zukommt", seufzt sie am Telefon. Und sie fügt hinzu, das Jugendamt sei ihr keine Hilfe gewesen.

Sonntagsblatt, 2. Dezember 2019

Vorwürfe gegen Heim in Kriele (Havelland)

Sieben Plätzen für Mädchen und Jungen im Alter von vier bis zwölf Jahren gibt es in dem 2015 eröffneten Heim. Nun haben Betroffene anonym in einem ZDF-Bericht schwere Vorwürfe gegen die Einrichtung erhoben: Die teils nach Missbrauch und Vernachlässigung schwersttraumatisierten Kinder seien durch das in der Nähe befindliche Gesundheitshaus "Metatron" mit fragwürdigen schamanischen Methoden behandelt worden – und nicht nur das. Wenn Kinder wie Benni, die wie im Film gezeigt große Problem mit körperlicher Nähe haben, ausrasteten, hätten sich Erzieher mit ihrem ganzen Gewicht auf diese gelegt, um sie zu "beruhigen". 

Potsdamer Neueste Nachrichten, 12. Dezember 2019

Donnerstag, 26. September 2019

Jugendämter 2019 (II)

Keine Fragen zu den Taten
Im Prozess um den hundertfachen sexuellen Missbrauch von Kindern auf einem Campingplatz bei Lügde sollen heute (12.00 Uhr) Kinder als Zeugen aussagen.
Nachdem am Donnerstag zum Auftakt vor dem Landgericht in Detmold alle Angeklagten Geständnisse abgelegt hatten, sollen die Opfer nach Aussage ihrer Anwälte aber nicht zu den Taten befragt werden. Es gehe mehr darum, dass das Gericht sich ein Bild machen wolle, wie es ihnen heute gehe.
Merkur, 28. Juni 2019

Mutter im Hungerstreik
Sie will ihre Tochter wiedersehen. Parisa Jaghubian ist am Montagnachmittag vor dem Amtsgericht in Jever in den Hungerstreik getreten. Laut Medienberichten wolle sie so auf ihre familiäre Situation aufmerksam machen.
Denn die minderjährige Tochter der gebürtigen Iranerin Parisa Jaghubian befindet sich in der Obhut des Jugendamtes.
Wilhelmshavener Zeitung, 11. Juli 2019

Schutz vor sexualisierter Gewalt

NRW-Familienminister Stamp nimmt nach den Behördenfehlern im Fall des massenhaften Kindesmissbrauchs von Lügde die Kommunen in die Pflicht. Wie er im WB sagt, müsste es in den Jugendämtern speziell geschulte Mitarbeiter für Fälle von sexueller Gewalt gegen Kinder geben. Manche Kommunen stünden da noch auf der Bremse, so der Minister. Stamp will, dass diese Experten künftig bei jeder Pflegeentscheidung hinzugezogen werden sollen. Der Schutz vor sexualisierter Gewalt müsse zusätzlich zum allgemeinen Schutz des Kindeswohls geprüft werden.

Radio Bielefeld, 22. Juli 2019

Das Erinnerungsvermögen
Die Stadt Wilhelmshaven überprüft wegen meiner Dienstaufsichtsbeschwerde die Vorgänge rund um die Durchsuchung meiner Wohnung im Auftrag des Wilhelmshavener Jugendamtes aufgrund der Unterlagen des Jugendamtes und kann im Juli 2013 nicht mehr feststellen, was warum geschehen ist?
Da ich über den Fall im Internet berichte, stellen die beiden Polizeibeamten, die sich bei der Wohnungsdurchsuchung falsche Namen gegeben haben, gegen mich Strafantrag und scheitern damit in zweiter Instanz. Doch einer der beiden Polizisten verklagt mich auch privat.
Hier weiterlesen 27. Juli 2019

Jugendämter zocken Heim- und Pflegekinder ab

Jugendliche, die im Heim oder in einer Pflegefamilie leben, müssen bis zu drei Viertel ihres Einkommens an das Jugendamt abgeben. Viele Betroffene finden das unfair, kommen finanziell kaum auf die Beine. Und Kritiker sagen: Es entmutigt die jungen Berufstätigen, arbeiten zu gehen.

Deutschlandfunk, 4. August 2019

Erstmals Anstieg

Mehr Verdachtsfälle von Kindesmisshandlung haben die Jugendämter im vergangenen Jahr beschäftigt. Die Zahl der sogenannten Inobhutnahmen aus diesem Grund stieg um ein Viertel auf mehr als 6150, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Erstmals seit Einführung der Statistik im Jahr 1995 seien Anzeichen für körperliche oder psychische Misshandlung mit 8,3 Prozent die dritthäufigste Ursache für das Einschreiten der Behörden gewesen.

Deutsche Presseagentur, 16. August 2019

Jugendämter sparen Geld

Das Netzwerk fordert in dem offenen Brief, dass die Einsparungen der wirtschaftlichen Jugendhilfe möglichst vollständig für Inklusion Verwendung finden. „Wenn Eltern vom Freistaat einen Zuschuss für den Beitrag zur Kita erhalten, muss das örtliche Jugendamt weniger Zuschüsse an jene leisten, die unter einem bestimmten Einkommen liegen. Die Landesmittel führen damit zu Einsparungen auf Ebene der Kommunen“ beschreibt Gewerkschaftssekretär Mario Schwandt den Hintergrund. Mit diesen Mitteln solle nach Ansicht der Verfasser des Briefes dringend die Inklusion in der frühkindlichen Bildung verbessert werden, die allen Kindern zugutekommen würde.

Bildungsklick, 30. August 2019 

Kind stirbt, bevor das Jugendamt hilft

Nach dem Tod eines Kleinkindes Ende Juli steht das Jugendamt der Politik am Dienstagnachmittag (3. 9.2019) Rede und Antwort. Der Jugendhilfeausschuss informiert sich über die Rolle des Jugendamtes in diesem Fall und über Qualitätsstandards in Essen. Der zweijährige Junge war nach einem Hitzeschock in seinem Zimmer gestorben, wo er stundenlang alleine eingeschlossen gewesen sein soll.

Die Familie war dem Jugendamt bekannt. Eine geplante Betreuung von Eltern und Kindern durch den sozialen Dienst kam zu spät - der Junge starb wenige Tage vor dieser Maßnahme. Die Staatsanwaltschaft Essen ermittelt wegen Mordes gegen den Vater des kleinen Jungen.

WDR, 3. September 2019

Jugendämter vermitteln Kinder an Pädophile

Berge von Akten wurden gewälzt: Akten aus der Wohnung des verstorbenen Peinigers, Akten aus dem Jugendamt von Tempelhof-Schöneberg. Das Ende der Suchaktion ist ernüchternd: Die Ermittlungen wurden eingestellt. Die Rede ist von dem Versuch der juristischen Aufarbeitung eines Kindesmissbrauchs unter staatlicher Obhut: 30 Jahre lang bis mindestens 2003 gaben Jugendämter Kinder und Jugendliche zu pädophilen Pflegevätern.

Tagesspiegel, 4. September 2019

Erschreckende Einstellung

Der ehemalige Abteilungsleiter der Kinder- und Jugendhilfe der Hamburger Sozialbehörde, Wolfgang Hammer, nimmt an, dass durch die schlimmen Misshandlungsfälle der vergangenen Jahre die Jugendamtsmitarbeiter stark verunsichert sind: "Ich habe Aussagen von Leitungsebenen, die wären vor zehn Jahren unmöglich gewesen: Lieber zehn Kinder mehr in Obhut nehmen als notwendig ist, oder ins Heim geben, als eins zu wenig." Die Heimunterbringung aber könne schlimme Folgen für die Kinder haben und dürfe nur das allerletzte Mittel sein.

ZDF, 11. September 2019 


Nicht einfach festzustellen
Im Landkreis Göttingen sind die KWG (Kindeswohlgefährdungen) im Vergleich zum Vorjahr hingegen gefallen, teilt Landkreis-Sprecher Ulrich Lottmann mit. 2018 seien 213 neue Fälle erfasst worden, drei Prozent weniger als 2017 (220 Fälle). 2018 stufte das Jugendamt 34 Fälle davon als akut ein, 2017 waren es insgesamt 44 (ein Rückgang um 23 Prozent).

„In den wenigsten Fällen ist eine Kindeswohlgefährdung einfach und eindeutig festzustellen“, sagt Lottmann. Für eine Einschätzung müssten verschiedene Faktoren und deren Zusammenwirken betrachtet werden. Die Mitarbeiter vom Allgemeinen Sozialen Dienst seien geschult, um komplexe Situationen einschätzen zu können.
Hessisch-Niedersächsische Allgemeine, 25. September 2019

Jugendämter 2019 (III)