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Donnerstag, 6. November 2014

Jugendämter 2014

90 Fälle für einen Mitarbeiter

Die Grüne Jugendpolitikerin Christiane Blömeke hat den Fall Yagmur zum Anlass genommen, den Senat zu fragen, wie hoch die Fallbelastung der Allgemeinen Sozialen Dienste (ASD) in den Jahren 2012 und 2013 war. Das Mädchen Yagmur wurde im Dezember in ihrem Elternhaus zu Tode geprügelt, obwohl nacheinander die Jugendämter Bergedorf, Eimsbüttel und Mitte für ihren Schutz zuständig waren. Heraus kamen erschreckende Zahlen. Im Jahr 2013 war ein ASD-Mitarbeiter im Durchschnitt für knapp 90 Fälle zuständig.

taz, 23. Januar 2014



Ich schreibe nichts Falsches
Aber sicher, Herr (Rechtsanwalt) Laß! Ich werde auch weiterhin keine unrichtigen Angaben über den Polizeieinsatz veröffentlichen. Allerdings hätte ich da ein paar Fragen: “Welche meiner Veröffentlichungen ist denn bisher unzutreffend gewesen? Dass sich die Polizeibeamten Wiegand und Schweiger genannt haben? Dass sie in meine Wohnung eingedrungen sind, ohne sich auszuweisen und mir einen Grund zu nennen?”
Was hat mir der Anwalt da eigentlich geschickt?, 10. April 2014

Radikalste Maßnahme
Im vergangenen Jahr mussten 221 in Not geratene Kinder und Jugendliche im Kreis Pinneberg aus ihren Familien herausgenommen werden. Die Inobhutnahme ist die radikalste Maßnahme des Jugendamtes, wenn das Kindeswohl gefährdet ist. Insgesamt 118 jugendliche Mädchen und 50 Jungen fanden im Kinderschutzhaus des gemeinnützigen Vereins Perspektive in Elmshorn Schutz. Die Perspektive arbeitet im Auftrag der Jugendämter und Sozialen Dienste im Kreis. Die Kleinsten kommen in Bereitschaftspflegefamilien unter. Im Jahr 2013 waren es 53 Säuglinge und Kinder. Das geht aus dem Jahresbericht der Perspektive hervor.
Hamburger Abendblatt, 21. April 2014


Wie ein Rollkommando

Das Jugendamt kommt wie ein Rollkommando. Erst bittet eine Mutter wegen eines Rückenleidens um eine Haushaltshilfe. Dann sind die Kinder weg.

Explosiv, 28. Oktober 2014


Der Arschloch-Faktor

Arschlöcher sitzen in Behörden. Beispielsweise in Jugendämtern. Weiß ich aus Erfahrung, weil ich Eltern, Mütter und Väter berate, die Stress mit diesen Behörden haben. Wir müssen nur hinhören. Bei Jugendämtern, wenn sie schweigen. Das machen viele derzeit geradezu betreten. Während sich der Richterbund fragt, warum Richter auf falsche Familiengutachten hereingefallen sind, fragen sich Jugendämter - nichts?

blogdirdeinemeinung, 6. November 2014

Freitag, 16. Januar 2009

Projekte für Schutz von Kindern

16. Januar 2009
Die Kleinsten schützen

„Die Jüngsten und Kleinsten zu schützen ist eine der vorrangigen Pflichten unserer Gesellschaft.“ Mit diesen Worten stellte Bürgermeister Thomas Hirsch als zuständiger Sozial- und Jugenddezernent der Stadt Landau in der Pfalz einen Leitfaden zum praktischen Handeln im Bereich des Kinderschutzes vor, der in diesen Tagen an über 100 Netzwerkpartner im Raum Landau verteilt wird. Der Ordner enthält wichtige Adressen, Beratungshilfen, Checklisten und Hintergrundinformationen für die in der Kinder- und Jugendhilfe und –betreuung tätigen Personen und Institutionen.

mrn-news, 14. Januar 2009

13. Januar 2009
Jugendämter und Justiz sollen Kinder besser schützen

Hannover. "Es kann nicht oft genug betont werden: Kinder brauchen unsere besondere Aufmerksamkeit. Sie vor Missbrauch und Vernachlässigung zu schützen, muss unser oberstes Ziel sein", unterstreicht Niedersachsens Sozialministerin Mechthild Ross-Luttmann ihren Einsatz für Kinderschutz. Gemeinsam mit Justizminister Bernd Busemann bündelt sie Kräfte für einen besseren Kinderschutz in Niedersachsen. Zusammen bieten sie eine Fortbildungsreihe für Fachleute aus Jugendämtern und Justiz im familiengerichtlichen Verfahren an.

Die Fortbildungsreihe richtet sich an Familienrichterinnen und Familienrichter, Leitungskräfte der Jugendämter, Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte des Familienrechts, Verfahrensbeistände und Sachverständige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Beratungsstellen.

"Die Fachleute müssen auf das schnelle Erkennen gefährdeter Kinder geschult werden, um zügig reagieren und im Interesse des Kindeswohls eingreifen zu können", so Mechthild Ross-Luttmann. Bernd Busemann ergänzt: "Der Austausch der beteiligten Professionen fördert ein besseres Verständnis für die jeweiligen Aufgaben. Den Teilnehmern werden die rechtlichen Neuerungen und ihre Auswirkungen auf die Praxis vorgestellt. Ziel ist es, die Zusammenarbeit zu verbessern, um ein effektiveres und schnelleres Eingreifen zu ermöglichen. Dadurch verlieren wir weniger kostbare Zeit vor und in Gerichtsverfahren."

Grundlage für die Qualifizierungen sind die neuen Regelungen im "Gesetz zur Erleichterung familiengerichtlicher Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls" (KiWoMaG) und im "Gesetz über das Verfahren in Familiensachen und in den Angelegenheiten der freiwilligen Gerichtsbarkeit" (FamFG) sowie deren zukünftige Umsetzung. Unter dem Titel "Zusammenarbeit der Professionen im familiengerichtlichen Verfahren" werden folgende Themen behandelt:

-Familiengericht und Jugendamt: Neue Formen der Zusammenarbeit nach KiWoMaG und FamFG

Kindeswohlgefährdung und Abwehrmaßnahmen

Vernetztes Arbeiten im familiengerichtlichen Verfahren - 5 Professionen, 1 Ziel?

Über diese Themen hinaus möchte die Fortbildungsreihe nachhaltige Kooperationsbeziehungen und gemeinsame fachliche Standards der beteiligten Professionen anregen - im Sinne der betroffenen Kinder und ihrer Familien.

Los geht es am 16. Januar in Oldenburg, am 19. Januar in Lüneburg, am 29. Januar in Braunschweig und am 30. Januar in Hannover.

12. Januar 2009
Unbürokratische Hilfe in Backnang

Die Spendentöpfe, die es beim Amt für Familie, Jugend und Bildung der Stadt und beim Kreisjugendamt Backnang gibt, ermöglichen das ganze Jahr über unbürokratische Hilfe. Beide Ämter legen jedes Jahr exemplarisch und in kurzer Form Rechenschaft ab, wie sie das Geld, das aus der Spendenaktion „BKZ-Leser helfen“ der Backnanger Kreiszeitung stammt, verwenden. So berichtet das Jugendamt etwa, wie ein Jugendlicher unterstützt wurde, dessen Vater bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Zuvor schon war die finanzielle Situation der Familie mau, danach erst recht. Dank der Amtshilfe konnte der Junge den Traktor-Führerschein erwerben und eine Ausbildung in der Landwirtschaft beginnen. Der Führerschein war die Voraussetzung dafür.

bkz, 12. Januar 2009

10. Januar 2009
Scheidungen nach dem Cochemer Modell: Kinder behalten Vater und Mutter

„Wenn einer den Gerichtssaal als Sieger verlässt, hat das Kind verloren“, sagt der Familienrichter Jürgen Rudolph, der in drei Jahrzehnten über mehr als 4 000 Scheidungen zu Gericht gesessen hat. 1992 gehörte er zu den Initiatoren des Arbeitskreises Cochem, in dem Vertreter der Lebensberatung, des Familiengerichtes, Gutachter, das Kreisjugendamt, Mediatoren und Anwälte des Landkreises sitzen.

Kinder leiden unter Trennungen, dieses Leid wird verstärkt, wenn sich die Eltern während des Trennungsprozesses in die Haare bekommen. Das will dieser Arbeitskreis verhindern. Schnelle Intervention ist wichtig, weiß Jürgen Rudolph aus Erfahrung. Je schneller reagiert werde, desto mehr Schlimmes könne verhindert werden.

Gelingt es einem Elternteil, das Kind gegen den anderen Elternteil aufzuhetzen, ist für das Kind eine negative soziale Karriere fast schon vorgezeichnet. Das beweisen Forschungen in den USA. Auf solche Forschungsergebnisse greift der Arbeitskreis Cochem oft zurück, denn in Deutschland steckt die Wissenschaft auf diesem Gebiet noch in den Kinderschuhen.

Als Familienrichter kennt Jürgen Rudolph seine Grenzen. Auf psychologische Prozesse könne er keinen Einfluss nehmen. Das habe er als Jurist nicht gelernt. Deshalb: Der Arbeitskreis arbeitet auch mit Psychologen zusammen. Das Ziel der Arbeit aller Beteiligten lautet stets: Dem Kind sollen beide Elternteile erhalten bleiben.

Weitere Informationen über diesen beispielhaften interdisziplinären Cochemer Arbeitskreis gibt es unter www.ak-cochem.de

5. Januar 2009
Seit acht Jahren Gelbe Karte

Das Projekt „Gelbe Karte“ wurde im Bergischen Land im April 2000 eingeführt. Es zielt auf Ersttäter und Fälle der leichten und mittelschweren Kriminalität. Das heißt, es geht um Delikte wie Graffiti-Schmierereien, Beleidigungen, Schwarzfahren oder Mofafrisieren. Möglichst bald nach der Tat werden die jugendlichen Straftäter dann an einem Tag gemeinsam mit ihren Eltern zu einem Termin bei der Polizei geladen.

Westdeutsche Zeitung, 4. Januar 2009

2. Januar 2009
Uni und Stadt arbeiten zusammen

"HEIKE – Keiner fällt durchs Netz" heißt das neue Kooperationsprojekt von Stadt und Universität zur Stärkung des Kinderschutzes. Die Abkürzung steht für "Heidelberger Kinderschutz Engagement", das beide Institutionen gemeinsam ausbauen wollen.

Anlass für die Initiative sind die steigenden Fälle so genannter Kindswohlgefährdungen. Im Fokus stehen dabei insbesondere Kinder im Alter von null bis drei Jahren, die unter kein System sozialer Kontrolle, beispielsweise durch Kindergärten oder Schulen, fallen. Bundesweit sind die Zahlen alarmierend: In Deutschland sterben nach wie vor durchschnittlich zwei Kinder pro Woche infolge familiärer Gewalt. Rund fünf Prozent aller Neugeborenen sind potenziell oder tatsächlich gefährdet. Bei Kindern unter einem Jahr werden diese in der Regel Opfer von Gewalt durch ihre leiblichen Eltern. Oft handelt es sich um Frauen, die bei der Geburt Angst vor dem Leben mit dem Kind haben, um Eltern, die mit Beziehungsstörungen, Arbeitslosigkeit, Alkohol oder Drogen zu kämpfen haben.

Rhein-Neckar-Zeitung, 2. Januar 2009

Montag, 5. Januar 2009

Kindesunwohl

5. Januar 2009
Verein kämpft mit Jugendämtern gegen Kindeswohl

„Ich würde gern den Vorsitz übernehmen“, sagt Heinz-Peter Tjaden aus Wilhelmshaven, der sich als Redakteur seit über einem Jahr mit Jugendämtern, Familiengerichten, Kinderheimen, Aufsichtsbehörden für den Kinder- und Jugendschutz und mit Kinderheimen beschäftigt. Geplant ist die Gründung eines Vereins „Kindesunwohl“. Das Vereinsziel lautet: Unterstützung von Behörden und von Gerichten, die Eltern ins Leere laufen lassen, wenn diese aus unerfindlichen Gründen meinen, sich selbst um ihren Nachwuchs kümmern zu müssen.

„So geht das nicht“, ist sich der 59-Jährige zumindest mit den Jugendämtern in Mönchengladbach und Stuttgart einig. „Doch es werden noch viel mehr sein“, hofft der Redakteur.

Einmal im Jahr soll die hartnäckigste Behörde oder das hartnäckigste Familiengericht mit dem Kindesunwohl-Preis ausgezeichnet werden. Gut im Rennen liegen zurzeit die Mönchengladbacher, denn die sorgen dafür, dass eine Elfjährige seit über vier Jahren in einem Kinderheim lebt und auch mit solchen Äußerungen kein Gehör findet: „Ich finde es doof, dass mich nicht jeder besuchen darf, der mich gern besuchen möchte.“

„Wo kämen wir denn hin, wenn solche Heimkinder wie Jessica Müller dabei bleiben, dass sie lieber wieder zuhause wären? Der Staat würde doch jede Kontrolle über die wichtigste Investition in die Zukunft verlieren“, unterstützt der potenzielle Vereinsvorsitzende das Jugendamt, das dermaßen idyllisch am Niederrhein herumliegt wie auch das Schloss Dilborn, das Jessica beherbergt, nicht schöner gelegen sein könnte.

Allerdings sind die Kindesunwohl-Würfel noch lange nicht gefallen, zumal bis zum 31. Oktober 2009 auch noch andere Vorschläge gemacht werden können. Ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen die Mönchengladbacher aus Stuttgart. Das dort beheimatete Jugendamt hat für eine inzwischen Einjährige Pflegeeltern gefunden. Nina entwickelt sich zwar nicht so, wie sich ein Mädchen in ihrem Alter entwickeln sollte, aber: „Das wird schon“ - sagt Heinz-Peter Tjaden.

Für die Entscheidung über den würdigsten Preisträger soll ein Punktesystem entwickelt werden. Der Redakteur aus Wilhelmshaven nennt ein Beispiel: Behörden, die auf Beschwerden von Eltern gar nicht reagieren, bekommen fünf Punkte, Behörden, die zwar antworten, aber alles ablehnen, bekommen vier Punkte, Behörden, die zwar antworten, aber nicht mehr als Besuchsrecht zulassen, bekommen drei Punkte, Behörden, die antworten und sogar eine Zeitlang mit dem Gedanken spielen, Kinder wieder zu ihren Eltern zu schicken, dies aber bleiben lassen, bekommen zwei Punkte, Behörden, die Kinder und Eltern wieder zusammenführen, bekommen einen Punkt.

Vereinsmitglied kann jede natürlich und juristische Person werden, die unbeirrt dabei bleibt: „Kindeswohl? Mit uns nicht!“

Mitgliederliste (Stand 5. Januar 2009, 12.20 Uhr)

Petra Litzenburger
Elterninitiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen (EMGS) e.V.

Hermine Schneider
Heimkinderverband Deutschland, Aachen

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