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Montag, 29. April 2024

Heimnachrichten 2024

Über Jahrzehnte Missbrauch

Jahrzehntelang bis in die 1990er wurden zehntausende Jungen und Mädchen aus vielen Teilen Deutschlands zur Erholung oder auch zur Therapie in das "Adolfinenheim" geschickt, unter anderem aus Bremen und Niedersachsen. Für manche war das einfach nur Erholung am Meer – andere leiden bis heute an den Erfahrungen.

Solche sogenannten Kinderverschickungen gab es in der Nachkriegszeit in ganz Deutschland. Zu den Trägern des Hauses auf Borkum gehörten die evangelische Kirche und das Diakonissenmutterhaus in Bremen. Diakonissen aus der Hansestadt hatten über Jahrzehnte die Leitung. Und nachdem sich 2019 ein paar wenige Betroffene gemeldet haben, gab es hier Bewegung und jetzt eine neue Studie.

buten und binnen, 23. Januar 2024

Siebeneinhalb Jahre für Kindesmissbrauch

Nach dem Tod einer Zehnjährigen in einem Kinderheim in Oberfranken ist am Mittwoch ein 26-Jähriger wegen Vergewaltigung des Mädchens zu einer Haftstrafe von siebeneinhalb Jahren verurteilt worden. Die Jugendkammer des Landgerichts Hof sprach den Angeklagten unter anderem der Vergewaltigung und des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig. Eine Beteiligung am Tod des Mädchens konnte dem Angeklagten nicht nachgewiesen werden, wie der Vorsitzende Richter Christopher Feulner sagte.

Welt, 20. März 2024

Gewalt in jeder Form

In den 80er- und 90er-Jahren soll es im ehemaligen St. Augustinusheim in der Wintererstraße in Freiburg zu Gewalt durch Erzieherinnen und Erzieher und zwischen Kindern gekommen sein. Auch gibt es Missbrauchsvorwürfe gegenüber den damaligen Heimleiter. Eine externe Studie des Münchner Forschungsinstituts IPP, im Auftrag des verantwortlichen Sozialdienst katholischer Frauen (SkF), ergab nun: Es gab Fälle sexualisierter, körperlicher und psychischer Gewalt. Laut Studie habe es auch daran gelegen, dass das Personal unterbesetzt und überlastet gewesen sei.

SWR, 24, April 2024

Samstag, 9. September 2023

Heimnachrichten (2023)

Und was macht Serdar Saris?

"Laute Misstöne deuten jetzt an: Das Ordnungsdezernat der Stadt (Hannover) hat die ausgeschlossen, um die es geht. Und die, die sonst für sie da sind." Schreiben Sie und meinen Obdachlose und Rauschgiftsüchtige, für die es einen neuen Treffpunkt geben soll einerseits und u. a. die Step gGmbH Hannover mit Serdar Saris an der Spitze andererseits, den Sie als Step-Chef mit diesen Worten zitieren: "Die Stadt hatte sich für einen halbjährigen Planungsprozess unter strikter Geheimhaltung entschieden, unter Ausschluss der Hilfeträger, das muss man akzeptieren. Gut ist das aber nicht."

Step gGmbH Hannover, 3. April 2023

Mord im Kinderheim?

Ein Mädchen wurde am Dienstag tot in einer Kinderhilfe-Einrichtung in Wunsiedel gefunden. Viele Fragen sind noch offen. Angestellte hatten die Zehnjährige am Dienstag in einem Zimmer der Einrichtung leblos gefunden, ein Notarztteam konnte nur noch den Tod feststellen. Eine Obduktion des Leichnams ergab nach ersten Erkenntnissen Anzeichen für ein Fremdverschulden, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Das Mädchen war laut Polizei in der Einrichtung betreut worden.

msn, 6. April 2023

Täter 10 Jahre alt


Nach dem Tod einer Zehnjährigen in einer oberfränkischen Kinderhilfe-Einrichtung in Wunsiedel in Oberfranken (Bayern) geht die Polizei nach Spurenfunden davon aus, dass ein elfjähriger Junge an der Tat beteiligt war.

Dies teilte die Polizei am Karfreitag in Wunsiedel mit. Da der Junge nicht strafmündig sei, sei er präventiv in einer gesicherten Einrichtung untergebracht worden. Eine Anhörung des Elfjährigen stand nach Polizeiangaben vom Freitag noch aus. Die weiteren Maßnahmen würden in enger Abstimmung mit den Jugendbehörden erfolgen.

Der Westen, 7. April 2023

Tödliche Fehlentscheidung?

Es ist ein Fall, der immer mehr Kopfschütteln verursacht: Am 4. April wurde Lena in einem Kinderheim getötet. Dort sollte sie aber eigentlich gar nicht sein, sondern auf einem Kreuzfahrtschiff mit ihrem Vater. Alles war genehmigt und gebucht. Dann machte das Jugendamt einen Rückzieher. Warum, weiß Lenas Vater nicht. Aber das itsat nur eine von vielen ungeklärten Fragen.

RTL, 6. Juni 2023

Systematische Vertuschung

Für mich war 2010 ein Jahr der Befreiung: Nach drei Jahrzehnten des Schweigens begann ich über die sexuelle Gewalt zu sprechen, die ich als Kind in einer katholischen Schule des Jesuitenordens erlebt hatte. Und ich war nicht allein. Hunderte Männer und Frauen berichteten von dem, was ihnen von Priestern in der Kindheit angetan worden war. w sie erkannten das Verbrechen hinter den Verbrechen: die systematische Vertuschung.

Zeit online, 21. Juni 2023

Zwangsernährung und sexueller Missbrauch

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden Kinder bis weit in die Sechzigerjahre hinein von ihren Familien zur Erholung in Kinderheime geschickt. Frische Luft, Körperertüchtigung und Gewichtszunahme sollten das Ergebnis der so genannten "Verschickungen" sein, die bis zu sechs Wochen währten. Doch der Heimaufenthalt wurde häufig zur körperlichen wie psychischen Plage, wie die Autorin Lena Gilhaus an Weihnachten 2016 erstmals vom eigenen Vater erfuhr. "ARD History: Verschickungskinder - Missbrauch und Gewalt bei Kinderkuren" erzählt nun von dieser bislang kaum beleuchteten Nachkriegsgeschichte.

Lena Gilhaus begann zu recherchieren, sie ging den Erlebnissen ihres Vaters nach und brachte ein Buch heraus, nach dessen Veröffentlichung sich zahlreiche Betroffene meldeten. Über 15 Millionen Kinder sollen es gewesen sein, die nach 1945 in Heime verschickt wurden und dort nicht selten Qualen erlitten. Die Gewalt reichte von der Zwangsernährung bis hin zu schwerem sexuellem Missbrauch.

Weserkurier, 30. Juni 2023

Auch Babys in Kinderheimen

In Kinderheimen leben nicht nur Jugendliche. In den letzten Jahren kamen auch viele kleine Kinder dort an, zwei, vier, fünf Jahre alt, auch Babys. Mal nur für wenige Tage, mal für Wochen, manchmal für Jahre.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15. August 2023

Von Müllmann vergewaltigt-von einem Heimkind ermordet

Die Ermittlungen im Fall des getöteten Mädchens im Kinder- und Jugendhilfezentrum Wunsiedel sind abgeschlossen. Der 25 Jahre alte Müllfahrer soll das Kind vergewaltigt haben.

Frankenpost, 5. September 2023